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Fast elf Millionen Tonnen für die Tonne

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Öffentliche Ringvorlesung der TU Berlin beleuchtet
Lebensmittelverschwendung vom Acker bis zum Teller – Start am 15. Oktober
2026, Teilnahme online und kostenlos



Fast elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jedes Jahr im
Abfall. Verluste entstehen dabei nicht erst im heimischen Kühlschrank:
Entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der landwirtschaftlichen
Produktion über Verarbeitung, Handel und Gastronomie bis hin zum privaten
Haushalt – gehen Lebensmittel verloren oder werden weggeworfen. Mit ihnen
werden auch Wasser, Energie und Fläche unnötig verbraucht und vermeidbare
Treibhausgasemissionen verursacht.

Wo entstehen diese Verluste? Wer trägt Verantwortung? Und vor allem: Was
lässt sich dagegen tun? Diesen Fragen widmet sich die öffentliche
Ringvorlesung „Lebensmittelverschwendung im Fokus – Teil 1: Die deutsche
Perspektive“, die am 15. Oktober 2026 an der TU Berlin startet. Bis Anfang
Februar diskutieren Expert*innen aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung,
Verbraucherschutz, Zivilgesellschaft und Praxis immer donnerstags von 16
bis 17.30 Uhr unterschiedliche Aspekte des Themas. Die Veranstaltungen
finden online über Zoom statt und stehen allen Interessierten offen.

Von krummem Gemüse bis zu Tellerresten
Das Programm zeigt, wie vielfältig die Ursachen von
Lebensmittelverschwendung sind – und wie unterschiedlich die
Lösungsansätze ausfallen können. So geht es um die Frage, warum optisch
„unperfektes“ Obst und Gemüse häufig schwerer verkäuflich ist, obwohl es
qualitativ einwandfrei sein kann. Eine weitere Veranstaltung untersucht,
wie sogenannte Nudges – etwa die Farbe eines Tellers – dazu beitragen
können, dass in Kantinen weniger Essen übrig bleibt.

Weitere Themen sind Lebensmittelabfälle in der Außer-Haus-Gastronomie, die
Verantwortung von Handel und privaten Haushalten, Lebensmittelweitergabe,
die Rolle von Verpackungen sowie Methoden, mit denen sich
Lebensmittelverschwendung in Haushalten überhaupt zuverlässig erfassen
lässt.

Auch politische Instrumente stehen zur Diskussion: Welche Fortschritte hat
Deutschland bei der Verringerung von Lebensmittelabfällen erzielt? Was
können freiwillige Vereinbarungen zwischen Politik und Wirtschaft
bewirken? Und welche Ansätze werden auf europäischer Ebene verfolgt?

Wissenschaft trifft Praxis und Öffentlichkeit
Den Auftakt macht am 15. Oktober Prof. Dr. Nina Langen vom Fachgebiet
Bildung für Nachhaltige Ernährung und Lebensmittelwissenschaft der TU
Berlin mit einer Einführung in das Thema und die Struktur der
Ringvorlesung.

Zu den weiteren Referent*innen zählen unter anderem Tanja Dräger von Agora
Agrar, Sonja Pannenbecker von der Verbraucherzentrale Bremen, Dr. Benedikt
Jahnke von der Universität Kassel, Prof. Dr. Judith Kreyenschmidt von der
Universität Bonn sowie Valentin Thurn, Filmemacher und seit vielen Jahren
einer der bekanntesten Vermittler des Themas Lebensmittelverschwendung in
Deutschland.

Die Ringvorlesung versteht sich dabei ausdrücklich nicht nur als
Lehrveranstaltung für Studierende. Interessierte aus Zivilgesellschaft,
Wirtschaft und Wissenschaft sowie Privatpersonen sind eingeladen,
zuzuhören und sich im Anschluss an die Vorträge an der Diskussion zu
beteiligen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Organisiert wird die Ringvorlesung von Prof. Dr. Nina Langen und Dr.
Sebastian Isbanner vom Fachgebiet Bildung für Nachhaltige Ernährung und
Lebensmittelwissenschaft der TU Berlin. Im Sommersemester 2027 soll ein
zweiter, englischsprachiger Teil mit internationalem Schwerpunkt folgen.

Ringvorlesung „Lebensmittelverschwendung im Fokus – Teil 1: Die deutsche
Perspektive“
Start: 15. Oktober 2026
Termine: donnerstags, 16.00 bis 17.30 Uhr
Öffentliche Fachvorträge: bis 4. Februar 2027
Ort: online über Zoom
Teilnahme: kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich
Weitere Informationen, das vollständige Programm und den Zoom-Link:
<https://www.tu.berlin/b-nerle/studium-lehre/unser-lehrangebot
/projektwerkstaetten-und-andere-wahlmodule/ringvorlesung-lmv>