Zum Hauptinhalt springen

Ausstellung "NATURMODUS" eröffnet im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg

Pin It

Wie verändert sich unser Blick auf Natur, wenn wir sie als Teil
lebendiger Systeme verstehen? Vom 10. Oktober 2026 bis 02. Mai 2027 lädt
das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg mit der Sonderausstellung
„NATURMODUS – Systeme in Bewegung“ dazu ein, die Natur vor unserer Haustür
neu zu entdecken. Die Ausstellung macht erfahrbar, wie ökologische und
gesellschaftliche Systeme ineinandergreifen und fragt danach, wie wir
unser Zusammenleben mit Natur künftig gestalten können – und wollen.



NATURMODUS – Systeme in Bewegung
10. Oktober 2026 – 02. Mai 2027
Ausstellungseröffnung: Samstag, 10.10.26, 18 Uhr
Fototermin zur Eröffnungsveranstaltung: Samstag 10.10.26, 19 Uhr

Stadtgrün als lebendiges System
Oft als Kulisse oder Zwischenraum wahrgenommen, ist Stadtgrün tatsächlich
Teil eines lebendigen Systems – ein System, von dem Menschen, Tiere und
Pflanzen gleichermaßen abhängen. Luft, Wasser, Boden und biologische
Vielfalt bilden die Grundlage unserer gemeinsamen Lebensräume und unseres
Wohlbefindens. Die Art und Weise, wie wir Städte gestalten, Flächen nutzen
und Ressourcen verbrauchen, verändert die Bedingungen, unter denen Leben
möglich ist. Stadt-Ökosysteme geraten zunehmend unter Druck. Die Folgen
zeigen sich in Hitze, Trockenheit, Artenverlust und einer zunehmenden
Belastung natürlicher Kreisläufe.

„NATURMODUS – Systeme in Bewegung“ folgt diesen Wechselwirkungen und macht
die Kraft und Bedrohung urbaner Naturräume erfahrbar. Was geschieht mit
einem System, wenn sich einzelne Bedingungen verändern? Wie hängen
Klimawandel, Artenverlust, Stadtentwicklung und Gesundheit zusammen? Und
welche Handlungsmöglichkeiten entstehen, wenn wir diese Beziehungen besser
verstehen?

Ein experimenteller Raum zum Erleben und Verstehen
Die Ausstellung übersetzt diese Fragen in einen Raum voller Entdeckungen:
Licht, Klänge und Düfte machen Natur sinnlich erfahrbar, interaktive
Erfahrungsstationen eröffnen Einblicke in ökologische Zusammenhänge und
vermitteln Werte der Natur. Eindrucksvolle Wandarbeiten lassen die
Bedrohung dieser Ökosysteme räumlich spürbar werden, während persönliche
Klimageschichten und Interviews weitere Perspektiven auf unser Verhältnis
zur Natur hinter einer Wand aus Spiegeln reflektieren. Besucher*innen
begegnen konkreten Ansätzen der Klimaanpassung und regenerativen
Stadtentwicklung und schließlich der Frage, was sich verändert, wenn Natur
nicht länger nur als schützenswertes Objekt gedacht wird, sondern eigene
Rechte erhält. Künstlerische Arbeiten und experimentelle Versuche einer
Stadtplanung, in welcher die Natur aktiv mitentscheidet, setzen Impulse
für die Zukunft

So führt NATURMODUS vom Erleben und Verstehen natürlicher Systeme über
ihre gegenwärtigen Veränderungen bis zu den Möglichkeiten, selbst
gestaltend einzugreifen. Zwischen sinnlicher Erfahrung, wissenschaftlichen
Einblicken und interaktiven Formaten entsteht hier ein Zugang, um Natur
neu wahrzunehmen, ihre Bedeutung zu erkennen und die Herausforderungen
unserer Zeit besser zu verstehen.

„Die Kraft des Ausstellens liegt für mich darin, unterschiedliche
Disziplinen, Perspektiven und Formen des Fragens und Erkennens
zusammenzubringen. Daraus entsteht ein experimenteller Raum, in dem
komplexe Zusammenhänge erfahrbar werden und wir uns Themen auf ganz
unterschiedlichen Ebenen nähern können. Genau darin sehe ich eine große
Chance für Museen, neue Wege im Umgang mit den Fragen unserer Zeit zu
erproben“, sagt Saskia Benthack, Kuratorin der Ausstellung.

Die Ausstellung ist niedrigschwellig, multisensorisch und
generationenübergreifend gedacht. Ihre vielfältigen Zugänge bieten einen
experimentellen Erkenntnisraum, der einlädt, in den Naturmodus zu wechseln
und darin die eigene Position zu finden. Naturwissenschaftliche,
gesellschaftliche, psychologische, rechtliche und künstlerische
Perspektiven bereichern sich gegenseitig. Fachliche Vertiefungen und
Exponate verschiedener Institutionen und Netzwerke bereichern die
Ausstellung, so von der Stadt Oldenburg, der Carl von Ossietzky
Universität Oldenburg, der Universität Vechta, der Jade-Hochschule, dem
Landesmuseum Kunst & Kultur Oldenburg, dem Museum für Kommunikation
Frankfurt, dem Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband und der
Deutschen Stiftung Umwelt sowie den Psychologists/Psychotherapists for
Future.

