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Lieferkettengesetzgebung in der EU kann zu wirtschaftlichen Schäden für Unternehmen führen

Nachdem Deutschland im vergangenen Jahr sein
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz verabschiedet hat, hat nun auch die
Europäische Kommission ihren Entwurf für eine „Richtlinie über
Nachhaltigkeitspflichten von Unternehmen“ vorgelegt. Doch eine zu strenge
Lieferkettengesetzgebung birgt erhebliche wirtschaftliche Risiken für die
betroffenen Unternehmen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine heute vorgestellte Studie zur ökonomischen
Bewertung eines Lieferkettengesetzes im Auftrag von Gesamtmetall
(Felbermayr, Langhammer, Sandkamp: „Ökonomische Bewertung eines
Lieferkettengesetzes“/https://www.ifw-kiel.de/de/experten/ifw/alexander-
sandkamp/oekonomische-bewertung-eines-lieferkettengesetzes-0/
). Darin
haben sich unter anderen Gabriel Felbermayr vom Österreichischen Institut
für Wirtschaftsforschung Wien (WIFO) und Alexander Sandkamp vom Kiel
Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) mit den möglichen Auswirkungen
einer strengen Gesetzgebung von Sorgfaltspflichten von Unternehmen in
ihrer Lieferkette beschäftigt. Das deutsche
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und ähnliche, noch weitergehende
Initiativen auf EU-Ebene sind nach ihrer Einschätzung als problematisch
einzustufen. Die zentralen Ergebnisse:

•       Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz wird für
Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen, insbesondere in ärmeren Ländern mit
schwachen Institutionen, zusätzliche Kosten und Risiken schaffen. Es kann
daher davon ausgegangen werden, dass deutsche Unternehmen die Zahl der
Zulieferer aus diesen Ländern reduzieren oder sich ganz aus diesen Ländern
zurückziehen werden.
•       Reduzieren nun deutsche Unternehmen ihre Geschäftsbeziehungen mit
Drittländern mit besonders problematisch vermuteten Arbeitsverhältnissen,
schwächt dies die entwicklungsfördernde Einbindung dieser Unternehmen in
globale Wertschöpfungsketten, was zu einer Verringerung des Pro-Kopf-
Einkommens in ärmeren Ländern führen kann.
•       Daher sollte eine gute Lieferketten-Gesetzgebung die effektiven
Handelskosten mit ärmeren Ländern nicht erhöhen, um negative Effekte vor
Ort zu vermeiden. Die Studie schlägt daher einen sogenannten
„Negativlistenansatz“ vor, das heißt die Sanktionierung von ausländischen
Unternehmern, die Menschenrechte missachten. Das wäre kostengünstiger und
würde effektiver zur Stärkung der Menschenrechte in Drittländern
beitragen.

Alexander Sandkamp (IfW Kiel): „Eine strenge Regelung zu
Lieferkettensorgfaltspflichten hätte nach der von uns erstellten Studie
nicht nur höhere Bürokratiekosten für die europäischen Unternehmen zur
Folge. Sollten sich diese Unternehmen deshalb auch noch gezwungen sehen,
sich aufgrund von Haftungsrisiken von Zulieferern in ärmeren Ländern zu
trennen, hätte dies auch negative Auswirkungen auf diese Zulieferer,
selbst wenn keine Menschenrechtsverletzungen auftreten. Schlimmstenfalls
führt dies zu einer Verringerung des Pro-Kopf-Einkommens in den
betroffenen Ländern."

