50.000 Besucher in der Sonderausstellung ›Die Schamanin‹ im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale)
Seit dem 27. März 2026 zeigt das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle
(Saale) die Sonderausstellung ›Die Schamanin‹. Das überaus hohe
Publikumsinteresse an der Präsentation aktueller Forschungsergebnisse zu
diesem spektakulären archäologischen Befund sowie der bisher aufwendigsten
Sonderausstellung zum urgeschichtlichen Schamanismus und zur
Mittelsteinzeit in Mitteleuropa lässt weiterhin nicht nach. So konnte
bereits heute der 50.000. Besucher in der Schau begrüßt werden.
Die Sonderausstellung ›Die Schamanin‹ im Landesmuseum für Vorgeschichte
Halle (Saale) erfreut sich weiterhin eines herausragenden Interesses der
Öffentlichkeit. So konnte am heutigen 7. August 2026, nach wenig mehr als
vier Monaten Laufzeit, der 50.000. Besucher der Ausstellung begrüßt
werden.
Die Familie aus Sachsen – Oma Gerda Großmann aus Leipzig, die Eltern
Claudia und Mario sowie Sohn Noah Großmann aus Naundorf bei Oschatz
–unternahm auf Wunsch des Sohnes einen Ferienausflug ins Landesmuseum für
Vorgeschichte. Sie wurden durch das Museumsteam mit einem Blumenstrauß
sowie den Begleitpublikationen zur Sonderausstellung überrascht.
Hintergrund: Das Grab der Schamanin von Bad Dürrenberg
Das Grab der Schamanin von Bad Dürrenberg (Saalekreis) ist einer der
spektakulärsten Befunde der mitteleuropäischen Archäologie. In der
Mittelsteinzeit, vor etwa 9.000 Jahren, war hier eine 30- bis 40-jährige
Frau zusammen mit einem ungefähr sechs Monate alten Kind, das in ihren
Armen lag, begraben worden. Unter anderem zeigen ein Kopfschmuck aus
Rehgeweih und Tierzahngehänge die besondere Stellung der Toten als
Schamanin, als spirituelle Spezialistin ihrer Gruppe, an. Bereits 1934
zufällig bei Kanalarbeiten entdeckt, musste das Grabinventar innerhalb nur
eines Nachmittags geborgen werden. Seit Dezember 2019 fanden in
Vorbereitung der Landesgartenschau im Kurpark von Bad Dürrenberg
Ausgrabungen im Bereich der Fundstelle des Grabs der Schamanin statt. Da
die ursprüngliche Ausgrabung nur unzureichend erfolgt war, blieben Teile
der mit Rötel durchsetzten Grabgrube unangetastet und standen für weitere
Untersuchungen zur Verfügung, die in die aktuelle Sonderausstellung des
Landesmuseums für Vorgeschichte Halle (Saale) mündeten.
Die Ausstellung ›Die Schamanin‹
Seit dem 27. März 2026 stehen die Schamanin und die Ergebnisse der
jüngsten Forschungen zu diesem Ausnahmefund von Weltgeltung im Mittelpunkt
der großen Sonderausstellung ›Die Schamanin‹. Darüber hinaus geht die
umfangreiche Schau mit Hilfe von 192 Exponaten und Exponatgruppen auf etwa
900 Quadratmetern dem Phänomen des Schamanismus von der Vorgeschichte bis
zur Neuzeit nach und führt anschaulich die Lebenswelt der Schamanin in der
Mittelsteinzeit, einer Welt im Wandel, vor Augen. 39 Institutionen aus 14
Ländern (Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich,
Großbritannien, Italien, Lettland, Niederlande, Polen, Schweden, Serbien,
Spanien, Tschechien) unterstützen als Leihgeber das Gelingen der
Ausstellung. Eine vergleichbar aufwendige Sonderausstellung zum
urgeschichtlichen Schamanismus und zur Mittelsteinzeit wurde in
Mitteleuropa bisher noch nie gezeigt.
Aufgrund der außerordentlich Besucherresonanz wurde die Laufzeit der
Sonderausstellung über das ursprüngliche Enddatum hinaus bis zum 7.
Februar 2027 verlängert.
