Fraunhofer ZESS stärkt Technologietransfer und nachhaltige Energiespeicherforschung in Deutschland
Mit einem Festakt hat die Fraunhofer-Gesellschaft am 5. Oktober 2026 den
Neubau des Fraunhofer-Zentrums für Energiespeicher und Systeme ZESS in
Braunschweig offiziell eröffnet. Der Bund und das Land Niedersachsen haben
rund 49,85 Millionen Euro in den Forschungsbau investiert. Auf etwa 3300
Quadratmetern, darunter ca. 1750 Quadratmeter Laborfläche sowie ein 450
Quadratmeter großer Trockenraum, bietet er den Forschenden eine
hochmoderne Infrastruktur für die Entwicklung von Festkörperbatterien der
nächsten Generation sowie von innovativen Wasserstofftechnologien.
Bei der Begrüßung der rund 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und
Wissenschaft betonte Prof. Constantin Häfner, Vorstand für Forschung und
Transfer der Fraunhofer-Gesellschaft, die strategische Bedeutung des neuen
Zentrums innerhalb der Fraunhofer-Forschungslandschaf
Batterie- und Wasserstofftechnologien entscheiden über die Energie- und
Mobilitätswende – und über die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie. Mit
dem Fraunhofer ZESS machen wir aus Erfindungen industrielle Innovationen
und stärken so Wertschöpfung und technologische Souveränität in
Deutschland und Europa.«
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär würdigte das Zentrum als wichtigen
Baustein für die Innovationsfähigkeit Deutschlands: »Die Entwicklung
leistungsfähiger Batterie- und Wasserstofftechnologien wird maßgeblich
darüber entscheiden, wie wettbewerbsfähig und souverän Deutschland und
Europa in den kommenden Jahrzehnten sein werden. Mit dem Fraunhofer ZESS
investieren wir gezielt in eine Forschungsinfrastruktur, die
Spitzenforschung mit industrieller Umsetzung verbindet. Das stärkt die
internationale Position Deutschlands in zentralen Technologiefeldern ganz
im Sinne unserer Hightech Agenda Deutschland.«
Auch Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs hob die strategische
Bedeutung des neuen Zentrums hervor: »In Niedersachsen setzen wir gezielt
auf Zukunftstechnologien, die Wertschöpfung, Innovation und qualifizierte
Arbeitsplätze sichern. Die Investition in das Fraunhofer ZESS ist dafür
ein hervorragendes Beispiel. Der neue Standort ergänzt das
niedersächsische Batterie- und Wasserstoffökosystem und schafft beste
Voraussetzungen dafür, Forschungsergebnisse schneller in industrielle
Anwendungen zu überführen. Damit schaffen wir hervorragende
Rahmenbedingungen für Wissenschaft, Technologietransfer und
wirtschaftliche Entwicklung.«
Prof. Anja Hesse, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt
Braunschweig, betonte: »Das Fraunhofer ZESS steht beispielhaft für die
Innovationskraft der Region Braunschweig, die zu den forschungsstärksten
Regionen Europas zählt. Der neue Forschungsbau ist ein wichtiger Impuls
für Braunschweig als Wissenschafts- und Innovationsstandort und setzt ein
wichtiges Zeichen für die Zukunftsfähigkeit unserer Region.«
Prof. Angela Ittel, Präsidentin der Technischen Universität Braunschweig,
ergänzte: »Mit dem Fraunhofer ZESS gewinnt unsere international
renommierte Batterieforschung einen starken Partner auf dem Weg in die
industrielle Anwendung. Gemeinsam mit unserer Battery LabFactory und dem
Center for Circular Production of Next Batteries and Fuel Cells (CPC)
werden wir ressourcenschonende Technologien vorantreiben, von denen wir
hier in der Region – und weit darüber hinaus profitieren.«
Auch Prof. Christoph Herrmann, Institutsleiter des Fraunhofer IST und
Sprecher des Fraunhofer ZESS, unterstrich die enge Vernetzung mit der TU
Braunschweig, innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft und mit
Industriepartnern: »Am Fraunhofer ZESS betrachten wir die gesamte
Prozesskette – von neuen Materialien über Produktionstechnologien bis hin
zu Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Indem wir komplementäre
Kompetenzen bündeln, schaffen wir ideale Voraussetzungen, um
Schlüsseltechnologien wie Festkörperbatterien und Wasserstofftechnologien
gezielt für die industrielle Skalierung und Anwendung weiterzuentwickeln.«
Über Zukunftsperspektiven von Batterie- und Wasserstofftechnologien
diskutierten Expertinnen und Experten im Rahmen einer Panel-Session. Sie
betonten, dass wissenschaftliche Exzellenz entlang der gesamten
Wertschöpfungsketten, Geschwindigkeit bei Entwicklung und Transfer sowie
die Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Rahmenbedingungen
wichtige Erfolgsfaktoren sind.
Die Verbindung von technologischer Innovation und Nachhaltigkeit ist eines
der Leitmotive am Fraunhofer ZESS. Das gilt nicht nur für die
Forschungsarbeiten, Anlagen und Geräte, sondern auch für das Gebäude
selbst. Davon konnten sich die Gäste bei der anschließenden Besichtigung
überzeugen. Der Forschungsbau wurde als Holz-Hybrid-Konstruktion mit
reduziertem Betoneinsatz realisiert. Photovoltaikanlagen auf Dach und
Fassade, begrünte Dachflächen, ein energieeffizientes Gebäudekonzept und
flexibel nutzbare Forschungsflächen verbinden modernste
Forschungsbedingungen mit einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz. Die
offene Hallenstruktur ermöglicht zudem eine langfristige Anpassung an
zukünftige Forschungsanforderungen und macht das Gebäude zu einer ebenso
zukunftsfähigen wie ressourcenschonenden Forschungsinfrastruktur.
Über das Fraunhofer ZESS
Im Fraunhofer-Zentrum für Energiespeicher und Systeme ZESS in Braunschweig
bündeln das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST,
das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte
Materialforschung IFAM und das Fraunhofer-Institut für Keramische
Technologien und Systeme IKTS ihre Kompetenzen, um nachhaltige, sichere
Batterie- und Wasserstofftechnologien zu entwickeln. Das Fraunhofer ZESS
ist ein Zentrum der Fraunhofer-Gesellschaft, einer der führenden
Organisationen für anwendungsorientierte Forschung in Deutschland.