Gabriel Felbermayr (WIFO): „Gerade der Vorschlag der EU-Kommission für
eine europäische Lieferketten-Richtlinie wird das Haftungsrisiko für
europäische Unternehmen deutlich erhöhen, beispielsweise aufgrund der
darin verankerten zivilrechtlichen Haftung von Unternehmen für Dritte.
Damit wird das Rückzugsszenario von Unternehmen aus diesen Ländern sehr
real. Zudem würde die globale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen
Unternehmen gegenüber Konkurrenten geschwächt, die aus Ländern ohne
vergleichbare Regulierung kommen.“

Jetzt Studie lesen: Ökonomische Bewertung eines
Lieferkettengesetzes/https://www.ifw-kiel.de/de/experten/ifw/alexander-
sandkamp/oekonomische-bewertung-eines-lieferkettengesetzes-0/

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Die neuen 7 – Eine Branche voller Chancen

Ausbildungsberufe im Hotel- und Gastgewerbe modernisiert

Das traditionsreiche Hotel- und Gastgewerbe hat seine dualen
Ausbildungsberufe aktualisiert. Mit sechs modernisierten und einer neu
geschaffenen Ausbildungsordnung gehen die Hotel-, Gastronomie- und
Küchenberufe in das im August 2022 beginnende neue Ausbildungsjahr.
Differenzierte Berufsprofile und moderne, attraktive Ausbildungsinhalte,
die Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Digitalisierung
aufgreifen, sollen wieder verstärkt das Interesse von jungen Menschen für
eine Karriere in Hotellerie und Gastronomie wecken.

Die sieben überarbeiteten Ausbildungsordnungen hat das Bundesinstitut für
Berufsbildung (BIBB) gemeinsam mit den zuständigen Bundesministerien sowie
den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis im
Auftrag der Bundesregierung entwickelt.

Die Restaurantfachleute heißen künftig Fachleute für Restaurants und
Veranstaltungsgastronomie. Die neue Berufsbezeichnung macht deutlich, dass
es sich hier künftig um die Veranstaltungsspezialisten der Branche
handelt.

Die Fachkräfte für Gastronomie, deren Bezeichnung bislang Fachkraft im
Gastgewerbe lautete, sowie die Fachleute für Systemgastronomie
vervollständigen die Gruppe der Gastronomieberufe. Fachkräfte für
Gastronomie bleiben die Allrounder im Gastgewerbe mit einem Schwerpunkt im
Verkauf und der Gästebetreuung. Fachleute für Systemgastronomie
organisieren künftig alle Bereiche eines Restaurants. Sie steuern unter
anderem Arbeitsabläufe und überwachen die Qualität der Produkte und
Prozesse.

Die Hotelfachleute bleiben die Generalisten in Beherbergungsbetrieben und
betreuen Gäste auch weiterhin von der Ankunft bis zur Abreise.

Der Ausbildungsberuf Hotelkaufmann/Hotelkauffrau wird umbenannt in
Kaufmann/Kauffrau für Hotelmanagement. Der Schwerpunkt der Ausbildung
liegt künftig noch stärker im kaufmännischen Bereich und stellt somit eine
Alternative zu praxisorientierten Bachelor-Studiengängen dar.

Für Köche und Köchinnen wird künftig in der Ausbildung eine Vertiefung für
vegetarische und vegane Küche angeboten, womit Trends zu veränderten
Ernährungsgewohnheiten aufgegriffen werden.

Neu geschaffen wird der zweijährige Ausbildungsberuf Fachkraft Küche. Er
richtet sich vor allem an praktisch begabte Jugendliche, die Köche und
Köchinnen künftig bei der Zubereitung von Speisen und Gerichten
unterstützen. Diesen Jugendlichen wird somit ein qualifizierter
Berufsabschluss mit weiteren Anschlussmöglichkeiten eröffnet.

