Prozesse planen und flexibilisieren: Wie KI Unternehmen bei komplexen Entscheidungen unterstützt
Schwankende Nachfragen, kurzfristige Änderungen in der
Produktion, steigende Variantenvielfalt und hohe Qualitätsanforderungen
stellen Unternehmen vor immer komplexere Planungsaufgaben. Das
Kompetenzzentrum WIRKsam zeigt gemeinsam mit Unternehmen aus dem
Rheinischen Revier, wie Künstliche Intelligenz (KI) Beschäftigte dabei
unterstützen kann, Produktionsprozesse flexibler, transparenter und
zukunftsfähiger zu gestalten.
Im Handlungsfeld „Prozesse planen und flexibilisieren“ entwickelt WIRKsam
menschenzentrierte KI-Demonstratoren für die Produktionsplanung und
-steuerung. Die Systeme analysieren komplexe Daten, machen Auswirkungen
von Entscheidungen sichtbar und liefern verständliche
Handlungsempfehlungen. Dies führt zu mehr Transparenz, besserer
Planbarkeit und einer höheren Anpassungsfähigkeit – auch in
anspruchsvollen Produktionsumgebungen.
Drei Anwendungsbeispiele zeigen, wie dieser Ansatz in der Praxis umgesetzt
wird:
Bei AUNDE in Mönchengladbach unterstützt ein KI-basiertes Assistenzsystem
die Steuerung des komplexen Kaschierprozesses in der
Automobiltextilproduktion. Durch die Verknüpfung von Maschinen-,
Qualitäts- und Umgebungsdaten werden Zusammenhänge sichtbar gemacht und
Mitarbeitende bei der optimalen Maschineneinstellung unterstützt. Das
Ziel: eine flexiblere Prozessplanung, eine stabile Produktqualität und
lernförderliche Arbeitsbedingungen.
Die Unternehmen Neusser Formblech in Neuss und Müller Maschinentechnik in
Düren setzen auf KI-Unterstützung in der Produktionsplanung. Die
entwickelten Planungssysteme verarbeiten aktuelle Informationen wie
Maschinen- und Personalausfälle oder Lieferverzögerungen und kombinieren
diese mit Prozessdaten. Führungskräfte erhalten so fundierte
Entscheidungsgrundlagen, um auch bei kurzfristigen Änderungen
handlungsfähig zu bleiben.
Bei Reiners + Fürst in Mönchengladbach stehen präzisere Nachfrage- und
Absatzprognosen im Mittelpunkt. Die im Projekt entwickelten KI-Lösungen
werten historische Unternehmensdaten aus und unterstützen die
Produktionsplanung für mehr als 5.000 Varianten von Ringläufern für
Textilmaschinen. Ein Power-BI-Dashboard visualisiert die Prognosen und
hilft den Planenden, fundierte Produktions- und Lagerentscheidungen zu
treffen.
Allen vier Projekten gemeinsam ist ein arbeitswissenschaftlicher Ansatz:
Die KI übernimmt keine Entscheidungen, sondern unterstützt Beschäftigte
dabei, komplexe Zusammenhänge besser zu verstehen und fundierte
Entscheidungen zu treffen. Der Mensch bleibt verantwortlich – die KI
schafft Transparenz, erweitert Erfahrungswissen und unterstützt
Lernprozesse.
Wer die Lösungen kennenlernen und mit den beteiligten Unternehmen ins
Gespräch kommen möchte, hat dazu auf der Abschlussveranstaltung von
WIRKsam Gelegenheit. Unter dem Motto „WIRKsam den Wandel gestalten – KI
für die Arbeit von morgen“ lädt das Kompetenzzentrum am 8. September 2026
nach Hürth ein.
Insbesondere der interaktive Marktplatz von 14:45 bis 16:45 Uhr bietet
Gelegenheit zum direkten Austausch mit Unternehmen, Wissenschaft und
Praxispartnern. Die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner von AUNDE,
Neusser Formblech, Müller Maschinentechnik und Reiners + Fürst werden vor
Ort sein und für Gespräche, Interviews und fachliche Fragen zur Verfügung
stehen.
Abschlussveranstaltung WIRKsam
Datum: 8. September 2026
Uhrzeit: 10:00–14:30 Uhr Bühnenprogramm | 14:45–16:45 Uhr Interaktiver
Marktplatz
Ort: WIRKsam Reallabor, Studio 6 & Studio 22, euronova CAMPUS, An der
Hasenkaule 10, 50354 Hürth
Hier können Sie sich anmelden:
https://www.eventbrite.com/e/w
Über das Kompetenzzentrum WIRKsam
Das Kompetenzzentrum WIRKsam unterstützt bei der Identifikation und
Auswahl von KI-Anwendungsfällen und begleitet insbesondere kleine und
mittlere Unternehmen bei der Einführung von KI. WIRKsam wurde im November
2021 gegründet und hat ein Reallabor auf dem euronova CAMPUS in Hürth. Das
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert
das Regionale Kompetenzzentrum für Arbeitsforschung unter dem
Förderkennzeichen 02L19C600ff. WIRKsam setzt sich aus fünf
Forschungsinstituten, drei Enablern, elf Anwendungs-unternehmen und elf
Value-Partnern zusammen. Zu den beteiligten Forschungsinstituten gehören
das Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University (ITA) und das
Institut für Mobile Autonome Systeme und Kognitive Robotik der FH Aachen
(MASKOR) sowie als Projektkoordinator das Institut für angewandte
Arbeitswissenschaft e.V. (ifaa) in Düsseldorf. Weitere Forschungspartner
sind das Fraunhofer-Institut für angewandte Informationstechnik, Sankt
Augustin (FIT) und der Lehrstuhl für Technik und Individuum der RWTH
Aachen University, Aachen (iTec). Das WIRKsam-Reallabor in Studio 6 auf
dem euronova CAMPUS gibt Einblicke in die aktuelle Forschungsarbeit.
Demonstratoren mit Einsatz von KI können live erprobt werden. Elf kleine
und mittelständische Unternehmen aus der Industrie beteiligen sich an dem
Forschungsprojekt und werden von dem interdisziplinären Wissenschaftsteam
begleitet.
Gerne vermitteln wir ein Interview mit unseren Expert*innen.
Kontakt für Redaktionen:
WIRKsam – Regionales Kompetenzzentrum der Arbeitsforschung
ANSPRECHPARTNERIN: Sarah Nellen
KONTAKT: 02233 600371-7, <
ANSPRECHPARTNERIN: Panagiota Papastefanis
KONTAKT: 0241 80-22107, <
