PM BIÖG: Weniger junge Menschen konsumieren Alkohol – Rauschtrinken bleibt aber weiterhin auf hohem Stand
Immer weniger Jugendliche und junge Erwachsene trinken Alkohol – und sie
beginnen später damit. Das zeigen die aktuellen Daten der
Drogenaffinitätsstudie 2025 des BIÖG. Der wöchentliche Alkoholkonsum liegt
bei jungen Menschen auf einem historischen Tiefstand. Doch beim
Rauschtrinken zeigt sich ein gemischtes Bild: Unter jungen Frauen ist es
deutlich zurückgegangen, während es bei Jugendlichen und jungen Männern
weiterhin stark verbreitet bleibt. Gezielte Prävention ist deshalb
weiterhin wichtig, um riskante Konsummuster zurückzudrängen.
Immer weniger Jugendliche und junge Erwachsene trinken Alkohol und das
Durchschnittsalter beim ersten Glas Alkohol ist gestiegen – das zeigen die
Daten der Drogenaffinitätsstudie 2025 zum Alkoholkonsum junger Menschen in
Deutschland, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit heute
veröffentlicht. Besonders auffällig: Im Vergleich zur vorherigen Befragung
2023 konsumierten weniger junge Frauen Alkohol, auch beim Rauschtrinken
gab es bei ihnen einen signifikanten Rückgang. Bei Jugendlichen und jungen
Männern blieb das Rauschtrinken aber weiterhin auf einem hohen Niveau.
Ausgewählte Daten der Drogenaffinitätsstudie
Immer weniger 12- bis 17-Jährige probieren Alkohol aus:
• Im Jahr 2025 hatten 60,7 Prozent der männlichen und 57,0
Prozent der weiblichen Jugendlichen zumindest einmal im Leben Alkohol
getrunken. Das sind rund ein Drittel weniger als 2001 (männlich: 88,3 %;
weiblich: 85,5 %).
Weniger 12- bis 17-jährige Jugendliche und weniger junge Erwachsene im
Alter von 18 bis 25 Jahren konsumieren aktuell Alkohol. Die Anteile derer,
die innerhalb der letzten 30 Tage Alkohol konsumiert haben, sind
zurückgegangen:
• Bei den 12- bis 17-Jährigen sanken die Werte der 30-Tage-
Prävalenz von 58,4 Prozent in 2004 auf 32,9 Prozent in 2025.
• Bei 18- bis 25-Jährigen verringerten sich die Werte von
84,4 Prozent (2004) auf 69,3 Prozent (2025).
Rauschtrinken, also der Konsum größerer Mengen Alkohol bei einer
Gelegenheit, geht nur bei jungen Frauen zurück:
• Rauschtrinken wurde 2025 von knapp 15 Prozent der
Jugendlichen in den letzten 30 Tagen vor der Erhebung praktiziert
(männliche Jugendliche: 14,8 %, weibliche Jugendliche: 14,7 %). Damit war
Rauschtrinken ähnlich weit verbreitet wie vor der Corona-Pandemie.
• Auch bei den jungen Männern veränderte sich das
Rauschtrinken (2025: 45,8 %) im zeitlichen Verlauf nur wenig. Bei den
jungen Frauen kam es zwischen 2023 und 2025 jedoch zu einem statistisch
signifikanten Rückgang auf 26,1 Prozent. Zuvor lagen die Werte – mit
Ausnahme der Corona-Pandemie – immer bei 30 Prozent oder mehr.
Rauschtrinken ist für junge Menschen besonders riskant, weil sich Gehirn
und Körper noch entwickeln. Alkohol kann diese Prozesse stören und erhöht
zugleich das Risiko für Unfälle, Verletzungen und riskantes Verhalten.
Denn das Gehirn ist mit 18 noch nicht ausgereift: Bis mindestens Anfang 20
finden wichtige Entwicklungsprozesse statt, die Alkohol beeinträchtigen
kann.
Wöchentlicher Alkoholkonsum geht in allen Gruppen weiter zurück:
• Positiv haben sich die Anteile der Jugendlichen und jungen
Erwachsenen entwickelt, die in den letzten zwölf Monaten wöchentlich
Alkohol konsumiert haben. Die Anteile haben sich deutlich reduziert und
lagen in 2025 mit 6,8 Prozent bei Jugendlichen und 25,0 Prozent bei jungen
Erwachsenen auf einem historischen Tiefststand.