„Die Modernisierung der dualen Ausbildungsberufe in Hotellerie und
Gastronomie kommt genau zur richtigen Zeit, denn die Branche ist vom
Fachkräftemangel und den Auswirkungen der Corona-Pandemie schwer
betroffen“, erklärt BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. „Attraktive und
moderne Berufsausbildungen im Hotel- und Gastgewerbe sind Voraussetzung
für eine erfolgreiche Entwicklung der Branche, denn ohne gut ausgebildete
Fachkräfte können gastgewerbliche Betriebe nicht arbeiten. Die neuen,
attraktiven Berufe stellen Weichen für die Zukunft und bieten jungen
Menschen neue Chancen. Sie können ihre Zukunft durch eine solide
Berufsausbildung sichern und die vielen Perspektiven, die sich ihnen im
Gastgewerbe bieten, nutzen.“

Die neuen Ausbildungsordnungen eröffnen vielfältige Aufstiegs- und
Karrieremöglichkeiten. Je nach Ausbildungsberuf sind zum Beispiel
Fortbildungen zum Hotelmeister/zur Hotelmeisterin, zum
Restaurantmeister/zur Restaurantmeisterin, zum Küchenmeister/zur
Küchenmeisterin, zum Fachwirt/zur Fachwirtin im Gastgewerbe oder zum/zur
Staatlich Geprüften Betriebswirt/-in möglich.

Die sieben modernisierten beziehungsweise neuen Ausbildungsordnungen und
die darauf abgestimmten, von der Kultusministerkonferenz (KMK) für den
schulischen Teil der dualen Ausbildung erarbeiteten Rahmenlehrpläne treten
zum 1. August 2022 in Kraft.

Weitere Informationen unter <www.bibb.de/hogakue>

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Bilanz: Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kommunikation begleitet 12.000 KMU in die Digitalisierung

Digitalisierung voranbringen und dazu Orientierung
geben, konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, wissenschaftliche
Erkenntnisse in den unternehmerischen Alltag bringen und anwendbar machen
- dies waren Ziele, die sich das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum
Kommunikation gesetzt hatte. Ende Februar ist das vom Bundesministerium
für Wirtschaft und Klimaschutz finanzierte Projekt ausgelaufen. Die
Bilanz: Neben 19.000 Beschäftigte aus gut 12.000 Betrieben wurden 4.800
Berater*innen und Multiplikator*innen dabei unterstützt, KMU noch besser
im digitalen Wandel zu begleiten. Sehr viele Hilfestellungen sind zudem
online für alle Interessierten auch weiterhin nutzbar.

Dabei lag der Schwerpunkt der Arbeit des Kompetenzzentrums auf jenen
Veränderungen durch Digitalisierung in KMU, die direkt mit Menschen in
unterschiedlichen Rollen zu tun haben. “Digitaler Wandel wird vor allem
durch die Kund*innen vorangebracht”, erläutert Prof. Dr. Pia Sue Helferich
von der Hochschule Darmstadt. Sowohl im Geschäft zwischen Unternehmen, dem
B2B-Geschäft, als auch im Geschäft mit Endkund*innen gibt es hohe
Erwartungen an digitale Abläufe, argumentiert die Kommunikationsexpertin:
“Die Information zu Produkten und Leistungen beginnt immer häufiger im
Netz und oft wünscht sich die Kundschaft auch digitale Services wie einen
Online-Shop.” Die Pandemie hat diesen Trend beschleunigt. Und auch die
Bedürfnisse der Mitarbeitenden nach digitaler Zusammenarbeit haben sich
rasend verändert. Das Problem vieler KMU: “Sie wissen, dass
Handlungsbedarf besteht, aber sie wissen oft nicht, wo sie wie mit der
Digitalisierung anfangen sollen”, so Helferich.

“Was an den beiden Gruppen der Kund*innen und der Mitarbeiter*innen
sichtbar wird, hat enorme Auswirkungen auf alle Bereiche des
unternehmerischen Tuns”, erläutert Prof. Dr. Thomas Thießen von der
Business School Berlin. Er ist Leiter des Konsortiums. Um die KMU
bestmöglich zu erreichen, hat das Zentrum selbst eine umfangreiche
Website, Newsletter und Social-Media-Kommunikation betrieben. Zugleich hat
es mit vielen Institutionen wie Industrie- und Handelskammern,
Handwerkskammern oder Wirtschaftsverbänden zusammengearbeitet und mit
ihnen etwa 800 Vorträge und Workshops angeboten.

