Herzerkrankungen in der Corona-Zeit

Herzerkrankungen sind meistens dringlich – Hohe Routine im HDZ NRW
„In Zeiten der Pandemie zu Hause zu bleiben, ist zwar grundsätzlich
richtig“, sagen die Herzspezialisten am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ
NRW), Bad Oeynhausen. Aber wer ein krankes Herz hat, darf eine dringend
anstehende Untersuchung beim Arzt oder in der Klinik nicht hinauszögern
und sollte sich auf jeden Fall beraten lassen. In diesen Fällen ist nach
Ansicht der Experten besondere Vorsicht geboten:
Herzklappenerkrankungen
„Wir raten auch Patienten, die trotz eines schweren Klappendefekts nur
geringe Beschwerden verspüren, eine geplante Operation nur nach
Rücksprache aufzuschieben“, sagt Professor Dr. Jan Gummert, Direktor der
Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie. Auch bei geringen
Beschwerden kann die Klappenerkrankung unbemerkt fortschreiten und das
Risiko von Komplikationen deutlich erhöhen. „Bei allen Fragen zur
Behandlung und medikamentösen Therapie stehen erfahrene Teams unserer
Kardiologen und Herzchirurgen am HDZ zur Verfügung.“
Koronare Herzkrankheit und akuter Brustschmerz
„Ist die Durchblutung des Herzmuskels durch eine Einengung (Stenose) oder
Arterienverkalkung (Atherosklerose) zu sehr eingeschränkt, kann es zu
einem Herzinfarkt kommen“, erläutert Prof. Dr. Volker Rudolph, Direktor
der Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie/Angiologie.
„Ein Infarkt ist immer lebensbedrohlich. Bei Symptomen wie Brustschmerz,
Übelkeit, in Arm und Rücken ausstrahlenden Schmerzen oder Luftnot sollte
unverzüglich der Notarzt angerufen werden.“
Herzrhythmusstörungen
„Ob Rhythmusstörungen harmlos oder lebensbedrohlich sind, kann nur ein
Kardiologe nach ausführlicher Untersuchung einschätzen“, sagt Prof. Dr.
Philipp Sommer, Direktor der Klinik für Elektrophysiologie/Rhythmologi
Andauernde und wiederkehrende Beschwerden wie Herzrasen und Schwindel sind
daher unbedingt ernst zu nehmen. „Einem Verdacht zum Beispiel auf
Vorhofflimmern ist nachzugehen, denn diese Erkrankung verursacht jedes
Jahr rund 30.000 Schlaganfälle.“
Richtig ist, dass das Herz- und Diabeteszentrum NRW seit März zusätzliche
Intensivkapazitäten geschaffen hat, um bei Bedarf eine zunehmende Zahl von
schwerkranken COVID-19-Patienten aufzunehmen. „Aber natürlich werden
unsere Herzpatienten nach wie vor nach entsprechender Risikoabwägung
einbestellt und versorgt“, betont Professor Gummert. „Wir möchten das
Gefühl vermitteln: Wenn Sie in unserer Klinik aufgenommen werden, wird
alles für Ihre Sicherheit getan.“ So habe das HDZ bereits Wochen vor
Einführung der Maskenpflicht zum Tragen eines Einmal-Mund-Nasenschutzes
aufgefordert. Patienten erhalten bei Betreten des Klinikums eine Maske,
bei Neuaufnahmen wird immer ein Abstrich auf das Corona – Virus
durchgeführt, dessen Ergebnis noch am selben Tag nach 5 Stunden vorliegt.
„In diesen Tagen können wir uns auf ein fest etabliertes Hygienemanagement
und geschulte Mitarbeiter verlassen, die in der Therapie und Pflege von
Patienten mit eingeschränkter Infektabwehr große Erfahrung besitzen.“
Diese hohe Routine und Vorsicht bewähre sich jetzt. „Unsere Patienten
können sich trotz Corona Pandemie im HDZ NRW gut aufgehoben fühlen.“
(Foto: Marcel Mompour):
Herzspezialisten am sicheren Ort: (v.l.) Prof. Dr. Volker Rudolph, Prof.
Dr. Jan Gummert und Prof. Dr. Philipp Sommer gehen mit gutem Beispiel
voran und tragen nicht nur im Herzkatheterlabor und im OP, sondern im
gesamten Klinikum tagsüber Mundschutzmasken.)
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