Pilotenstreik: Cockpit spielt die geballte Macht einer Spartengewerkschaft aus
Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche geht nichts mehr an den deutschen Flughäfen. Geschäftsleute versäumen Konferenzen, Familien streichen ihre Urlaubspläne, Firmen warten auf dringend benötigte Maschinenteile. Mit jedem Flugzeug, das nicht abhebt, steigen die Kosten, nicht nur für die Luftfahrtunternehmen. Die Bilder der menschenleeren Flughäfen gleichen sich, die Hintergründe aber könnten unterschiedlicher kaum sein. In der vergangenen Woche streikten die Angestellten im öffentlichen Dienst, auch bei Flughafenbetreibern wie der Fraport AG. In der Mehrzahl gehören sie zu den Gering- bis Mittelverdienern der Republik, Jahresgehälter von 20.000 bis 50.000 Euro sind hier die Regel. Die Gewerkschaft Ver.di forderte für sie, insgesamt 2,1 Millionen Menschen, 100 Euro mehr pro Monat, dazu ein Lohnplus von 3,5 Prozent. In dieser Woche hingegen streiken die Piloten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings, etwa 5400 Menschen mit einem Jahresgehalt von 60.000 bis 250.000 Euro. Sie fordern zehn Prozent mehr Lohn, außerdem wollen sie wie bisher die Möglichkeit haben, zu günstigen Konditionen bereits mit 55 Jahren in den Ruhestand zu gehen.
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Die Verhandlungsführer von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite haben sich auf einen Kompromiss bei dem geplanten Stellenabbau bei AB InBev in Bremen geeinigt. Am Nachmittag stimmten auch die Brauerei-Mitarbeiter, die der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) angehören, für die Vereinbarungen und machten so den Weg für die praktische Umsetzung der Ergebnisse frei. Das bestätigten der Bremer NGG-Geschäftsführer Dieter Nickel und AB InBev-Deutschland-Chef Steve McAllister dem WESER-KURIER. Demnach sieht die Vereinbarung vor, dass es bis einschließlich 31. Dezember 2017 keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird. In den Jahren 2015, 2016 und 2017 steigen die Gehälter der Tarifbeschäftigten jeweils um 1,1 Prozent, am 1. Januar 2018 noch einmal um 2,7 Prozent. Danach steht eine neue Tarifrunde an. Zudem gibt es statt der bereits für 2014 vorgesehenen Lohnerhöhung um 2,7 Prozent eine sogenannte 52-Stunden-Stunden-Regelung, die besagt, dass die Mitarbeiter zusätzlich zu Urlaub und sonstigen Regelungen 52 Stunden pro Jahr frei nehmen können.
"Im März hat sich die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt fortgesetzt. Neben der üblichen Frühjahrsbelebung kommt auch die gute Konjunktur auf dem Arbeitsmarkt an.", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise, heute in Nürnberg anlässlich der monatlichen Pressekonferenz. Die Arbeitslosigkeit hat von Februar auf März um 83.000 auf 3.055.000 abgenommen. Der Rückgang fällt etwas stärker aus als jahreszeitlich üblich. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat daher um 12.000 zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr waren 43.000 Menschen weniger arbeitslos gemeldet.
Der wirtschaftliche Schaden und das Durcheinander, das die Piloten mit ihrem dreitägigen Streik anrichten, steht in keinem Verhältnis zur Größe ihrer Berufsgruppe und zu ihren Forderungen. Mehr als 400.000 Fluggäste werden in den nächsten Tagen ihre Ziele nicht erreichen können. Die Piloten sägen mit diesem Streik an dem Ast, auf dem sie sitzen. Sie werden mit ihren drastischen Arbeitskampfmaßnahmen die Debatte um eine Tarifeinheit neu befeuern. Das heißt, ihnen droht als langfristige Konsequenz, dass alle Berufsgruppen in einem Unternehmen von einer Gewerkschaft vertreten werden.