WeCaRe: Strukturförderung entlang des Krebsbehandlungspfades

Gemeinsam mit regionalen Partnern wollen Universitätsklinikum und
Universität Jena ein Konzept für eine ganzheitliche Gesundheitsversorgung
in strukturschwachen Regionen Mitteldeutschlands entwickeln. Das WeCaRe-
Bündnis wird in der Konzeptphase des Wettbewerbs „WIR! – Wandel durch
Innovation in der Region“ des Bundesforschungsministeriums gefördert und
kann sich im Sommer nächsten Jahres für die Umsetzungsphase bewerben.
Der demografische Wandel erschwert die Versorgung von Krebspatienten im
ländlichen Raum gleich doppelt: Die Bevölkerung ist hier nicht nur
überdurchschnittlich von dieser Alterserkrankung betroffen, es fehlt auch
an einer für sie gut erreichbaren spezialisierten Medizin-Infrastruktur.
Mit seiner Idee für eine ganzheitliche Gesundheitsversorgung in
strukturschwachen Regionen will das WeCaRe-Bündnis beide Probleme angehen.
Das „WIR!-Projekt eHealth Cancer therapies and medical Rehabilitation“
erhält nun im Rahmen des Wettbewerbs „WIR! – Wandel durch Innovation in
der Region“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die
Möglichkeit, sein Konzept für die Modellregion Südost-Thüringen
auszuarbeiten.
„Unser oberstes Ziel ist die Verbesserung der wohnortnahen onkologischen
Versorgung, die hochspezialisierten Behandlungs- und Reha-Angebote müssen
alle Patientinnen und Patienten erreichen“, betont Prof. Dr. Orlando
Guntinas-Lichius vom Universitätsklinikum Jena, der Koordinator des
Bündnisses. Dafür soll die Akzeptanz digitaler und telemedizinischer
Angebote erhöht werden. Neben dem Ausbau bestehender Netzwerke und der
Aus- und Weiterbildung zielt das Konzept auch auf die Entwicklung neuer
telemedizinischer und mobiler medizintechnischer Lösungen. „Dabei wollen
wir insbesondere auf Unternehmen in der Region setzen, um auch wichtige
Impulse für die Wertschöpfung und Fachkräftebindung vor Ort zu geben“, so
der Wirtschaftsgeograph Prof. Dr. Sebastian Henn.
In den kommenden Monaten wird das WeCaRe-Team mit den Partnern des
Bündnisses konkrete Projektideen entwickeln, weitere Akteure ansprechen
und sein Konzept am Beispiel der Modellgemeinden Leutenberg im Kreis
Saalfeld-Rudolstadt und Pößneck im Saale-Orla-Kreis ausarbeiten. Es soll
so gestaltet sein, dass es auf andere Volkskrankheiten und Regionen
übertragbar ist. Das Bündnis wird sich damit im Sommer nächsten Jahres für
die Umsetzungsphase bewerben, in der insgesamt 25 Initiativen eine
Förderung von je bis zu 15 Millionen Euro erhalten können.
