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HCU erprobt Service Learning in der Stadtplanung: Studierende arbeiten an realen Aufgaben für Hamburger Organisationen

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Wie lassen sich Studium, gesellschaftliche Verantwortung und konkrete
Stadtentwicklung miteinander verbinden? In der erstmals angebotenen
Lehrveranstaltung „Stadt- und Raumpolitik (Service Learning)“ bearbeiteten
Studierende der HafenCity Universität Hamburg im Sommersemester 2026 reale
stadtplanerische Fragestellungen für zivilgesellschaftliche
Organisationen. Dabei ging es von Barrierefreiheit über Erinnerungskultur
bis hin zu Stadtteilzentren.

Gefördert wurde die Entwicklung und erste Durchführung des Formats von der
Claussen-Simon-Stiftung in der Förderlinie innovativer Lehrkonzepte.

Das innovative Lehrformat verband fachliches Lernen mit gesellschaftlichem
Engagement: Studierende bearbeiteten reale stadtplanerische
Fragestellungen von zivilgesellschaftlichen Organisationen und wendeten
ihr Wissen in konkreten Praxiszusammenhängen an.

Studierende arbeiten an realen Fragestellungen und begegnen realen
Herausforderungen

Ziel des Kurses ist es, Studierenden die Möglichkeit zu geben, im Rahmen
ihres Studiums gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und zugleich
zentrale Herausforderungen planerischer Praxis kennenzulernen. Dazu gehört
auch das Verständnis dafür, warum Stadtplanung häufig ein langwieriger
Aushandlungsprozess ist, welche Hürden und gegenläufigen Interessen
auftreten können und wie Interessenvertretung in Organisationen
funktioniert.

Im Kurs arbeiteten die Studierenden unter anderem zu Fragen von
Barrierefreiheit, Fußverkehr, Erinnerungskultur, Stadtteilentwicklung und
Teilhabe. Zu den Aufgaben gehörten beispielsweise die Untersuchung der
Bedürfnisse verschiedener Nutzungsgruppen in der Langen Reihe sowie die
Erarbeitung von Potenzialen zur Verbesserung von Teilhabe für das
Kompetenzzentrum für ein barrierefreies Hamburg. Weitere Projekte
befassten sich mit der Verankerung von Denkmälern im Quartier (Stadthaus &
Hannoverscher Bahnhof, Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur
Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen), den Bedarfen von Nutzer:innen
und Zielgruppen von Stadtteilzentren (Bürgerhaus in Meiendorf,
Freizeitzentrum Schnelsen) sowie mit der Entwicklung eines
Fußverkehrskonzepts für Eißendorf (fuss e. V.).

Die Studierenden lernten dabei nicht nur die fachliche Arbeit der
beteiligten Organisationen kennen, sondern erhielten auch Einblicke in
Formen demokratischer Teilhabe – etwa durch die Teilnahme an
Gremiensitzungen, Gespräche mit Akteurinnen vor Ort oder eigene
Erhebungen, beispielsweise in Fußgängerzonen. Die Arbeit fand sowohl
selbstorganisiert als auch im direkten Austausch mit den
Kooperationspartner:innen statt.

Studierende und beteiligte Organisationen profitieren

Auch die beteiligten Organisationen profitieren von dem Format: Sie
erhalten zeitlich und inhaltlich klar umrissene fachliche Zuarbeit, die
sie für ihre eigene Arbeit nutzen und weiterentwickeln können. Die HCU
übernimmt dabei die Rolle, Aufgabenstellungen gemeinsam mit den
Partner:innen vorzubereiten, zwischen Studierenden und Organisationen zu
vermitteln und die Arbeit fachlich in den Kontext stadtplanerischer Praxis
einzuordnen.

Die erste Sitzung fand am 7. April 2026 statt, der Kursabschluss war
bereits am 10. Juli 2026. Einzelne Projekte wurden im Anschluss
weitergeführt. Bereits 2025 hatte die konzeptionelle Vorbereitung des
Formats begonnen.

Zu den Kooperationspartner:innen gehörten unter anderem der Bund für
Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V., das Freizeitzentrum Schnelsen e.
V., FUSS e. V., das Kompetenzzentrum für ein barrierefreies Hamburg, das
Kulturzentrum BiM/Bürgerhaus in Meiendorf e. V., die Stiftung Hamburger
Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen,
die Evangelische Stiftung Alsterforf, UrbView sowie der Verkehrsclub
Deutschland e. V.

Für kommende Semester ist geplant, das Format weiterzuentwickeln. So soll
Service Learning langfristig dazu beitragen, fachliche Ausbildung,
gesellschaftliche Verantwortung und praxisnahe Stadtentwicklung an der HCU
enger miteinander zu verbinden. Im Wintersemester 2026/27 bietet die
Lehrveranstaltung „Stadtplanung in der zivilgesellschaftlichen Praxis“
wieder Studierenden ab dem 5. Bachelorsemester Stadtplanung die
Möglichkeit, ihr Wissen direkt in gemeinwohlorientierten Organisationen
einzubringen.