Aufgrund der Pandemie wurden seit zwei Jahren fast alle Veranstaltungen
online angeboten. “Für die Unternehmer*innen war die Schwelle zur
Teilnahme so besonders niedrig, und unsere Angebote wurden sehr intensiv
genutzt”, so Thießen. “Dabei konnten wir auch sehr schnell vielen
Unternehmen helfen, die plötzlich Mitarbeitende ins Homeoffice oder an den
Küchentisch schicken mussten”, betont Holger Schneider vom dritten
Partner, dem Forschungsinstitut für Telekommunikation und Kooperation in
Dortmund. Entsprechend gab es unter anderem Angebote zu Führung in der
digitalen Transformation, zur virtuellen Zusammenarbeit, aber auch zu
Geschäftsmodellentwicklung oder digitalem Marketing. 36 Unternehmen wurden
beispielhaft auch über eine längere Zeit unterstützt, so zum Beispiel ein
Restaurant aus Südhessen, das virtuelle Whisky-Proben angeboten und
digital vermarktet hat oder ein Unternehmensnetzwerk, mit dem virtuelle
Messeformate entwickelt wurden. “Die einzelnen Schritte und die
entstandenen Lösungen sind auf unserer Website dokumentiert und können
damit auch für andere Unternehmen anregend sein”, erläutert Thießen.

Durch die öffentliche Finanzierung waren alle Angebote für die KMU
anbieterneutral und kostenfrei - so wie auch die Leistung anderer
Kompetenzzentren der Initiative Mittelstand-Digital. Das Mittelstand-
Digital Netzwerk bietet umfassende Unterstützung bei der Digitalisierung.
Kleine und mittlere Unternehmen profitieren von konkreten Praxisbeispielen
und passgenauen Angeboten zur Qualifikation und IT-Sicherheit. Das
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ermöglicht diese Angebote
und stellt finanzielle Zuschüsse bereit. An die Arbeit des
Kompetenzzentrums Kommunikation wird in Kürze ein neues Projekt anknüpfen.
In dem vorgesehenen Digitalzentrum geht es darum, KMU in den beiden großen
Transformationen, der Digitalisierung und jener zu Nachhaltigkeit, zu
unterstützen. Die Arbeit des bisherigen Kompetenzzentrums Kommunikation
bleibt natürlich zugänglich: Entstanden sind mehrere hundert Fachartikel,
Anleitungen, Selbstlerneinheiten und Checklisten, die auf dieser Website
zu finden sind: https://www.kompetenzzentrum-kommunikation.de

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Russland hat in einem Handelskrieg langfristig deutlich mehr zu verlieren als USA und Alliierte

Die russische Volkswirtschaft würde durch eine Entkoppelung ihrer
Handelsbeziehungen von den USA und ihren Partnern langfristig deutlich
stärker in Mitleidenschaft gezogen als die der Alliierten. Russlands
Wirtschaftsleistung würde in einer Modellierung auf längere Sicht jährlich
um knapp zehn Prozent geringer ausfallen, als wenn die Handelsbeziehungen
fortbestünden. Die Alliierten hätten dagegen in diesem Zeithorizont
deutlich geringere Einbußen zu beklagen.

Die Einschätzungen ergeben sich aus einer Modellsimulation, die jetzt in
einem gemeinsamen Arbeitspapier von Forschern des Kiel Instituts für
Weltwirtschaft (IfW Kiel) und des Österreichischen
Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) veröffentlicht wurde. „Ein
Handelskrieg zwischen Russland sowie den USA und ihren Verbündeten würde
Russlands Wirtschaft langfristig empfindlich treffen. Die Alliierten
dürften zwar kurzfristig ebenfalls zum Teil stark betroffen sein, auf
längere Sicht haben sie aber im modellhaft simulierten Fall insgesamt nur
eine um jährlich 0,17 Prozent geringere Wirtschaftsleistung zu
befürchten“, sagt Alexander Sandkamp, Handelsforscher am IfW Kiel und der
Kieler Christian-Albrechts-Universität.

