Wissenslücken beim Thema Strahlung – Menschen wollen mehr Information
Beim Thema Radioaktivität und Strahlenschutz wissen viele Menschen in
Deutschland nicht gut Bescheid. Die Wissenslücken betreffen zum Beispiel
das natürlich vorkommende radioaktive Gas Radon, aber auch den Schutz bei
radiologischen Notfällen. Das zeigt eine repräsentative Erhebung des
Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) im Auftrag des Bundesministeriums für
Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN). Für die
aktuelle Studie „Was denkt Deutschland über Strahlung?“ befragte das BfS
die Bevölkerung bereits zum vierten Mal seit 2019.
Beim Thema Radioaktivität und Strahlenschutz wissen viele Menschen in
Deutschland nicht gut Bescheid. Die Wissenslücken betreffen zum Beispiel
das natürlich vorkommende radioaktive Gas Radon, aber auch den Schutz bei
radiologischen Notfällen. Das zeigt eine repräsentative Erhebung des
Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) im Auftrag des Bundesministeriums für
Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN). Für die
aktuelle Studie „Was denkt Deutschland über Strahlung?“ befragte das BfS
die Bevölkerung bereits zum vierten Mal seit 2019.
Ein Schwerpunkt der Befragung war das Thema Radon. Dabei handelt es sich
um ein radioaktives Gas, das im Boden vorkommt und auf lange Sicht
Lungenkrebs erzeugen kann. Ohne vorherige Erläuterungen zu Radon sagten
ähnlich viele Befragte, sie hätten schon einmal von Radon gehört (41
Prozent) wie sie hätten noch nicht davon gehört (43 Prozent).
Wissensdefizite zeigten sich sowohl bei den allgemeinen Vorstellungen über
Radon als auch bei den Kenntnissen zum Vorkommen: Weniger als die Hälfte
(46 Prozent) derjenigen, denen Radon ein Begriff war, wussten
beispielsweise, dass man die Radonkonzentration im Inneren von Gebäuden
messen lassen kann. Wenn zu hohe Werte ermittelt werden, können
Schutzmaßnahmen helfen.
Mehr Information zum Verhalten in einem radiologischen Notfall gewünscht
Außerdem ergab die Studie, dass sich eine Mehrheit der Menschen – rund
acht von zehn Befragten - mehr Informationen wünscht, wie man sich vor
Radioaktivität bei einem Unfall oder in einem Konflikt in Europa schützen
kann. Rund 65 Prozent der Befragten sagten sogar, die Bevölkerung solle
aus Übungen lernen können, wie man sich im Notfall verhält – auch im Fall
einer Atomwaffenexplosion.
Das Wissen über richtiges Verhalten im Ernstfall ist gering: Den
Ergebnissen nach haben knapp zwei Drittel überhaupt keine oder eher keine
Vorstellung, was sie in einem Notfall, in dem Radioaktivität freigesetzt
wird, tun sollten.
BfS-Präsidentin Paulini: „Schutz ist möglich“
„In Zeiten von Krieg und Krisen beobachten wir bei vielen Menschen den
Bedarf an konkreten Verhaltenshinweisen, wie sie sich selbst in einer
radiologischen Notlage schützen können. Das gilt auch für den als
unwahrscheinlich geltenden Fall einer Atomwaffenexplosion“, sagt BfS-
Präsidentin Inge Paulini. „Sachliche Information wird als emotional
hilfreich wahrgenommen. Und sie bietet angesichts der Gefahren durch
gezielte Falschinformationen die Chance, Fake News frühzeitig zu
erkennen.“
„Die Studie ‚Was denkt Deutschland über Strahlung?‘ zeigt zwar, dass knapp
die Hälfte der Bevölkerung auf die staatlichen Schutzvorkehrungen
vertraut. Diese sind aber nur dann effektiv, wenn die Menschen mitmachen:
Eigenes Wissen hilft, sich im Fall der Fälle richtig zu verhalten“,
ergänzt Paulini. „Und wirksamer Selbstschutz ist für viele möglich:
Keller, Tiefgaragen und U-Bahnhöfe bieten guten Schutz, da Wände und Beton
Strahlung abschirmen.“
Große Sorgen wegen Atomwaffen und Unfällen in Kernkraftwerken
Wie schon in den Vorgängerguntersuchungen zeigte sich, dass das Thema
Radioaktivität die Bevölkerung umtreibt. Nach verschiedenen
Gesundheitssorgen befragt, lösten Atomwaffen und die Gefahr durch
Kernkraftwerksunfälle die größte Besorgnis aus: 70 beziehungsweise 66
Prozent gaben an, darüber beunruhigt oder sehr beunruhigt zu sein. In der
Vorgängerbefragung 2024 standen diese beiden Aspekte ebenfalls an der
Spitze, jedoch in getauschter Reihenfolge.
