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Textilfabrik 7.0: Smarte Jacke, Lasertechnik und Mikroplastik. Ministerin Mona Neubaur erprobt textile Innovationen

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Im Rahmen ihrer Sommertour erlebte Mona Neubaur, Ministerin für
Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-
Westfalen, die Textilfabrik 7.0 in Mönchengladbach hautnah. Im Mittelpunkt
standen innovative Technologien und nachhaltige Alternativen für die
Textilproduktion unter dem Motto „smart und clean“: Von der smarten Jacke
bis hin zur Entfärbung von Textilien mittels Pilzkulturen.

Projektmitarbeitende des Forschungsinstituts für Textil und Bekleidung
(FTB) der Hochschule Niederrhein und des Instituts für Textiltechnik (ITA)
der RWTH Aachen präsentierten Ministerin Neubaur, dem Oberbürgermeister
von Mönchengladbach Felix Heinrichs und Vertretern der Landespolitik
innovative Technologien und Verfahren, die in T7 erarbeitet wurden.

Mit der Textilfabrik 7.0 entsteht im Monforts Quartier ein Reallabor, in
dem innovative Technologien und Produktionsprozesse unter realen
Bedingungen entwickelt, erprobt und für die industrielle Anwendung
weiterentwickelt werden. Ziel ist es, im Rheinischen Revier eine
wirtschaftlich tragfähige, CO₂-neutrale und zirkuläre Textilproduktion
voranzubringen. Die Hallen der T7-Factory im Monforts Quartier werden
derzeit mit Maschinen befüllt. Die bereits entstandenen Innovationen
wurden den Besuchern des Events im Technologiezentrum für Textilveredelung
der Hochschule Niederrhein präsentiert.

Smart: Textile Produktion wird intelligent und digital

Unter dem Stichwort „smart“ erprobte die Ministerin zahlreiche
Innovationen: Mithilfe einer smarten Jacke konnten ihre Bewegungen und
Körperdaten erfasst und über eine App abgebildet werden. Durch die
Anreicherung von Textilien mit Sensorik entstehen neue
Anwendungsmöglichkeiten, insbesondere im Gesundheitsbereich. Eine smarte
Jacke kann bei physiotherapeutischen Übungen eingesetzt werden, um
Bewegungsabläufe digital nachzuvollziehen und gezielt Feedback geben zu
können. An einer Stickmaschine wurde außerdem gezeigt, wie leitfähiges
Garn in textile Strukturen integriert werden kann. Auch KI-Anwendungen
wurden demonstriert: Mithilfe von KI lassen sich Naturfasern analysieren
und beispielsweise Materialzusammensetzungen schneller und präziser
bestimmen. Projektmitarbeitende präsentierten außerdem digitale
Fertigungsverfahren wie den Laserdruck.

„Im Rheinischen Revier wird schon jetzt Zukunft gemacht – mit innovativen
und nachhaltigen Lösungen für Industrie und Menschen vor Ort. Digitale
Anwendungen, Künstliche Intelligenz und nachhaltige Verfahren werden hier
nicht nur gezeigt, sondern weiterentwickelt und erprobt. Für ein Produkt,
das sich ganz nah am Anwender orientiert: Wenn smarte Jacken aus
intelligentem Textilgewebe Vitaldaten messen, hilft das Menschen ganz
konkret, gesund zu bleiben oder zu werden. Das hilft nicht nur den
Menschen, es schafft auch konkrete Perspektiven für eine wettbewerbsfähige
und zugleich nachhaltige Textilproduktion.“, sagt Mona Neubaur, Ministerin
für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-
Westfalen.

Clean: Nachhaltige Alternativen für textile Prozesse

Unter dem Stichwort „clean“ wurden unter anderem Ansätze vorgestellt, bei
denen Textilien mithilfe von natürlichen Farbstoffen, beispielsweise aus
Tee oder Granatapfelschalen, gefärbt werden können. Auch für das Entfärben
und Bleichen von Textilien werden alternative Verfahren entwickelt.
Außerdem wurde gezeigt, wie eine Jeans mithilfe von Lasertechnik oder
Pilzkulturen entfärbt werden kann. Aus der dabei entstehenden Substanz
können sogar vegane Lederalternativen hergestellt werden. Ebenso konnte
der Prüfstand zur Bestimmung von faserigem Mikroplastik im Abwasser von
Waschmaschinen besichtigt werden.

Oberbürgermeister Felix Heinrich: „Der Rundgang heute hat eindrucksvoll
gezeigt, wie viel textile Expertise und Innovationskraft in
Mönchengladbach und der Region vorhanden ist. Schon heute können hier ganz
unterschiedliche Technologien und Anwendungen praktisch erlebbar gemacht
werden. Das zeigt, welches Potenzial in der Verbindung von Wissenschaft,
Wirtschaft und dem traditionsreichen Textilstandort Mönchengladbach steckt
und welche Chancen sich für nachhaltiges Wachstum und Wohlstand in der
Zukunft ergeben.“

Eine klare gemeinsame Zukunftsvision

Der Besuch machte deutlich: Innovation entsteht nicht allein im Labor.
Entscheidend ist der Schritt in die praktische Anwendung. Genau hier setzt
die Textilfabrik 7.0 an. Mit den vier Kernbereichen On-Demand-Fertigung,
MicroFactory Engineering, Digital Textiles und Biosphere verbindet T7
technologische Innovation mit Nachhaltigkeit und schafft damit eine
Plattform für die textile Produktion von morgen. Dabei steht eine
gemeinsame Frage im Mittelpunkt: Wie kann die Textilproduktion
gleichzeitig „smarter“, „cleaner“ und wirtschaftlich tragfähig werden?

Prof. Dr. Rabe (HSNR) und Prof. Dr. Gries (RWTH) betonten gegenüber der
Ministerin:  Das Motto „smart and clean“ ist keine abstrakte Vision,
sondern kann bereits heute konkret erlebt und erprobt werden, es ist reif
für die Anwendung.

Über T7:
T7 ist ein Gemeinschaftsprojekt des Forschungsinstituts für Textil und
Bekleidung (FTB) der Hochschule Niederrhein, des Instituts für
Textiltechnik (ITA) an der RWTH Aachen, des Verbandes der
Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie, des Verbandes der
Rheinischen Textil- und Bekleidungsindustrie, mit der Textilakademie NRW
sowie der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE)
über die Förderrichtlinie zur Stärkung der Transformationsdynamik und
Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten „STARK“, dem
Land Nordrhein-Westfalen im Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für
Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie (MWIKE) des Landes
Nordrhein-Westfalen gemäß der Rahmenrichtlinie zur Umsetzung des
Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG) Nordrhein-Westfahlen (RRL)
sowie durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
(BMFTR) gefördert. Wir danken den Fördergebern für das Vertrauen.