Die aktuellen Studiendaten zeigen auch, dass der Einstieg in den
Alkoholkonsum heute später als noch vor 20 Jahren erfolgt: So hat sich das
Durchschnittsalter beim ersten Glas Alkohol von 14,1 Jahren im Jahr 2004
auf 15,1 Jahre im Jahr 2025 erhöht.
Prof. Dr. Hendrik Streeck, Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und
Drogenfragen: „Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Junge
Menschen trinken heute seltener, sie beginnen später mit Alkohol, und der
regelmäßige Konsum liegt auf einem historischen Tiefstand. Das ist
ermutigend. Es wäre aber falsch, daraus Entwarnung abzuleiten. Gerade beim
Rauschtrinken sehen wir, dass riskanter Alkoholkonsum unter Jugendlichen
und jungen Männern weiterhin weit verbreitet ist.
Alkohol trifft junge Menschen in einer Lebensphase, in der sich Gehirn und
Körper noch entwickeln. Deshalb müssen unsere Regeln zu dem passen, was
wir heute über diese Risiken wissen. Die Abschaffung des begleiteten
Trinkens ab 14 Jahren ist daher ein längst überfälliger Schritt. Das ist
für mich nicht mehr zeitgemäß. Jugendschutz muss dort besonders klar sein,
wo gesundheitliche Risiken besonders groß sind.“
Dr. Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für
Öffentliche Gesundheit: „Die Daten zeigen, dass Prävention wirkt – aber
nicht alle jungen Menschen gleichermaßen erreicht. Besonders der Rückgang
des Rauschtrinkens bei jungen Frauen ist erfreulich. Bei Jugendlichen und
jungen Männern bleibt riskanter Alkoholkonsum dagegen weiterhin ein Thema.
Deshalb setzen wir früh an: Mit ‚Klar bleiben‘ erreichen wir Schulklassen
direkt, über unsere digitalen Angebote informieren wir verständlich über
Risiken und unterstützen junge Menschen dabei, gute Entscheidungen zu
treffen. Gleichzeitig helfen wir Kommunen mit Vortiv, Alkoholprävention
vor Ort wirksam umzusetzen.“
BIÖG-Studie „Die Drogenaffinität Jugendlicher und junger Erwachsener in
Deutschland 2025“
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, ehemals BZgA)
untersucht seit 1973 mit wiederholt durchgeführten
Repräsentativbefragungen den Substanzkonsum Jugendlicher und junger
Erwachsener in Deutschland. Für die Drogenaffinitätsstudie 2025 wurden
7.001 junge Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren im Zeitraum April bis
Juli 2025 befragt.
Ein Infoblatt mit ausgewählten Ergebnissen der Drogenaffinitätsstudie zum
Alkoholkonsum der 12- bis 25-Jährigen in Deutschland ist im Pressebereich
zum Download hinterlegt: https://www.bioeg.de/presse/da
fakten/suchtpraevention
Der Bericht „Die Drogenaffinität Jugendlicher und junger Erwachsener in
Deutschland 2025. Teilband Alkohol.“ ist ebenfalls als Download verfügbar:
https://www.bioeg.de/forschung
ab-1997/suchtpraevention/
Informationsangebote des BIÖG zur Alkoholprävention
• https://www.kenn-dein-limit.
Fachkräfte
• https://www.alkoholfrei-
Sportvereine
• https://www.instagram.com/nul
• https://www.instagram.com/alk
• https://www.tiktok.com/@alkoh
• https://www.youtube.com/alkoh
• https://www.facebook.com/alko
• Schulklassenwettbewerb: https://www.klar-bleiben.de
Broschüren und Flyer des BIÖG
als Printmedien bestellbar oder zum Download:
https://shop.bioeg.de/alle-kat
Telefonische Beratung zur Suchtvorbeugung:
Unter der Telefonnummer 0221 - 89 20 31. Montag bis Donnerstag von 10 bis
22 Uhr und Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr zum Preis entsprechend
der Preisliste des Telefonanbieters für Gespräche in das deutsche
Festnetz.
Das BIÖG kooperiert bei vielen Angeboten zur Alkoholprävention mit dem
Verband der Privaten Krankenversicherung e. V.
Bestellung der kostenlosen Materialien des Bundesinstituts für Öffentliche
Gesundheit unter:
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, 50819 Köln
Online-Bestellsystem: https://shop.bioeg.de/
E-Mail:
