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Selbst schrubben war gestern: Wer besonders saubere Zähne möchte, lässt putzen

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Moderne elektrische Zahnbürsten arbeiten mit sehr schnellen, kleinen
Borstenbewegungen und Mikrovibrationen. Sie reinigen abrasiv (abtragend).
Wer beim Putzen mit dieser Technologie alles richtig macht, kann trotzdem
nur bis zu 70 Prozent des Zahnbelags (Plaque) entfernen. Wie wäre es aber,
auf 99 Prozent aller Zahnoberflächen – also auch in Zahnzwischenräumen
sowie an den Zahnfleischrändern – Plaque, Essensreste und Bakterien zu
lösen? Gewissermaßen auf Knopfdruck, ohne selbst Hand anlegen zu müssen?
Genau das ist das Ziel des Start-ups »dentson«, das dafür auf die
Technologie der Ultraschall-Kavitation setzt.

Und das funktioniert so: Ultraschall erzeugt in Flüssigkeiten sehr kleine
dampfgefüllte Bläschen. Die Bläschen werden in der Mundhöhle durch
erzeugte akustische Wellen zur Zahnoberfläche gespült und dort durch
folgende Wellen unter Druck gesetzt. Bei Überdruck implodieren die
Bläschen asymmetrisch und erzeugen einen beschleunigten Flüssigkeitsstrahl
hin zur Zahnoberfläche – so, als wäre ein sehr kleiner Hochdruckreiniger
am Werk. Es entsteht ein hoher Druck auf einer sehr kleinen Fläche,
welcher Plaque und Bakterien löst, dabei jedoch sanft zu Zahn und
Zahnfleisch bleibt. Die (sehr) wenigen verbleibenden Bakterien werden
inaktiviert; sie können keinen Schaden mehr anrichten.

Bye-bye Zahnbürste

Das von dentson entwickelte System des »acoustic dental cleaner« besteht
aus einem Mundstück in Zahnschienenform und einer kabelgebundenen
Steuereinheit mit integrierten Akkus. Diese werden berührungslos per
Induktion aufgeladen. Das System arbeitet selbstständig – Einsetzen
genügt, nach dem Einschalten übernimmt die Technik die Regie. Es bedarf
keiner Anleitung, Putzfehler sind ausgeschlossen. Die gesamte
Zahnreinigung nimmt etwa vier Minuten in Anspruch. Das Mundstück wird in
zwei Größen (M, L) erhältlich sein, für einen exakten Sitz in nahezu alle
Gebissbögen. Eine im Mundstück integrierte Sensorik ermöglicht zusätzlich
die Erkennung von Karies und Plaque; die mitgelieferte App weist
Nutzerinnen und Nutzer frühzeitig auf mögliche Probleme hin und kann bei
Bedarf einen Zahnarztbesuch empfehlen.

Mit dem weltweit ersten akustischen Dentalreiniger möchte das dentson-Team
einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor Karies und Parodontitis, zwei
besonders weit verbreiteten Erkrankungen, leisten. Nahezu jede erwachsene
Person in Deutschland ist statistisch betrachtet in ihrer Lebenszeit
mindestens einmal von Karies betroffen, mit hohen Folgekosten für das
Gesundheitswesen. Wenn Zahnoberflächen und Zwischenräume in Zukunft
deutlich gründlicher und verlässlicher gereinigt werden können, bedeutet
dies also nicht nur einen Gewinn an individueller Lebensqualität. Alle
vier dentson-Gründer sind überzeugt, mit ihrem Produkt Folgeerkrankungen
reduzieren zu können, die durch unzureichende Mundhygiene entstehen.

