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Neue Säle zur Langen Nacht der Museen im Museum für Naturkunde Berlin

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Zur Langen Nacht der Museen am Samstag, 29. August, erhalten Besuchende
des Museums für Naturkunde Berlin erstmals Zugang zu den beiden neuen
Öffentlichen Sammlungssälen „Säugetierschädel“ und „Hirsche und
Hornträger“, die bislang ausschließlich Forschenden vorbehalten waren. Die
Führungen sind ein Höhepunkt des Abendprogramms und markieren zugleich
einen wichtigen Meilenstein der Museums-Evolution.

Die beiden Öffentlichen Sammlungen, die aus Mitteln des Zukunftsplanes
entstanden sind,  stehen beispielhaft für den Wandel des Museums. Sie
machen nicht nur einzigartige wissenschaftliche Bestände einsehbar,
sondern eröffnen neue Sichtweisen auf ihre Geschichte und verfolgen
deshalb bewusst einen multiperspektivischen Ansatz.
Die Medien in beiden Sälen entstanden in einem internationalen Co-
Kurationsprozess mit neun Co-Kurator:innen aus Tansania, Ruanda, Burundi,
Sambia, Togo, Kamerun, Kenia, Namibia und Ägypten. Gemeinsam mit den
natur- und geisteswissenschaftlichen Arbeitsgruppen des Museums wurden
wissenschaftliche Erkenntnisse mit lokalen Wissenssystemen, kulturellen
Erfahrungen und historischen Perspektiven zusammengeführt.

Die neuen Säle zeigen damit beispielhaft, wie naturkundliche Sammlungen
heute in internationaler Zusammenarbeit, dialogorientiert und
verantwortungsvoll einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden
können.

Die Verantwortung des Museums im Umgang mit kolonialen Sammlungsgut zeigt
auch die in diesem Jahr neue erschienene Publikation  „Umgang mit
kolonialen Objekten der Naturkunde. Empfehlungen, Forschung, Reflexionen“.
Entstanden in einem mehrjährigen Forschungsprojekt des Museums, lädt sie
zum internationalen Austausch sowie zum gemeinsamen Lernen über
wissenschaftliche Disziplinen hinweg ein.

„Naturkundliche Sammlungen sind weit mehr als Archive der biologischen
Vielfalt – sie sind Wissensspeicher über die Beziehungen zwischen Mensch
und Natur und zugleich Zeugnisse ihrer Zeit. Mit der Öffnung der neuen
Säle machen wir sichtbar, wo Forschung stattfindet und laden dazu ein, die
Geschichte der Objekte kritisch zu hinterfragen, die auch Teil unserer
Geschichte ist“, sagt Prof. Johannes Vogel, Generaldirektor des Museums
für Naturkunde Berlin.

Forschungssammlung: Hirsche und Hornträger

Die Forschungssammlung mit etwa 8.500 Geweihen und Gehörnen dokumentiert
die Vielfalt von Hirschartigen und anderen Hornträgern und zeigt zugleich,
wie historische Bestände bis heute unverzichtbare Grundlagen für die
Biodiversitätsforschung bilden. Gleichzeitig macht der neue Saal sichtbar,
welchen Einfluss koloniale Sammelpraktiken und politische
Machtverhältnisse auf ihren Aufbau hatten und lädt dazu ein, Herkunft und
Geschichte der Objekte kritisch zu hinterfragen.

Forschungssammlung: Säugetierschädel

Mit rund 150.000 Objekten, darunter 66.500 Schädel, zählt die
Säugetiersammlung des Museums zu den bedeutendsten weltweit. Viele
Präparate stammen vom afrikanischen Kontinent und gelangten um 1900 über
koloniale Netzwerke nach Berlin. Gemeinsam mit Expert:innen aus den
Herkunftsländern wurden ausgewählte Objekte neu interpretiert. Anhand von
Schädeln, unter anderem von Elefant, Löwe, Seekuh, Ducker und Schakal,
werden ihre kulturelle und spirituelle Bedeutung ebenso sichtbar wie die
Wege der Präparate nach Europa. So werden koloniale Verflechtungen ebenso
thematisiert, wie neue dekoloniale Perspektiven auf naturkundliche
Sammlungen.

Führungstermine Neue Säle

Die neuen Säle sind ausschließlich über Führungen zu besichtigen. Start
dafür ist die Lange Nacht der Museen am 29. August. Teilnahmekarten für
die Führungen erhalten Besuchende kostenfrei am Infocounter im
Sauriersaal, solange der Vorrat reicht. Die Teilnehmendenzahl ist
begrenzt. Voraussetzung ist ein gültiges Lange Nacht Ticket.

Weitere Führungstermine, die über die Homepage des Museums gebucht werden
können, sind:
Mi., 02.09., 23.09., 30.09. jeweils 18:00 Uhr
Mi., 14.10. und Do., 29.10. jeweils 18:00 Uhr
Mi., 11.11. und 18.11. jeweils 18:00 Uhr

Weitere Programm-Highlights zur Langen Nacht der Museen

Neben den Führungen in die Forschungssammlung erwartet die Besuchenden
während der Langen Nacht ein vielseitiges Programm. Wissenschaftler:innen
geben Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte, Führungen eröffnen neue
Perspektiven auf  und an Mitmachstationen können Gäste selbst aktiv
werden. Unter dem Skelett des Giraffatitan lädt das Museum außerdem zu
einem sommerlichen Abend mit Cocktails und Gesprächen ein.