Neue Verbraucher, neue Anforderungen: FfE-Kooperationsforen präsentieren Lösungsansätze für die Netzintegration
Wie können Industrie, Logistik, Rechenzentren,
Elektrolyseure und Großbatteriespeicher schneller und effizienter in das
Energiesystem integriert werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt der
Statuskonferenz der FfE-Kooperationsforen am 14. Oktober 2026 in der IHK
für München und Oberbayern. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft,
Energiewirtschaft, Netzbetrieb, Politik und Regulierung diskutierten
gemeinsam über aktuelle Herausforderungen bei Netzanschlüssen, den Ausbau
der Infrastruktur und die Rahmenbedingungen für die Elektrifizierung
zentraler Wirtschaftssektoren. Die Kooperationsforen werden auch 2027
fortgeführt.
Mehr als 100 Unternehmen und Organisationen aus ganz Deutschland
engagieren sich inzwischen in den Kooperationsforen zu
Großbatteriespeichern, Elektrolyse, Rechenzentren sowie zur
Elektrifizierung von Industrie und Logistik. Ergänzt wird die Initiative
durch ein Querschnittsforum zu Netzanschluss und -integration. Ziel ist
es, gemeinsam praxisnahe Lösungsansätze für zentrale Herausforderungen der
Transformation des Energiesystems zu entwickeln und unterschiedliche
Perspektiven frühzeitig zusammenzubringen.
Im Rahmen der Statuskonferenz präsentierten die Foren erstmals ihre
bisherigen Erkenntnisse und diskutierten diese mit Vertreterinnen und
Vertretern aus Politik, Regulierung und Energiewirtschaft. Im Fokus
standen unter anderem die Elektrifizierung industrieller Prozesse, die
wachsenden Anforderungen an Netzanschlüsse, die Integration großer
Flexibilitäten in das Energiesystem sowie die regulatorischen
Rahmenbedingungen für neue Verbraucher und Speicher. Dabei wurde deutlich,
dass zahlreiche Herausforderungen branchenübergreifend auftreten und nur
im Zusammenspiel aller beteiligten Akteure gelöst werden können.
„Gerade heute zeigt sich, wie sinnvoll es ist, Menschen mit
unterschiedlichen Positionen an einen Tisch zu bringen und nach
gemeinsamen Lösungen zu suchen.“ – Barbie Haller, Vizepräsidentin der
Bundesnetzagentur
Zu den Höhepunkten der Statuskonferenz gehörten die Grußworte von Dr.
Andreas Lenz, wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-
Bundestagsfraktion, sowie Tobias Gotthardt, Staatssekretär im Bayerischen
Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.
Im Mittelpunkt des Nachmittags standen zwei hochkarätig besetzte
Diskussionsrunden: Unter dem Titel „Hochlauf ermöglichen, Netzkosten
senken: Wie gelingt beides?“ diskutierten Barbie Kornelia Haller von der
Bundesnetzagentur, Dr. Hans Barrios (Bay-ernwerk), Dr. Christoph Müller
(Amprion) und Jonathan Wagner (GLS Bank) aktuelle Herausforderungen der
Netzintegration. In einem zweiten Panel tauschten sich Vertreterinnen und
Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden darüber aus, wie sich die
Energietransformation durch eine branchenübergreifende Zusammenarbeit
beschleunigen lässt.
Gastgeber der Veranstaltung war die IHK für München und Oberbayern.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt ein Fachgespräch mit Barbie Haller von
der Bundesnetzagentur zu aktuellen Entwicklungen bei Netzanschlüssen und
regulatorischen Fragestellungen. Das Gespräch wurde für das FfE-Format
"Redispatch Nachgehakt" aufgezeichnet und wird die auf der Konferenz
diskutierten Themen einer breiteren Fachöffentlichkeit zugänglich machen.
In einer anschließenden Fishbowl-Diskussion diskutierten Vertreterinnen
und Vertreter aus Wirtschaft, Netzbetrieb, Politik und Regulierung die
Frage, wie die in den Kooperationsforen entwickelten Lösungsansätze
schneller in die Umsetzung überführt werden können. Einigkeit bestand
darüber, dass neben technischen Innovationen insbesondere transparente
Prozesse, Planungssicherheit und verlässliche regulatorische
Rahmenbedingungen entscheidend für die erfolgreiche Integration neuer
Verbraucher und Speicher sind.
Die Ergebnisse der Kooperationsforen werden nun in Diskussionspapieren
veröffentlicht und in den weiteren Austausch mit Unternehmen,
Netzbetreibern, Verbänden, Politik und Regulierung eingebracht.
Gleichzeitig starten die beteiligten Akteure in die nächste Phase der
Zusammenarbeit. Ab 2027 wird das Format unter dem Motto „Gemeinsam ein
zukunftsfähiges Energiesystem gestalten“ fortgeführt. Die bestehenden
Foren werden dabei durch die neuen Themenschwerpunkte Finanzierung,
Wärmeinfrastruktur und Erneuerbare Energien ergänzt.
Alle Ergebnisse und Empfehlungen sind online abrufbar:
www.ffe.de/kooperationsforen
