Microverse Center Jena eröffnet: Neues Zentrum für exzellente Mikrobiomforschung
Drei Tage nach der Entscheidung über ihre Förderung als
Exzellenzuniversität hat die Friedrich-Schiller-Universität Jena das
Microverse Center Jena (MCJ) auf dem Beutenberg-Campus offiziell eröffnet.
An der Feier nahmen unter anderem Bundesforschungsministerin Dorothee Bär,
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt und der Thüringer
Wissenschaftsminister Christian Tischner sowie rund 140 weitere geladene
Gäste teil. Der Forschungsneubau in der Rosalind-Franklin-Straße 5 bietet
dem Exzellenzcluster „Balance of the Microverse“ Raum für gemeinsame
Forschung und wissenschaftlichen Austausch.
„Die Auszeichnung als Exzellenzuniversität ist eine große Anerkennung für
unsere gesamte Universität und für das, was hier gemeinsam geleistet wird.
Die wissenschaftliche Stärke unserer beiden Exzellenzcluster hat dafür die
entscheidende Voraussetzung geschaffen. Mit dem Microverse Center geben
wir dieser exzellenten Forschung nun einen Ort, der neue Möglichkeiten für
Zusammenarbeit, Austausch und neue Ideen eröffnet“, sagt
Universitätspräsident Prof. Dr. Andreas Marx.
5.000 Quadratmeter für interdisziplinäre Mikrobiomforschung
In den Forschungsbau wurden insgesamt 55,6 Millionen Euro investiert.
Davon tragen der Freistaat Thüringen 27,8 Millionen Euro, der Bund 20,6
Millionen Euro und die Universität Jena 7,2 Millionen Euro. Im Mittelpunkt
der Forschung des Exzellenzclusters stehen mikrobielle Gemeinschaften und
die Frage, wie ihr Gleichgewicht entsteht, erhalten bleibt oder gestört
wird. Dafür bringt „Balance of the Microverse“ Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen. Das neue
Gebäude bietet auf rund 5.000 Quadratmetern Platz für etwa 200
Mitarbeitende sowie zusätzliche Arbeitsplätze für Promovierende und
internationale Gäste. Zur Ausstattung gehören flexibel nutzbare Labore für
mikrobiologische, biochemische und optische Forschung sowie Flächen für
Begegnungen und Tagungen.
So fortschrittlich die Forschung im MCJ künftig ist, war auch der Weg
dorthin: „Die Planung mit Building Information Modeling hat dafür gesorgt,
dass alle Projektbeteiligten in einem digitalen Modell mit denselben
Informationen arbeiten und Änderungen im Bauprozess früh erkennen konnten.
Gleichzeitig haben wir mit Lean Management die Planungs- und Bauabläufe
eng aufeinander abgestimmt, was zur erfolgreichen Fertigstellung des
Projekts zusätzlich beitrug“, sagt Katrin Werner, Projektleiterin beim
verantwortlichen Projektsteuerer Drees & Sommer.
Moderne Architektur für Forschung und Austausch
Der Hybridbau aus Stahlbeton und Holz mit Holzfassade, Photovoltaikanlage,
Gründach und großen Wärmespeichern ist darauf ausgelegt, Forschung und
Austausch auch räumlich eng miteinander zu verbinden. Beteiligt sind
Forschende aus Biowissenschaften, Chemie, Geowissenschaften, Medizin,
Informatik und Physik sowie aus zahlreichen außeruniversitären
Forschungseinrichtungen in Jena.
„Das Microverse Center soll ein Kristallisationspunkt für die
Mikrobiomforschung werden: ein Ort, an dem Forschende aus Jena und aller
Welt ihre Expertise zusammenbringen und gemeinsam neue Fragen angehen, um
besser zu verstehen, wie mikrobielle Gemeinschaften unsere Umwelt, unsere
Gesundheit und damit unsere Lebensgrundlagen beeinflussen. Mit unserer
Forschung wollen wir dazu beitragen, Lösungen für zentrale Zukunftsfragen
der Menschheit zu entwickeln. Die Förderung als Exzellenzuniversität gibt
uns Rückenwind, diese Zusammenarbeit international weiter auszubauen“,
sagt Prof. Dr. Kirsten Küsel, Sprecherin des Exzellenzclusters.
Im Rahmen der Eröffnungsfeier wurde das Microverse Center Jena offiziell
übergeben. Nach der Begrüßung durch Universitätspräsident Prof. Dr.
Andreas Marx sprachen Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt Grußworte. In zwei
Gesprächsrunden erörterten Thüringens Finanzministerin Katja Wolf,
Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Christian
Tischner, Staatssekretärin Milen Starke, Andreas Marx, Kirsten Küsel,
Georg Pohnert und Michael Rommel – einer der Architekten des Gebäudes –
unterschiedliche Perspektiven auf den Wissenschaftsstandort Jena und das
neue Forschungszentrum. Eine symbolische Baumwidmung bildete den Abschluss
der Einweihungsfeier. Anschließend hatten die Gäste Gelegenheit, das
Gebäude und seine Forschungsstationen kennenzulernen und miteinander ins
Gespräch zu kommen.
