DIVI26: Intensivpflege im Wandel: "Wir sollten die Versorgung mehr am Menschen ausrichten"
Die Intensiv- und Notfallmedizin befindet sich in einem tiefgreifenden
Wandel: Moderne Behandlungsmöglichkeiten verbessern das Überleben schwer
erkrankter Menschen, zugleich rücken die Lebensqualität der Patienten und
die Rückkehr in einen selbstbestimmten Alltag stärker in den Fokus. Doch
welche Rolle übernehmen Pflegefachpersonen dabei? Diese Frage beleuchtet
der DIVI-Kongresspräsident Rolf Dubb auf der Kongresspressekonferenz zum
DIVI26, die am 2. Dezember 2026 von 10 bis 11 Uhr online und vor Ort im
Congress Center Hamburg (CCH) stattfindet.
Hier können Sie sich jetzt schon online dafür anmelden.:
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Der diesjährige Kongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für
Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI) tagt vom 2. bis zum 4. Dezember
2026 in Hamburg unter dem Motto „Der Mensch im Mittelpunkt“.
Pflegefachpersonen sind heute hoch qualifiziert, verfügen über
Fachweiterbildungen und zunehmend über akademische Abschlüsse. „Gerade in
der Intensiv- und Notfallmedizin tragen sie eine große Verantwortung, die
die traditionelle Trennung zwischen ärztlichen und pflegerischen
Zuständigkeiten überholt erscheinen lässt“, betont Rolf Dubb,
Kongresspräsident des DIVI26 und Fachbereichsleiter Weiterbildung an den
Kreiskliniken Reutlingen gGmbH. „In den High-Care-Bereichen ist eine
interprofessionelle Versorgung auf Augenhöhe heute bereits etablierte
Praxis: Sie zeigt sich in gemeinsamen Fallbesprechungen,
professionsübergreifend entwickelten SOPs und der interprofessionellen
Erarbeitung von Leitlinien.“ Personalmangel, Kostendruck und unklare
Befugnisse erschweren es jedoch, das Potenzial von Advanced Practice
Nursing (APN) auszuschöpfen. „Auf Masterniveau qualifizierte und
promovierte Pflegefachpersonen können in APN-Rollen wissenschaftliche
Expertise unmittelbar ans Patientenbett bringen. Im ärztlich zentrierten
Versorgungsalltag zählt aber häufig noch die Berufsbezeichnung mehr als
die tatsächliche Handlungskompetenz“, so Dubb.
Auch Professor Uwe Janssens, ebenfalls Kongresspräsident des DIVI26,
unterstreicht die Bedeutung einer konsequent interprofessionellen
Zusammenarbeit: „Eine moderne Intensiv- und Notfallmedizin gelingt nur im
Team. Pflegefachpersonen, Ärztinnen und Ärzte sowie alle weiteren
Gesundheitsfachberufe bringen jeweils unverzichtbare Kompetenzen ein.
Entscheidend ist, dass wir diese Expertise auf Augenhöhe zusammenführen,
Verantwortung gemeinsam tragen und Entscheidungen im Interesse unserer
Patientinnen und Patienten treffen. Die Versorgung darf nicht von
Hierarchien, sondern muss von Kompetenz, gegenseitigem Respekt und einem
gemeinsamen Behandlungsziel geprägt sein.“
Personalmangel trifft die Versorgung direkt
Der zunehmende Personaldruck belastet sowohl ärztliche als auch
pflegerische Teams. Fehlende ambulante Angebote und knappe
Bettenkapazitäten verstärken zusätzlich den Druck auf die Notaufnahmen und
wirken sich bis auf die Intensivstationen aus. „Zeit für Gespräche mit den
Patienten, Mobilisation oder persönliche Zuwendung wird dadurch zunehmend
knapp“, erwähnt der Kongresspräsident.
