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„Infrastruktur(en)“ – ARL-Journal 01/2026 ist online verfügbar!

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Infrastrukturen sind allgegenwärtig und doch bleiben sie im Alltag häufig
unsichtbar. Sie fallen auf, wenn sie ausfallen, wenn z. B. der Strom
wegbleibt, die Schule schließt, das Bahnnetz oder das Internet
zusammenbricht. In Zeiten des Funktionierens hingegen sind sie das
Selbstverständlichste der Welt: die unsichtbare Voraussetzung des
gesellschaftlichen Alltags, das Rückgrat, auf dem Wirtschaft, Wohlstand
und Zusammenleben ruhen.

Gerade in dieser Unsichtbarkeit liegt eine
politisch-planerische und wissenschaftliche Herausforderung:
Infrastrukturen werden unterschätzt – in ihrer Fragilität, in ihrer
Gestaltungsmacht, in ihrer Zukunftsbedeutung.

Das vorliegende Themenheft nimmt einige infrastrukturbezogene
Herausforderungen in den Blick. Es versammelt Beiträge, die
Infrastrukturen in ihrer Breite denken – nicht nur als technische Systeme,
sondern als gesellschaftliche Verhältnisse, die den Raum strukturieren.
Als Ausdruck politisch-planerischer Entscheidungen, als Bedingung sozialer
Teilhabe und als Hebel der notwendigen sozial-ökologischen Transformation.

Timothy Moss richtet den Blick auf Berliner Infrastrukturgeschichte(n) und
zeigt, wie sich Geschichte als Orientierungshilfe für gegenwärtige
Herausforderungen und heutige Transformationsanforderungen nutzen lässt.

Cordula Kropp plädiert für einen Paradigmenwandel in der
Infrastrukturpolitik und rückt Infrastrukturen als Hebel der sozial-
ökologischen Transformation in den Fokus.

Angela Million und Janet Merkel illustrieren das Potenzial der
Mehrfachnutzung von Infrastrukturen und zeigen, dass räumliche Planung und
Gestaltung nicht nur die Verteilung von Infrastrukturen beeinflusst,
sondern auch, ob, wie und von wem diese zeitlich genutzt werden können.

Karsten Zimmermann und Lena Unger blicken auf Rechenzentren als den
materiellen Kern digitaler Infrastruktur und skizzieren erste
international vergleichende Betrachtungen der Governance von Rechenzentren
in sechs Staaten.

Angesichts der weltweit stark veränderten Sicherheitslagen befassen sich
Axel Priebs und Andreas Klee mit Fragen der Verteidigung und dem
Bevölkerungsschutz. Resiliente Infrastrukturen sind dabei kein
Selbstzweck, sondern die Voraussetzung für die Handlungsfähigkeit des
Staates in Krisenzeiten.

Elke Dahlbeck und Stefan Gärtner fragen, wie Infrastrukturinvestitionen
angesichts wachsender kommunaler Verschuldung gesichert werden können. Das
ist besonders bedeutsam, da sich gerade auf kommunaler Ebene die
Lebensqualität und die Sicherung von Teilhabe entscheiden.

Jana Liebe und Christoph Frenkel stellen am Beispiel der Thüringer
Industrie dar, wie die Dekarbonisierung der Energieversorgung gelingen
kann. Sie bündeln Erkenntnisse aus sieben Jahren angewandter
Energieforschung.