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Kinder- und Jugendmedienschutz: Weizenbaum-Institut betont die Notwendigkeit konsequenter Plattformverantwortung

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Die Bundesregierung hat die Eckpunkte zum Kinder- und Jugendmedienschutz
beschlossen. Das Weizenbaum-Institut betont: Maßnahmen können Kinder und
Jugendliche nur dann wirksam schützen, wenn Plattformbetreibende stärker
in die Verantwortung genommen werden.



Die Bundesregierung hat die von Bundesministerin Karin Prien vorgelegten
Eckpunkte zum Kinder- und Jugendmedienschutz beschlossen. Das Weizenbaum-
Institut begrüßt grundsätzlich diese Eckpunkte, die die Grundlage für die
Ausarbeitung konkreter Maßnahmen bieten sollen. Wissenschaftler:innen des
Weizenbaum-Instituts betonen jedoch: Maßnahmen und Regelungen können
Kinder und Jugendliche nur dann wirksam schützen, wenn
Plattformbetreibende stärker in die Verantwortung genommen und bestehende
Regulierungslücken geschlossen werden.

Die beschlossenen Eckpunkte bauen unmittelbar auf den Empfehlungen einer
unabhängigen Sachverständigenkommission auf, die die Bundesregierung im
Vorfeld beraten hat. Teil dieses Gremiums war auch Dr. Annika Baumann,
Digitalexpertin und Forschungsgruppenleiterin am Weizenbaum-Institut:

„Die verabschiedeten Eckpunkte sind ein sinnvoller erster Schritt hin zu
einem umfassenderen Kinder- und Jugendmedienschutz. Altersgrenzen und
Medienbildung können dabei wichtige Bausteine sein. Sie reichen jedoch
nicht aus, wenn Risiken durch die Gestaltung digitaler Angebote
mitverursacht werden“, erklärt Dr. Annika Baumann anlässlich der
Veröffentlichung des Papiers. „Die Eckpunkte benennen klar die
Hauptverantwortung der Plattformen. Nun kommt es darauf an, bestehende
Pflichten konsequent durchzusetzen und angekündigte Anforderungen konkret
auszugestalten. Zugleich braucht es Prävention sowie niedrigschwellige
Hilfe- und Meldewege, etwa die geplante Kinder-Onlinewache.“

Interdisziplinäre Forschung für ein sichereres Netz
Das Weizenbaum-Institut begleitet und prägt die Debatte um den Schutz von
Kindern und Jugendlichen im Internet seit Jahren mit fundierten
wissenschaftlichen Analysen. In verschiedenen Forschungsgruppen an der
Schnittstelle von Digitalisierung, Recht und Gesellschaft untersuchen die
Wissenschaftler:innen, wie Algorithmen, Suchtmechanismen (wie „Dark
Patterns“) und Geschäftsmodelle digitaler Konzerne das Wohlbefinden junger
Nutzer:innen beeinflussen.
Im Zentrum der Weizenbaum-Forschung steht dabei der von der
Expert:innenkommission benannte Ansatz „Safety by Design“: Digitale
Angebote sollen von Grund auf so gestaltet sein, dass Risiken wie
Cybermobbing, Desinformation oder algorithmische Manipulation minimiert
werden.

Wissenschaft und Praxis: Impulse für die Medienbildung
Effektiver Jugendschutz braucht zudem eine starke demokratische und
medienpädagogische Praxis. Einen zentralen Baustein dieses
Wissenstransfers bietet auch die gemeinsame Publikationsreihe des
Weizenbaum-Instituts mit der Landeszentrale für politische Bildung: In
dieser Reihe werden komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse über die
Dynamiken des digitalen Raums speziell für die pädagogische Praxis,
Schulen und die politische Bildung aufbereitet. Die Veröffentlichungen
bieten konkrete Handlungsempfehlungen zu Themen wie algorithmischer
Meinungsbildung, digitaler Resilienz und dem Umgang mit Desinformation.
Weitere Informationen zur Publikationsreihe: https://www.weizenbaum-
institut.de/publikationen/publikationsreihe-politische-bildung/