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Antibiotika in der Tierhaltung: Einsatz sinkt leicht

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Bei Mastpopulationen besteht Potential zur Senkung
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewertet die
Antibiotikaverbrauchsmengen bei Rindern, Schweinen, Hühnern und Puten
sowie die Therapiehäufigkeiten verschiedener Nutzungsarten, darunter
zugekaufte Kälber, Milchkühe, Mastferkel und ‑schweine, Masthühner, Lege-
und Junghennen sowie Mastputen.

Der aktuelle Bericht für das Jahr 2025
zeigt einen leichten Rückgang der Gesamtverbrauchsmengen um etwa drei
Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Seit der Einführung des Antibiotika-
Minimierungskonzepts ist der Einsatz von für die Humanmedizin wichtigen
Wirkstoffen deutlich reduziert worden”, sagt BfR-Präsident Professor
Andreas Hensel. „Zudem sind in vielen neu in das System aufgenommenen
Nutzungsarten bereits leichte Rückgänge des Antibiotika-Einsatzes zu
verzeichnen. Bei den Masttieren sollte allerdings eine weitere Reduktion
angestrebt werden.“

Wissenschaftsbericht Antibiotika-Verbrauchsmengen und Therapiehäufigkeit
2025
https://www.bfr.bund.de/wissenschaftsbericht/antibiotika-verbrauchsmengen-
und-therapiehaeufigkeit-2025/


Entwicklung von Antibiotika-Einsatz und Therapiehäufigkeiten
Insgesamt wurde im Jahr 2025 in allen Nutzungsarten ein
Antibiotikaverbrauch von etwa 494 Tonnen erfasst. Dies entspricht einem
leichten Rückgang von etwa 3 % gegenüber dem Vorjahr. Die bei Rindern,
Schweinen, Hühnern und Puten erfassten Verbrauchsmengen von für die
Humanmedizin besonders wichtigen Wirkstoffen konnte seit Bestehen des
Antibiotika-Minimierungskonzeptes deutlich von über 66 Tonnen im Jahr 2014
nur bei Masttieren auf 29 Tonnen im Jahr 2025 bei allen Nutztieren
reduziert werden. Der Rückgang ist hauptsächlich auf die Reduktion des
Antibiotikums Colistin zurückzuführen.

Die Therapiehäufigkeit ging bei fast allen der im Jahr 2023 neu erfassten
Nutzungsarten zurück, besonders stark bei Legehennen (−55 %) und
Milchkühen (−7 %). Bei Masttieren stiegen die Therapiehäufigkeiten dagegen
zumeist an, am stärksten bei Masthühnern (+6 %) und Mastputen (+5 %).

Entwicklung der Antibiotika-Resistenzen
Die Resistenzentwicklung bei E. coli von Mastschweinen sowie Mastkälbern
und Jungrindern ist weniger positiv als noch vor zwei Jahren. Kurzfristig,
im Vergleich von 2025 zu 2023, stiegen die Resistenzraten bei E. coli von
Mastschweinen bei der Schlachtung gegenüber den Wirkstoffen
Sulfamethoxazol und Trimethoprim signifikant an. Die langfristigen Trends
für den Zeitraum von 2015 bis 2025 zeigen bei Mastschweinen lediglich
gegenüber einer einzigen Substanz eine statistisch signifikante Abnahme
der Resistenz, nämlich gegenüber Tetracyclin. Gleichzeitig gab es eine
statistisch signifikante Zunahme der Resistenz gegenüber dem Makrolid
Azithromycin.

Auch bei Mastkälbern und Jungrindern wurde eine kurzfristige signifikante
Zunahme der Resistenzraten gegenüber den Wirkstoffen Sulfamethoxazol und
Trimethoprim festgestellt. Langfristig stehen zwei statistisch
signifikanten Rückgängen von Resistenzraten (gegen Nalidixinsäure und
Azithromycin) sogar drei Zunahmen gegenüber (gegen Ampicillin,
Chloramphenicol und Tetracyclin). Angesichts des ansteigenden Antibiotika-
Einsatzes bei Masthühnern und ‑puten ist auch in diesen Nutzungsarten mit
weiteren Zunahmen der Resistenzen von E. coli zu rechnen.

Die rechtliche Grundlage für diesen Bericht bildet das
Tierarzneimittelgesetz (TAMG). Dieses schreibt vor, dass der Einsatz von
Antibiotika in Betrieben, die Rinder, Schweine, Hühner oder Puten halten,
dokumentiert und den zuständigen Landesbehörden mitgeteilt werden muss.
Das BfR erhält diese Daten in pseudonymisierter Form. Bis zum Jahr 2022
galt die Mitteilungspflicht nur für den Einsatz von Antibiotika bei
Masttieren. Seit dem 1. Januar 2023 gelten neue Regeln für die Erfassung
antibiotischer Anwendungen. Diese umfassten die Anpassung der
Nutzungsarten, eine neue Kategorie der Antibiotika-Beobachtung, die
Übertragung der Mitteilungsverpflichtung über Antibiotikaanwendungen von
den Tierhaltenden auf die behandelnden Tierärztinnen und Tierärzte sowie
die Einführung eines Gewichtungsfaktors für besonders wichtige
antibiotische Wirkstoffe für die Humanmedizin.

Weitere Informationen auf der BfR-Website zum Thema Antibiotika
Fragen und Antworten zu Antibiotika-Einsatz in der Nutztierhaltung
https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/fragen-und-antworten-
zu-den-auswirkungen-des-antibiotika-einsatzes-in-der-nutztierhaltung/


BfR-Mitteilung BfR-MEAL-Studie: Antibiotika-Gehalte in Forellenfilet,
Schweinefleisch und Putenfleisch gering
https://www.bfr.bund.de/mitteilung/bfr-meal-studie-antibiotika-gehalte-in-
forellenfilet-schweinefleisch-und-putenfleisch-gering/