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Kampf gegen Covid-19: Eine Million Euro für patientennahe Forschung

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Deutsche Herzstiftung stellt rund eine Million Euro für neue Erkenntnisse
zu Coronavirus-Erkrankung im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
zur Verfügung. 14 Forschungsvorhaben erhalten Fördermittel

Die Pandemie durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 mit derzeit über
184.500 Covid-19-Infektionen und über 8.700 Sterbefällen ist für Menschen
mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und angeborenen Herzfehlern mit hohen
Risiken verbunden. Für viele Covid-19-Erkrankte sind die Folgen für das
Herz und andere Organe gravierend bis hin zu langfristigen
Beeinträchtigungen der Herz- und Lungenfunktion. Mit dem Ziel, möglichst
rasch zur Klärung der dringlichsten Fragestellungen zum neuartigen
Coronavirus im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und
angeborenen Herzfehlern beizutragen, hat die Deutsche Herzstiftung in
einer Ad-hoc-Initiative eine Million Euro für die Forschungsförderung im
Kampf gegen SARS-CoV-2 bereitgestellt. Von insgesamt 60 Forschungsanträgen
konnten innerhalb kürzester Zeit 14 Forschungsvorhaben für eine
Projektförderung mit einem Gesamtfördervolumen von über 940.000 Euro
bestimmt werden. Über die einzelnen Forschungsvorhaben informiert die
Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/COVID-19-Projektfoerderung.html

„In einer Extremsituation wie der Pandemie durch das neuartige Coronavirus
sind neue Forschungsergebnisse äußerst wichtig, um Prävention und
Behandlung zu verbessern“, betont der Notfallmediziner und Kardiologe
Prof. Dr. med. Dietrich Andresen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Herzstiftung. Menschen mit Herz- und Kreislauferkrankungen zählen zu den
Personengruppen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf einer
Coronavirus-Infektion. Das gilt für herzkranke Kinder wie für Erwachsene
mit erworbenen Herz-Kreislauf-Leiden wie Herzschwäche oder Bluthochdruck.
„Wir wollen deshalb mit der Förderung möglichst rasch auf dem Boden
hochkarätiger Forschung verlässliche Erkenntnisse in Diagnostik und
Therapie gewinnen, die helfen, Herz-Kreislauf-Patienten vor den Folgen
einer Covid-19-Erkrankung zu schützen“, betont der Kardiologe und
stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Prof.
Dr. med. Thomas Voigtländer.

Forschungsvorhaben werden facettenreicher Corona-Thematik gerecht
Sieben Gutachter aus dem Vorstand der Deutschen Herzstiftung haben unter
der Leitung von Prof. Dr. med. Heribert Schunkert, selbst im Vorstand der
Herzstiftung und Kardiologe am Deutschen Herzzentrum München, in insgesamt
drei Evaluationsrunden alle Anträge geprüft. Nach mehreren Sitzungen zur
Bewertung der Projektanträge hat sich das Gremium auf 14 Anträge geeinigt.
„Sämtliche leistungsstarken Wissenschaftler haben mit Forschungsanträgen
auf die Ausschreibung reagiert. Das Feld der förderungswürdigen Projekte
wird der Komplexität und des Facettenreichtums der Corona-Thematik gerecht
und ist folgerichtig interdisziplinär aufgestellt: neben den
herzmedizinischen Disziplinen sind auch andere Fachbereiche involviert,
darunter die Transfusionsmedizin, die Pathologie und Biochemie“, betont
Schunkert.

Corona-Impfstoff muss sich auch für herzkranke Kinder und Erwachsene
eignen
Entsprechend groß ist auch die Bandbreite der Fragestellungen aus den
bewilligten Vorhaben: „Die Entwicklung von Impfstoffen gegen SARS-CoV-2
bei vorerkrankten Risikopatienten ist Gegenstand eines der unterstützten
Vorhaben. Schließlich sollen Impfstoffe auch bei herzkranken Kindern und
Erwachsenen eingesetzt werden können“, erklärt Schunkert. „Ebenso
beschäftigen sich Forscher mit Verfahren, die herztransplantierte
Patienten aufgrund ihres unterdrückten Immunsystems besser für eine
Coronavirus-Infektion rüsten sollen, hier spielen die Antikörper-Bildung
nach einer Covid-19-Erkrankung und die Verträglichkeit von Impfstoffen
eine Rolle.“ Auch unter welchen Konstellationen das Coronavirus das Herz
von Menschen direkt schädigt, die noch nicht als herz- oder gefäßkrank in
Erscheinung getreten sind, ist Thema der Forschungsförderung. So soll mit
Hilfe von Gewebeanalysen verstorbener Covid-19-Patienten die Frage geklärt
werden, durch welche Mechanismen das neuartige Coronavirus möglicherweise
zu einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) führen kann. „Wissenschaftler
verfolgen hierzu mehrere Hypothesen. Analysen sollen hier Klarheit
schaffen“, betont Schunkert. Auch andere hochaktuelle Fragestellungen etwa
zu epidemiologischen Themen oder zur Rolle gefährlicher
Gerinnungsstörungen bei Covid-19-Erkrankten sind bei der Bewilligung der
Projektförderung berücksichtigt: Wie kommt es zu den in Notfallambulanzen
in Deutschland (wie auch im Ausland) häufig berichteten Rückgängen von
Herzinfarkteinlieferungen im Zuge der Corona-Pandemie – und wie wirkt sich
dieser besorgniserregende Trend auf die Morbidität und Sterblichkeit in
bestimmten Regionen aus? „Nur mit Hilfe einer Forschungsförderung, die
diesen vielschichtigen Problemen der Corona-Pandemie für die
herzmedizinische Versorgung gerecht wird, können wir wirkungsvoll Menschen
mit Herz-Kreislauf-Erkrankung vor schwerwiegenden Beeinträchtigungen und
Tod durch das Coronavirus schützen“, erklärt Prof. Voigtländer.

Der Vorstand der Deutschen Herzstiftung hat die Förderung der Projekte mit
einer Gesamtsumme von € 941.414,- beschlossen, eine Liste der Projekte ist
unter www.herzstiftung.de/COVID-19-Projektfoerderung.html abrufbar.