Jeder dritte Arbeitnehmer will sich selbstständig machen - weiß aber nicht wie
Viele Arbeitnehmer in Deutschland möchten sich selbstständig machen oder stärker unternehmerisch in ihre Betriebe einbringen. Jeder dritte hat bereits über ein Geschäftsmodell, das Startkapital und eine kompetente Beratung nachgedacht. Aber nur 14 Prozent haben in den vergangenen fünf Jahren erfolgreich konkrete Schritte unternommen und sind weitergekommen, 3 Prozent blieben erfolglos. Dies zeigt eine Befragung von TNS Emnid im Auftrag der Bertelsmann Stiftung anlässlich einer internationalen Konferenz zum Unternehmertum im Rahmen des Salzburger Trilogs.
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Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist Vollbeschäftigung zwar kein unmittelbar erreichbares Ziel, auf längere Sicht aber durchaus möglich. Wenn die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden, könnte die Arbeitslosigkeit langfristig auf einen Wert zwischen zwei und drei Prozent sinken, sagt IAB-Forscher Enzo Weber. Das entspräche einer Arbeitslosenzahl von rund einer Million. Dazu werde es aber keineswegs automatisch kommen, betont Weber. „Vielmehr bedarf es weiterer Anstrengungen vor allem im Bildungssystem und in der Arbeitsmarktpolitik sowie bei der Stärkung von Wettbewerb und wirtschaftlicher Dynamik, um die Voraussetzungen für Vollbeschäftigung zu schaffen", erklärt der IAB-Forscher. Zudem unterstreicht Weber: „Die Vollbeschäftigungspolitik muss langfristig orientiert sein, unabhängig von aktuellen Konjunkturschwankungen."
Der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Bundesagentur für Arbeit (BA), Peter Clever, hat die Bundesregierung aufgefordert, den Weg für verbesserte Hilfen bei der Lehrlingsausbildung frei zu machen. "Für diese Maßnahmen müssen Gesetze geändert werden. Hier sollte die Bundesregierung rasch handeln", sagte Clever der "Saarbrücker Zeitung". Der BA-Verwaltungsrat hatte vor einigen Wochen ein neues Programm beschlossen, mit dem die ausbildungsbegleitenden Hilfen deutlich ausgebaut werden sollen. "Wir wollen eine so genannte assistierte Ausbildung einführen, bei der ein Jugendlicher mit Problemen speziell von einem von der Arbeitsagentur Beauftragten während der gesamten Ausbildungszeit betreut wird", erläuterte Clever.