Knapp jede vierte befragte Person fühlte sich durch eine radioaktive
Belastung von Kernkraftwerken im Normalbetrieb beunruhigt – auch wenn
Deutschland selbst aus der Stromerzeugung mit Kernkraftwerken ausgestiegen
ist –, etwa jede fünfte durch Strahlung in den Bereichen Mobilfunk und
Stromnetze.
Große eigene Einflussmöglichkeiten beim Sonnenschutz
Große eigene Einflussmöglichkeiten sahen die Befragten beim UV-Schutz. 44
Prozent der Befragten gaben an, einen langen Aufenthalt in der Sonne
grundsätzlich zu vermeiden. 45 Prozent berichteten, immer Sonnencreme zu
verwenden, beim Tragen einer Sonnenbrille mit UV-Schutz lag dieser Anteil
bei 44 Prozent. Obwohl rund 43 Prozent der Befragten sagten, den UV-Index
und seine Bedeutung zu kennen, informierten sich nur 24 Prozent immer oder
manchmal über den tagesaktuellen Wert.
Informations- und Schutzgefühl nimmt ab
Die Zeitreihe seit 2019 belegt eine Tendenz, sich eher weniger mit dem
Thema Strahlung zu beschäftigen. Die aktuelle Studie ergibt zudem, dass
sich die Bevölkerung im Vergleich zur letzten Befragung deutlich weniger
geschützt und informiert fühlt. So sank das subjektive Schutzgefühl von 52
auf 46 Prozent und das Informationsgefühl von 40 auf 33 Prozent – beides
entgegen einer steigenden Tendenz von 2019 bis 2024. Am höchsten ist das
Vertrauen in die Medizin: Immerhin gut drei Viertel der Befragten gaben
an, sich hier sehr gut oder gut vor den negativen Folgen von Strahlung
geschützt zu fühlen.
Hintergrund zur Befragung
Die Studie „Was denkt Deutschland über Strahlung?“ wurde zuvor schon in
den Jahren 2019, 2021/2022 und 2024 durchgeführt. Die Untersuchung besteht
aus einem qualitativen und einem quantitativen Teil. Unter anderem wurden
2026 von Januar bis März 2.032 Personen telefonisch befragt. Die Befragung
ist repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 16 Jahren.
Ziel der Studienreihe ist es, Kenntnisse, Einstellungen und
Informationsbedürfnisse der Bevölkerung zu verschiedenen Strahlenarten und
-risiken zu erfassen.
Weiterführende Informationen:
https://www.bfs.de/DE/themen/i
https://www.bfs.de/DE/themen/i
https://www.bfs.de/DE/bfs/wiss
aspekte-strahlenschutz/abgesch
strahlung-2024.html
Bundesamt für Strahlenschutz
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) arbeitet für den Schutz des
Menschen und der Umwelt vor Schäden durch Strahlung. Das BfS informiert
die Bevölkerung und berät die Bundesregierung in allen Fragen des
Strahlenschutzes. Die rund 600 Beschäftigten bewerten Strahlenrisiken,
überwachen die Umweltradioaktivität, unterstützen aktiv im radiologischen
Notfallschutz und nehmen hoheitliche Aufgaben wahr, darunter im
medizinischen und beruflichen Strahlenschutz. Ultraviolette Strahlung und
strahlenrelevante Aspekte der Digitalisierung und Energiewende sind
weitere Arbeitsfelder. Als wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde
betreibt das BfS Forschung und ist mit nationalen und internationalen
Fachleuten vernetzt. Weitere Informationen unter www.bfs.de.