Die Berechnungen wurden mit dem KITE-Modell (Kiel Institute Trade Policy
Evaluation) vorgenommen. Das Modell kann simulieren, wie sich
Handelsströme langfristig anpassen, wenn internationale Lieferbeziehungen
unterbrochen sind, und wie sich das auf die Wachstumsmöglichkeiten einer
Volkswirtschaft auswirkt. Die kurzfristigen Effekte gegenseitiger
Sanktionen, die in der Regel auf beiden Seiten zu Einkommensverlusten
führen, sind dabei nicht abgebildet. Das Modell simuliert eine
Verdoppelung von Handelsbarrieren abseits von Zöllen (nichttarifäre
Handelshemmnisse), bildet aber nicht aktuell beschlossene Sanktionspakete
ab.

Der Grund für die ungleiche Verteilung der Kosten liegt vor allem in der
geringen wirtschaftlichen Bedeutung Russlands im Vergleich zu den USA und
ihren Verbündeten. Letztere sind in Bezug auf Im- und Exporte für Russland
also wichtiger als umgekehrt: So war die EU im Jahr 2020 für 37,3 Prozent
des russischen Außenhandels verantwortlich, umgekehrt finden aber
lediglich 4,8 Prozent des Außenhandels der EU mit Russland statt.
Berücksichtigt man zusätzlich den intraeuropäischen Handel, wäre der
Russlandanteil nochmals deutlich geringer. Importbarrieren der Alliierten
würden Russland stärker treffen als Exportbarrieren.

„Sanktionen zeigen kurzfristig meist wirtschaftliche, aber keine
politische Wirkung. Halten sie lange an und sind umfassend, kann sich ihr
politisches Wirkungspotenzial vergrößern. Die Simulationsergebnisse geben
einen Eindruck, was langfristig für beide Seiten auf dem Spiel steht: Nach
einer Anpassungsphase im Welthandel wird Russland deutlich geschwächt
dastehen, der Schaden für die Alliierten ist dagegen überschaubar“, sagt
Gabriel Felbermayr, Direktor des WIFO.

Allerdings sind die Kosten der Simulation zufolge auch bei den Alliierten
sehr ungleich verteilt. Stärker betroffen wären langfristig osteuropäische
Länder wie Litauen (im Modellfall: -2,5 Prozent), Lettland (-2,0 Prozent)
und Estland (-1,1 Prozent). Deutschland und Österreich müssten mit
Verlusten in Höhe von 0,4 Prozent bzw. 0,3 Prozent des jährlichen
Bruttoinlandsprodukts rechnen, die USA lediglich mit Verlusten in Höhe von
0,04 Prozent. Diese Zahlen zeigen die stärkere Verflechtung Russlands mit
der EU.

Als Folge des Konflikts könnte Russland zwar seinen Handel mit anderen
Ländern wie China ausweiten und insbesondere mehr in diese Länder
exportieren. Im Jahr 2020 gingen knapp 14,6 Prozent der russischen Exporte
nach China, allerdings kamen nur knapp 2,8 Prozent der chinesischen
Importe aus Russland. Selbst wenn Russland nun vermehrt nach China
exportiert, dürften die Auswirkungen auf China sich in Grenzen halten.
Ähnlich sieht es bei den russischen Importen aus. So kamen knapp 23,7
Prozent der russischen Importe aus China. Gleichzeitig gingen jedoch nur
knapp 2 Prozent der chinesischen Exporte nach Russland. Insgesamt würde
sich das Realeinkommen in China daher im Modell lediglich um 0,02 Prozent
jährlich erhöhen. Wirtschaftlich wäre China also nicht der große
Krisengewinner.

Zum Working Paper: Cutting through the Value Chain: The Long-Run Effects
of Decoupling the East from the West (https://www.ifw-
kiel.de/index.php?id=17087)

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