Markteintritt für das 1. Quartal 2027 vorgesehen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erkannte das Potenzial
der Idee frühzeitig und finanziert das dentson-Team im Rahmen der
Förderrichtlinie EXIST-Forschungstransfer. Diese Förderlinie richtet sich
an besonders forschungsintensive und technikgetriebene Vorhaben, deren
Umsetzung mit hohem Entwicklungsaufwand verbunden ist. In der ersten Phase
müssen wissenschaftliche Ergebnisse so weiterentwickelt werden, dass ihre
technische Machbarkeit nachgewiesen und die Grundlage für die spätere
Unternehmensgründung geschaffen wird. Dieser Meilenstein ist geschafft:
Prototypen wurden getestet, die technische Umsetzbarkeit nachgewiesen, ein
Geschäftsmodell entwickelt, ein Businessplan erstellt. Im Februar 2026
gründeten drei junge Forscher des Fraunhofer IWU und ein Mediziner des
Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden die dentson GmbH. Eine
Patentanmeldung für die Ultraschall-Zahnreinigung nach dem Prinzip der
Kavitation ist für Europa und die USA erfolgt. Das europäische Patent
wurde bereits erteilt, während sich das US-Patent noch in Prüfung
befindet.

Nun, in der zweiten Förderphase, wird das Produkt zur Marktreife
weiterentwickelt und der Markteintritt vorbereitet. Im ersten Quartal 2027
soll es so weit sein: Dann werden die Startersysteme bestehend aus
Mundstück, Ladestation, Basis-App, Steuereinheit und Zahngel verfügbar
sein. dentson strebt dafür einen Verkaufspreis unterhalb der
Spitzenmodelle elektrischer Zahnbürsten mit oszillierend-rotierender
Technologie und Mikrovibrationen an. Der Monatsbedarf für das Zahngel
liegt bei zwei Tuben, die zusammen etwa auf dem Preisniveau einer Tube
hochwertiger Zahnpasta liegen.

Erste Ansätze reichen in das Jahr 2019 zurück

Anas Ben Achour, einer der beiden Initiatoren des Start-ups, arbeitet
bereits seit 2019 mit dem Bereich Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des
Universitätsklinikums Dresden in diversen Forschungsprojekten zusammen.
Aus einem gemeinsamen Projekt mit der Klinik am Else-Kröner-Fresenius-
Zentrum für Digitale Gesundheit entstand die Idee, eine automatisierte
Lösung für das Zähneputzen zu entwickeln, die auch für Intensivpatienten
geeignet ist. Das dentson-Team ist zuversichtlich, mittelfristig für diese
Zielgruppe ebenfalls ein passendes Produkt anbieten zu können.

Das dentson-Team (Bild 2):

Paul Schlieben (CPO, erster von links), studierter Produktdesigner, ist
verantwortlich für Entwicklung und Prototypenfertigung. Er hat an
verschiedenen Designprojekten mitgewirkt, darunter eine Serie von
Pflegebetten oder ein Inkubator für Frühgeborene und war jüngst im Rahmen
einer internationalen Forschungsinitiative an der Entwicklung einer
Skoliose-Orthese speziell für junge Patientinnen und Patienten beteiligt.
»Ich möchte persönlich wachsen und innovative Ideen in soziale Projekte
übersetzen.«

Louis Hellmund (CFO) verantwortet Finanzplanung, Controlling, Marketing
und Lieferantenbeziehungen. Er hat bereits zwei Softwareprojekte
erfolgreich bei der Markteinführung begleitet. Seine Motivation, sich
dentson anzuschließen, liegt im sozialen Engagement des Teams.
»Unternehmergeist liegt bei uns in der Familie. Ich möchte, dass unser
Start-up wächst, dabei gestalten und Verantwortung übernehmen.«

Anas Ben Achour (Co-CEO) ist Maschinenbauer und promoviert aktuell in
experimenteller Medizin. Mit zehn Jahren Projekterfahrung als Forscher an
der TU Dresden und am Fraunhofer IWU ist er ausgewiesener
Produktionsexperte; er leitet die Fertigungsprozesse und verantwortet das
Produktportfolio: »Ich möchte Innovationen mit einem echten Mehrwert für
die Menschen vorantreiben.«

Tom Schröder (Co-CEO, Dr. Med.) hat Medizin sowie Zahnmedizin studiert und
sich auf Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie spezialisiert. Bei dentson
koordiniert er medizinisch-biologische Studien und arbeitet derzeit als
Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum
Dresden. »Wir wollen die Mundhygiene für alle Menschen verbessern – das
schließt ausdrücklich Menschen mit Behinderungen ein, die dafür auf
Unterstützung angewiesen sind.«

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Förderhinweis: Das Gründungsvorhaben dentson wird im Rahmen des EXIST-
Programms durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und
den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.