Wirtschaftlichkeit muss der Versorgung dienen – nicht umgekehrt
Vor diesem Hintergrund sieht Dubb aktuelle gesundheitspolitische
Entwicklungen kritisch. Personaluntergrenzen allein seien keine
ausreichende Antwort auf den Personalmangel. Auch die geplanten
Veränderungen beim Pflegebudget ab 2027 bereiten ihm Sorge. „Pflege darf
nicht erneut vorrangig als Kostenfaktor betrachtet werden. Wie viel Zeit
und welche Maßnahmen Medizin und Pflege erfordern, kann nicht ein junger
Betriebswirtschaftler am Schreibtisch festlegen. Ärztinnen, Ärzte und
Pflegefachpersonen müssen auf Grundlage ihrer fachlichen Expertise
definieren, was für eine sichere Versorgung und eine gute Lebensqualität
der Patientinnen und Patienten notwendig ist“, kritisiert Dubb.
Wirtschaftliche Verantwortung sei notwendig, müsse sich aber an den
Anforderungen einer sicheren und hochwertigen Versorgung orientieren.
Versorgung sollte sektorenübergreifend gedacht werden
Für die Zukunft der Notfall- und Intensivmedizin ist es aus Sicht der
Pflege entscheidend, die gesamte Versorgungskette stärker zu vernetzen.
Gerade an den Übergängen zwischen den Versorgungsbereichen braucht es
Verbesserungen: verlässliche Übergaben, früh geplante Weiterbetreuung und
einen unkomplizierten Austausch zwischen Klinik und nachversorgenden
Strukturen. „Unser Ziel, Patientinnen und Patienten optimal zu versorgen,
darf nicht mit der Entlassung aus dem Krankenhaus enden“, betont Dubb. Um
eine gute Nachsorge zu gewährleisten, können Community Health Nurses ein
wichtiges Bindeglied sein, beispielsweise bei der Begleitung chronisch
erkrankter Menschen oder der Versorgung chronischer Wunden.
Aktuelle Fallbeispiele aus der Pflege sind Thema beim DIVI26
Beim DIVI26 sollen diese aktuellen Herausforderungen anhand konkreter
Situationen diskutiert werden: Was geschieht, wenn auf einer
Intensivstation das Personal für ein weiteres Bett fehlt? Wie lassen sich
Übergaben vom Rettungsdienst in die Notaufnahme sicher gestalten? „Ich
erhoffe mir von diesen Gesprächen greifbare Ergebnisse wie gemeinsame
interprofessionelle Prozeduren und klarere Zuständigkeiten“, so Dubb.
Über den DIVI26
Der 26. Kongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für
Intensiv- und Notfallmedizin e. V. (DIVI) findet vom 2. bis 4. Dezember
2026 im Congress Center Hamburg statt. Unter dem Motto „Der Mensch im
Mittelpunkt“ werden mehrere Tausend Teilnehmende aus Intensiv- und
Notfallmedizin, Pflege, Rettungsdienst, Wissenschaft, Therapie, Management
und Ausbildung erwartet.
Kongresshomepage: https://kongress.divi.de/
Kongress-Pressekonferenzen
Im Fokus der Pressekonferenzen zum DIVI26 stehen neben der Rolle von KI
und anderen neuen Technologien in der Intensiv- und Notfallmedizin auch
die Situation der Pflege im Spannungsfeld von Hightech, Personalmangel und
Gesundheitsreformen. Im Fokus stehen zudem Themen wie Advance Care
Planning, Patientenwünsche am Ende des Lebens und ethische Fragen der
Intensiv- und Notfallmedizin. Gerne können Sie sich schon jetzt hier für
die Vorab-Online-Pressekonferenz am 26. November anmelden:
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Die detaillierten Programme zu den Pressekonferenzen sind derzeit noch in
Arbeit. Sie können sich zudem bereits jetzt über das untenstehende
Akkreditierungsformular für die hybride Kongress-Pressekonferenz anmelden,
die am Mittwoch, den 2. Dezember von 10 bis 11 Uhr stattfindet.
Vorab-Online-Pressekonferenz zum DIVI26
Termin: Donnerstag, 26. November 2026, 11 bis 12 Uhr
Kongress-Pressekonferenz zum DIVI26
Termin: Mittwoch, 2. Dezember 2026, 10 bis 11 Uhr