Abschluss des Projekts „Klimaoasen“
„NATURMODUS – Systeme in Bewegung“  ist Teil des Klimaanpassungsprojektes
„Klimaoasen Oldenburg“ des Landesmuseums Natur und Mensch Oldenburg. In
Kooperation mit der Stadt Oldenburg und der Carl von Ossietzky Universität
Oldenburg wurden in den letzten fünf Jahren verschiedene bauliche
Klimaanpassungsmaßnahmen in zwei historischen  Gartendenkmälern Oldenburgs
umgesetzt. Ziel war es, historische Stadtgrünanlagen klimaresilient
weiterzuentwickeln und dabei gleichzeitig das Bewusstsein für ökologische
Zusammenhänge, Klimaanpassung und den Wert urbaner Natur zu stärken. Dabei
lag der Fokus auf der Förderung von Wissen, Bewusstsein und
Verhaltensänderungen im Umgang mit der Natur, dem Klima und städtischen
Grünflächen durch die Stärkung von Naturverbundenheit.

„NATURMODUS“ bildet den Abschluss dieses Ziels und führt dessen
Perspektiven zugleich weiter. Vom lokal Erprobten schließt die Ausstellung
das Projekt mit einem Blick auf das systemische Zusammenspiel
ökologischer, gesellschaftlicher und gesundheitlicher Prozesse als
Grundlage für die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft.

„Klimaoasen Oldenburg zeigt, welches Potenzial entsteht, wenn Museum,
Wissenschaft, Stadt und Stadtgesellschaft über mehrere Jahre gemeinsam an
einer Zukunftsfrage arbeiten. Drittmittelprojekte schaffen uns den Raum,
solche Prozesse zu begleiten, Wissen gemeinsam zu entwickeln und daraus
neue Formen der musealen Auseinandersetzung entstehen zu lassen“, sagt
Museumsdirektorin Dr. Ursula Warnke.

Das Projekt Klimaoasen Oldenburg wird gefördert durch das Bundesprogramm
„Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ des BBSR
(Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung). Das Bundesprogramm
wurde aufgelegt, um konzeptionelle und investive Projekte mit hoher
Wirksamkeit für Klimaschutz und Klimaanpassung, mit hoher fachlicher
Qualität und hohem Innovationspotenzial zu fördern. Die Finanzierung
erfolgt aus dem Sondervermögen des „Energie- und Klimafonds“.

Aus dem Begleitprogramm zur Ausstellung
Die feierliche Eröffnung mit Grußworten von Falko Mohrs, Niedersächsischer
Minister für Wissenschaft und Kultur, Dennis Rohde, Parlamentarischen
Staatssekretär beim Bundesminister für Finanzen und Christine Wolff,
Bürgermeisterin der Stadt Oldenburg findet am 10. Oktober um 18 Uhr im
Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg statt.

Ab dem 11. Oktober finden regelmäßig sonntags öffentliche Führungen in der
Sonderausstellung statt. Eine unterhaltsame Einladung, die Natur mit neuen
Augen zu sehen, bietet die Umwelt-Fotoshow von Sven Meurs am 14. Februar
um 15 Uhr Der Naturfotograf nimmt Familien mit auf eine spannende Reise
durch Deutschlands Wildnis. Dabei erzählt er von der Schönheit,
Einzigartigkeit und Fragilität unserer heimischen Natur und zeigt, was es
direkt vor unserer Haustür zu entdecken gibt.

Ein besonderes Erlebnis bietet auch der „Workshop Organismendemokratie“ am
16. Januar von 14 bis 17 Uhr, der sich mit einer Idee auseinandersetzt,
die auch in der Ausstellung eine große Rolle spielt: Wie würde unsere
Gesellschaft aussehen, wenn wir die Welt nicht nur aus menschlicher
Perspektive betrachten würden? Was wäre, wenn auch Pflanzen, Tiere, Pilze
und kleinste Lebewesen bei Entscheidungen über ihren gemeinsamen
Lebensraum eine Stimme bekämen? Ein Workshop zum Mitdenken, Diskutieren
und Ausprobieren. Darüber hinaus haben die Landesmuseen Oldenburg ein
gemeinsames Begleitprogramm entwickelt.

Gemeinsames Programm der Landesmuseen Oldenburg
Die Niedersächsischen Landesmuseen Oldenburg widmen sich ab 10. Oktober
2026 unterschiedlichen Perspektiven auf Naturwahrnehmung und
gesellschaftlichen Wandel. Während im Landesmuseum Natur und Mensch
Oldenburg die Ausstellung „NATURMODUS – Systeme in Bewegung“ zu sehen ist,
zeigt die Ausstellung „Weltbilder im Wandel“ im Landesmuseum Kunst &
Kultur Oldenburg Landschaftsdarstellungen aus den letzten fünf
Jahrhunderten. Gemälde und Zeichnungen von J. H. W. Tischbein, Erich
Heckel oder Gerhard Richter treffen auf Videokunst und Installationen der
Gegenwart. Sie ist bis zum 7. Februar im Oldenburger Schloss zu sehen.
Ihre Verbindung zeigt sich auch in gegenseitigen Verweisen und im
gemeinsamen Begleitprogramm: Nature Art der Künstlerin Lucia Keidel geht
eine Verbindung mit dem Oldenburger Schlossgarten ein und bietet von Ende
September über die nächsten Monate eine künstlerische Annäherung an
lebendige Prozesse im Stadtgrün.

Die Kinoreihe „Zwischen Mensch und Natur“ in Kooperation mit dem Cine k
Oldenburg erweitert an insgesamt acht Terminen von Oktober bis April die
Perspektiven der Ausstellungen und lädt dazu ein, über unsere Verbindung
zur Natur, über unsere individuelle Verantwortung sowie über mögliche
gemeinsame Zukünfte nachzudenken.
Alle Veranstaltungen finden sich auf der Webseite des Landesmuseums Natur
und Mensch Oldenburg: www.naturundmensch.de