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Neues Labor für Künstliche Intelligenz in den Geistes- und Kulturwissenschaften

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Drei weitere DFG-Projekte bewilligt – Sieben KI-Vorhaben bilden das
Fundament für eine neue Forschungs- und Entwicklungsstruktur an der
Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz

Die Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz baut ihre
Aktivitäten im Bereich der Künstlichen Intelligenz weiter aus und gründet
ein Akademielabor für KI in den Geistes- und Kulturwissenschaften. In dem
neuen Labor sollen die Kompetenzen aus unterschiedlichen
Forschungsprojekten gebündelt, innovative KI-Verfahren entwickelt und neue
Anwendungsmöglichkeiten für die geistes- und kulturwissenschaftliche
Forschung erschlossen werden. Den Ausgangspunkt bilden sieben KI-Projekte
und -Anwendungen, darunter drei Vorhaben, die am 29. September 2026 im
Rahmen der Ausschreibung „Datenkorpora für Künstliche Intelligenz“ der
Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt wurden.

Mit der Einrichtung des Akademielabors geht die Mainzer Akademie einen
wichtigen Schritt über die Förderung einzelner Forschungsprojekte hinaus.
Ziel ist es, die in unterschiedlichen Vorhaben gewonnenen Erfahrungen
systematisch zusammenzuführen, gemeinsame methodische und technologische
Grundlagen zu entwickeln und den Einsatz Künstlicher Intelligenz in den
Geistes- und Kulturwissenschaften nachhaltig voranzubringen.

„Die Künstliche Intelligenz eröffnet den Geistes- und Kulturwissenschaften
völlig neue Forschungsmöglichkeiten. Mit unserem neuen Akademielabor
wollen wir diese Entwicklung aktiv mitgestalten“, erklärt
Akademiepräsidentin Prof. Dr. Andrea Rapp. „Wir verfügen bereits über eine
breite Expertise in diesem Bereich. Diese führen wir nun in einer
gemeinsamen Struktur zusammen, um neue Forschungsansätze zu entwickeln,
Synergien zu nutzen und die Innovationskraft unserer Akademie weiter zu
stärken.“

Drei neue DFG-Projekte stärken die KI-Forschung

Die Gründung des Akademielabors wird durch einen aktuellen Erfolg
zusätzlich gestärkt: Gleich drei Forschungsprojekte mit Beteiligung der
Digitalen Akademie waren im Rahmen der DFG-Ausschreibung „Datenkorpora für
Künstliche Intelligenz“ erfolgreich. Die Vorhaben zeigen beispielhaft, wie
vielfältig die Einsatzmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz in den
Geistes- und Kulturwissenschaften sind.

Das Projekt „Aggregation und Anreicherung von Musikdaten für skalierbare,
ertrauenswürdige Forschung mit KI. Ein Datenkorpus zur Verbesserung der
weltweiten Wahrnehmung von Komponistinnen“ (MAESTRA) entwickelt ein
Datenkorpus zur Aggregation und Anreicherung von Musikdaten. Ziel ist es,
skalierbare und vertrauenswürdige Verfahren für die KI-gestützte Forschung
zu schaffen und damit unter anderem die weltweite Wahrnehmung von
Komponistinnen zu verbessern.

Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit dem Akademiezentrum für Musik und
NFDI4Culture,
dem Konsortium für Forschungsdaten materieller und immaterieller
Kulturgüter in der Nationalen
Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), statt.

Das „Medieval Entity Linking Corpus – Die Maschine im Dienst der
Mediävistik“ widmet sich der Aufbereitung verschiedener
Mittelalterprojekte der Akademie zu einem gemeinsamen Trainingsdatensatz.
Damit soll künftig die automatisierte Identifizierung und Verknüpfung von
Entitäten in mittelalterlichen Quellen verbessert werden. Das Vorhaben
verdeutlicht die enge Zusammenarbeit zwischen der Digitalen Akademie und
dem Akademiezentrum für Mittelalter und Frühe Neuzeit.

Das dritte Vorhaben, „Literarische Spuren in historischer
Gelehrtenkorrespondenz: Aufbau FAIR- und CARE-konformer Datensätze für die
KI-gestützte Erkennung von Literaturreferenzen“, entwickelt FAIR- und
CARE-konforme Datensätze, die eine KI-gestützte Erkennung von
Literaturreferenzen in historischer Gelehrtenkorrespondenz ermöglichen.
Die gewonnenen Erkenntnisse kommen unter anderem den verschiedenen
Projekten des Akademiezentrums für Digitale Epistolarik zugute.

Insgesamt sieben KI-Vorhaben als Fundament des neuen Akademielabors

Die drei neu bewilligten Projekte ergänzen vier bereits bestehende KI-
Vorhaben der Mainzer Akademie: EpiPalaeo zur Erkennung von Inschriften,
Bridging the Gap zum Aufbau eines Wissensgraphen für Briefnetzwerke,
LODEON zur natürlichsprachlichen Erkundung großer Datenmengen und
Workspace Insights zur Unterstützung der Redaktionsarbeit an der Zürcher
Ausgabe sämtlicher Werke von Elias Canetti.

Diese sieben Forschungsprojekte bilden das Fundament des neuen
Akademielabors. Sie decken unterschiedliche Felder ab, stehen aber vor
ähnlichen methodischen und technologischen Herausforderungen. Genau hier
setzt das Labor an: Es soll gemeinsam nutzbare Werkzeuge und Verfahren
entwickeln und neue KI-basierte Forschungsansätze ermöglichen. Zugleich
soll es Raum bieten, die Möglichkeiten und Grenzen Künstlicher Intelligenz
für die geistes- und kulturwissenschaftliche Forschung kritisch zu
reflektieren.

Eine zentrale Rolle übernimmt dabei die Digitale Akademie, die seit ihrer
Gründung im Jahr 2009 geisteswissenschaftliche Forschung mit digitalen
Technologien verbindet und innovative Methoden, Werkzeuge und
Forschungsinfrastrukturen entwickelt.

„Unser Ziel ist es, die Möglichkeiten von KI für die Geistes- und
Kulturwissenschaften nicht nur zu nutzen, sondern wissenschaftlich und
methodisch mitzugestalten“, sagt Prof. Torsten Schrade, Leiter der
Digitalen Akademie. „Das neue Akademielabor ist ein Ort, an dem
datenintensive Forschung, KI-gestützte Methoden und technologische
Innovationen in der konkreten Praxis erprobt und übergreifend reflektiert
werden.“