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Digitalisierung und KI in der Sozialen Arbeit: DIGITASA-Fachtag am 6. November in Bremen

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Vier Hochschulen, darunter auch die IU Internationale Hochschule,
präsentieren Ergebnisse aus fünf Jahren Forschung zur Auswirkung von
Digitalisierung und KI auf Soziale Arbeit. Im Mittelpunkt steht, wie Fach-
und Leitungskräfte die digitalen Veränderungen erleben und wo bislang
Regeln fehlen.



Digitale Technologien und KI-Anwendungen verändern die Soziale Arbeit – in
der Beratung, in der Dokumentation, in der Organisation von Einrichtungen.
Wie erleben Fach- und Leitungskräfte diese Veränderungen? Was hilft ihnen,
was überfordert sie? Und wo braucht es Regeln, die bislang fehlen?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des DIGITASA-Fachtags am Freitag, 6.
November 2026, im Haus der Wissenschaft in Bremen. Ausgerichtet wird er
von der IU Internationalen Hochschule und der Hochschule Bremen.

„Die digitale Transformation wird in den Einrichtungen der Sozialen Arbeit
konkret gestaltet – nicht in Strategiepapieren", sagt Prof. Dr. Jakob
Tetens, Professor für Soziale Arbeit an der IU Internationalen Hochschule
in Bremen. „Deshalb braucht es Räume, in denen Fach- und Leitungskräfte,
Wissenschaft und Praxis miteinander ins Gespräch kommen und tragfähige
Perspektiven entwickeln können."

Prof. Dr. Juliane Wahren von der Hochschule Bremen ergänzt: „Dass wir mit
diesem Thema nach Bremen kommen, ist kein Zufall. Die Stadt hat eine
dichte Landschaft sozialer Einrichtungen, die genau vor diesen Fragen
stehen."

Fünf Jahre Forschung, drei bundesweite Erhebungen

Grundlage des Fachtags ist das Forschungsprojekt „DIGITASA –
Digitalisierung (in) der Sozialen Arbeit“, das von einem Forschungsteam
der IU Internationalen Hochschule, der Hochschule Bremen, der Hochschule
Merseburg sowie der Dualen Hochschule Baden-Württemberg durchgeführt wird.
Seit 2021 untersucht das Team bundesweit in Zusammenarbeit mit zahlreichen
Fach- und Wohlfahrtsverbänden, wie Sozialarbeitende digitale
Transformationsprozesse erleben und gestalten.

Ausgangspunkt waren die tiefgreifenden Veränderungen der Arbeitspraxis
während der pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen 2020 und 2021.
Inzwischen richtet das Projekt den Blick vor allem auf den Einsatz von KI-
Anwendungen, auf digitale Kompetenzen sowie auf ethische, organisatorische
und professionsbezogene Herausforderungen.

Ein zentraler Befund über alle drei bundesweiten Erhebungen (2021, 2023
und 2025): Digitalisierung ist in der Sozialen Arbeit keine rein
technische Frage. Sie berührt die Qualität professioneller Beziehungen,
soziale Teilhabe, Datenschutz und Verantwortung – genauso wie
Arbeitsorganisation, Personalentwicklung und die Frage, ob Mitarbeitende
an Veränderungsprozessen beteiligt werden.

Aus der jüngsten Befragung geht hervor, dass KI-Chatbots wie ChatGPT in
der Sozialen Arbeit inzwischen zu den am häufigsten genutzten digitalen
Werkzeugen gehören – zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) setzen sie
beruflich ein, knapp ein Drittel (29 Prozent) mindestens einmal pro Woche.
Verbindliche Orientierung dafür gibt es kaum: Nur zehn Prozent der
Einrichtungen verfügten 2025 über einen Leitfaden zur KI-Nutzung. Gelernt
wird eher im Flurgespräch: Der informelle Austausch mit Kolleg:innen ist
über alle Hierarchieebenen die häufigste „Lernquelle". Weniger als 40
Prozent der Befragten nennen Fort- und Weiterbildungen als
Informationsquelle zu digitalen Technologien – und das, obwohl der EU AI
Act Einrichtungen als Betreiber von KI-Systemen dazu verpflichtet, die KI-
Kompetenz ihres Personals zu fördern (Art. 4). In elf Prozent der
Einrichtungen ist die Nutzung von KI-Anwendungen sogar untersagt, fast ein
Viertel der dort Befragten nutzt sie dennoch regelmäßig.

Zwei Keynotes, vier Workshops

Zwei Keynotes eröffnen den Fachtag: Die erste stellt die Entwicklungen und
Trends aus allen drei Erhebungen vor, die zweite kommt von Forscherinnen
der Universität Graz, die geschlechterreflektierende Perspektiven auf die
KI-Nutzung in den Blick nehmen – ein Aspekt, der in der Debatte bislang
kaum vorkommt. Am Nachmittag prüfen die Teilnehmenden in vier parallelen
Workshops, was die Ergebnisse für einzelne Arbeitsfelder bedeuten.

Der Fachtag verfolgt damit ausdrücklich einen Transferanspruch: Ergebnisse
sollen nicht nur präsentiert, sondern gemeinsam mit Praktiker:innen
kritisch eingeordnet und weitergedacht werden.

Eingeladen sind Fach- und Leitungskräfte aus allen Handlungsfeldern der
Sozialen Arbeit. Die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldung bis 23. Oktober
2026 unter www.digitasa.de/fachtag.

Zur Befragungsreihe

DIGITASA führt seit 2021 nicht-repräsentative Online-Pulsbefragungen unter
Sozialarbeitenden zum Umgang mit Digitalisierung und KI durch, verbreitet
über Fach- und Wohlfahrtsverbände: n = 488 Teilnehmende (2021), n = 657
(2023) und n = 662 (2025) aus allen deutschen Bundesländern. Die
Erhebungen sind voneinander unabhängige Stichproben; sie zeigen
Entwicklungslinien, keine Veränderungen an denselben Personen. Da digital
affine Sozialarbeitende vermutlich überrepräsentiert sind, dürften die
erkennbaren Lücken bei Konzepten und Qualifizierung in der Breite der
Praxis eher größer ausfallen als hier abgebildet. Alle Angaben beziehen
sich auf die berufliche Nutzung.

Hinweis für Redaktionen

Medienvertretende sind ebenfalls herzlich eingeladen. Wir vermitteln gern
Interviews mit den Forschenden – vor Ort am 6. November (bspw. in der
Mittagspause ab 12 Uhr) oder im Vorfeld oder Nachgang telefonisch/per
Teams. Anfragen und Akkreditierung bitte per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Alles im Überblick

Was: Fachtag „Digitalisierung und KI aus Sicht von Sozialarbeitenden –
Chancen, Risiken und Gestaltungsmöglichkeiten"
Wann: Freitag, 6. November 2026, 10 – 15 Uhr
Wo: Haus der Wissenschaft, Sandstraße 4/5, 28195 Bremen (eingeschränkt
barrierefrei)
Für wen: Fach- und Leitungskräfte der Sozialen Arbeit
Veranstalter: IU Internationale Hochschule und Hochschule Bremen
Forschungsprojekt: DIGITASA von der IU Internationalen Hochschule,
Hochschule Bremen, Hochschule Merseburg und DHBW Stuttgart
Anmeldung: bis 23. Oktober 2026 unter www.digitasa.de/fachtag

Das vollständige Programm sowie weitere Informationen zum
Forschungsprojekt finden Sie unter https://www.digitasa.de/.