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Zwei Jahre CHANCEN-Verbund: Das hat die Unterstützung des Startchancen- Programms bisher erreicht

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Zwei Jahre nach seinem Start zieht der CHANCEN-Verbund eine erste
Zwischenbilanz: Gemeinsam mit den Ländern hat er die Grundlagen für die
Zusammenarbeit im Startchancen-Programm geschaffen. Mittlerweile verbinden
450 regionale Netzwerke die Startchancen-Schulen, und der Verbund hat
dafür mehr als 800 Multiplizierende qualifiziert. Nun gilt es, diese
Unterstützung in die Schulen zu bringen und dauerhaft im Bildungssystem zu
verankern.



Welches Supermarktangebot ist günstiger: das reduzierte oder das mit
Mengenrabatt? Was steht im Beipackzettel, und was davon ist wichtig?
Solche Fragen klingen simpel, erfordern aber grundlegende Fähigkeiten in
Lesen und Mathematik. Laut PISA-Studie 2025 beherrscht rund ein Drittel
der 15-Jährigen in Deutschland diese Kompetenzen nicht sicher. Besonders
betroffen sind Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien. Das
Startchancen-Programm von Bund und Ländern soll diesen Zusammenhang
verringern. Der CHANCEN-Verbund begleitet seine Umsetzung
wissenschaftlich. Zwei Jahre nach dem Programmstart zieht der Verbund eine
erste Zwischenbilanz.

„Was nützt eine zusätzliche Förderstunde, wenn niemand weiß, woran ein
Kind scheitert?“, fragt Dr. Martina Diedrich, Mitglied der Verbundleitung.
„Schulen brauchen gute Diagnostik, Zeit für Zusammenarbeit und
verlässliche Unterstützung. Das schafft keine Schule allein. Dafür müssen
Schulaufsichten, Landesinstitute, aber auch die Ministerien an einem
Strang ziehen, mit abgestimmten Zielen und einheitlichen Botschaften.
Genau dabei unterstützen wir die Länder: Wir bringen Wissen aus der
Forschung ein, beraten die Länder passend zu den Bedingungen vor Ort und
qualifizieren Multiplizierende.“

Wenn Schulen Unterstützung brauchen, muss das System mitziehen

Bund und Länder fördern mit dem Startchancen-Programm über zehn Jahre rund
4.000 Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schüler*innen.
Doch sein Anspruch reicht weiter: Das Programm soll auch Strukturen und
Routinen im Bildungssystem nachhaltig verändern. Der CHANCEN-Verbund
begleitet deshalb keine einzelnen Schulen, sondern arbeitet mit den
Stellen, die Schulen steuern, beraten und fortbilden. Denn wenn
Verwaltung, Schulaufsicht, Schulentwicklungsberatung und andere
Unterstützungssysteme besser zusammenarbeiten, profitieren Schulen über
das Startchancen-Programm hinaus.

Qualifizierung: 800 Multiplizierende bringen Wissen in die Regionen

Der CHANCEN-Verbund hat gemeinsam mit den Ländern die Grundlagen dafür
geschaffen: Verwaltung und Wissenschaft tauschen sich regelmäßig aus. Der
Verbund hat mehr als 800 Multiplizierende, darunter erfahrene Lehrkräfte
und Schulleitungen sowie Fachleute aus Schulaufsicht und
Schulentwicklungsberatung, qualifiziert und dafür gemeinsam mit den
Ländern neue Maßnahmen und Strukturen entwickelt. Die Themen reichen von
Sprachbildung und Mathematik über Berufsorientierung und überfachliches
Lernen bis hin zu datengestützter und multiprofessioneller
Schulentwicklung.

Das Wissen bleibt nicht bei den Qualifizierten. Die Multiplizierenden
tragen es in fast 450 regionale Netzwerke, in denen Startchancen-Schulen
seit diesem Schuljahr in allen Bundesländern zusammenarbeiten. Dort
tauschen sie Erfahrungen aus und entwickeln gemeinsam Schul- und
Unterrichtskonzepte weiter. Der CHANCEN-Verbund unterstützt diesen
Wissenstransfer gemeinsam mit den Ländern: Bestehende Ansätze werden
forschungsbasiert weiterentwickelt, erprobt und an die regionalen
Bedingungen angepasst.

Forschung: Wie Wissen in Unterricht und Steuerung ankommt

Strukturen aufzubauen ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist, ob
Qualifizierungen und Unterstützungsangebote tatsächlich etwas bewirken und
letztlich bei den Schüler*innen ankommen. Deshalb untersucht der CHANCEN-
Verbund in eigenen Studien, welche Veränderungen die Qualifizierungen
auslösen und unter welchen Bedingungen sie wirken.

Parallel analysiert der Verbund, wie die Länder das Startchancen-Programm
steuern und wie Verwaltung, Schulaufsicht und Unterstützungssysteme
zusammenarbeiten. Die Ergebnisse sollen den Ländern Hinweise geben, wo sie
ihre Steuerung und Zusammenarbeit verbessern können.

Die nächste Phase: vom Aufbau zur Verankerung

„Wir liefern wissenschaftliche Erkenntnisse, die direkt Veränderungen
anstoßen können“, sagt Prof. Dr. Kai Maaz, Mitglied der Verbundleitung.
„Auf ihrer Basis verbessern wir Angebote, erkennen, was Fortschritt im
Bildungssystem ermöglicht oder bremst, und bringen sie gemeinsam mit den
Ländern in Entscheidungen ein. Dabei stellen wir auch unsere eigenen
Ansätze auf den Prüfstand. Denn ein lernendes Programm braucht eine
Wissenschaft, die selbst bereit ist zu lernen.“

Nicht nur die Wissenschaft soll lernen, sondern das ganze Bildungssystem.
Die nächste Phase wird zeigen, ob das gelingt und die geschaffenen
Strukturen tragen. Sie klärt auch, ob diese Anpassungen Teil der Routinen
in den Ländern werden und über die Laufzeit des Startchancen-Programms
hinaus Bestand haben. Der CHANCEN-Verbund unterstützt die Länder
weiterhin, indem er forscht, berät und qualifiziert. Ziel ist es, wirksame
Unterstützung dauerhaft im Bildungssystem zu verankern.

Über den CHANCEN-Verbund

Der CHANCEN-Verbund unterstützt die Länder und den Bund dabei, das
Startchancen-Programm umzusetzen und zu steuern. Dazu entwickelt er
gemeinsam mit ihnen Konzepte, erarbeitet Materialien und
Qualifizierungsangebote und forscht kontinuierlich, um Impulse zur
Weiterentwicklung des Programms zu geben. Der CHANCEN-Verbund ist ein
bundesweiter, drittmittelfinanzierter Zusammenschluss von 19 Universitäten
und Forschungsinstituten unter Federführung des DIPF | Leibniz-Institut
für Bildungsforschung und Bildungsinformation.
<https://www.chancenverbund.de>