Gute Perspektiven für herzkranke Kinder und Erwachsene
Kinderherzzentrum und Zentrum für angeborene Herzfehler am HDZ NRW, Bad
Oeynhausen:
Mehr Eingriffe, sichere Versorgung, neue Projekte
Kinderherzzentrum und Zentrum für angeborene Herzfehler am HDZ NRW, Bad
Oeynhausen: Mehr Eingriffe, sichere Versorgung, neue Projekte
Wenn Prof. Dr. Stephan Schubert am 1. Juli seinen Dienst als Chefarzt der
Klinik für Kinderkardiologie und angeborene Herzfehler am Herz- und
Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, antritt, erwartet ihn ein
erfahrenes Team von Spezialisten und qualifizierten Pflegefachkräften, die
seit Jahren eine konstante Versorgung mit einem umfassenden
Therapiespektrum für kleine und große Patienten mit angeborenen
Herzfehlern sicherstellen.
„Am HDZ NRW werden sämtliche verfügbaren, schonenden Eingriffe und
Verfahren eingesetzt mit guter Perspektive, auch bei schwersten
Herzfehlbildungen langfristig eine optimale Lebensqualität zu erzielen“,
betont Dr. Eugen Sandica, langjähriger Direktor der Klinik für
Kinderherzchirurgie und angeborene Herzfehler, der das Bad Oeynhausener
Kinderherzzentrum in gemeinsamer Doppelspitze mit Prof. Schubert leiten
wird. „Vom Neugeborenen bis zum Erwachsenen sollen sich unsere Patienten
und ihre Angehörigen zu jeder Zeit gut beraten und aufgehoben fühlen.“ Das
erfolgreiche interdisziplinäre Klinikkonzept habe sich auch in schwierigen
Zeiten des Fachkräftemangels und trotz Coronakrise bewährt. „Jedes 100.
Kind kommt mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt und hat Anspruch auf
eine sichere medizinische Versorgung, daran ändert auch eine Pandemie
nichts.“
Dass im Vergleich zum Vorjahr sogar mehr Operationen und
Katheterinterventionen durchgeführt werden konnten, sei vor allem der
hervorragenden Teamstruktur der beiden Kliniken zu verdanken, betont
Sandica. Die Klinik für Kinderkardiologie ist bereits zum zweiten Male
über einen längeren Zeitraum von Privatdozent Dr. Kai Thorsten Laser
geleitet worden, der dem neuen Chefarzt eine in vielfacher Hinsicht gut
aufgestellte Klinik übergibt: „In unserem Kinderherzkatheterlabor haben
wir großartige Unterstützung von Dr. Gleb Tarusinov erhalten, dem
Leitenden Oberarzt am Herzzentrum Duisburg. Dr. Tarusinov hat im Wechsel
mit Professor Schubert aus Berlin bereits seit Januar dieses Jahres eine
Reihe von sehr komplexen Eingriffen bei uns durchgeführt“, berichtet
Laser.
Laser ist auch Ansprechpartner für die Fortbildung, Lehre und Forschung
der Klinik für Kinderkardiologie und kümmert sich um die Medizinstudenten
der Ruhr-Universität Bochum. Drei interessante Forschungsprojekte der
Klinik werden derzeit vorangetrieben:
• Noch im Juni startet eine wissenschaftliche Studie zu
Herzkatheterverfahren, die – ohne Einsatz von Röntgenstrahlung - während
der bildgebenden Diagnostikuntersuchung mittels Magnetresonanztherapie
(MRT) durchgeführt werden können.
• Im Herbst werden die ersten Ergebnisse einer Lerntherapiestudie
mit herzkranken und gesunden Kindern erwartet.
• Eine neue Kanüle für mechanische Herzunterstützungssysteme wurde
von Dr. Sandica in Zusammenarbeit mit der Firma Berlin Heart GmbH für
Patienten mit Einkammerherzen entwickelt. Das Projekt wird aktuell vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die individuelle
Anpassung an die Bedürfnisse des Patienten im Sinne einer personalisierten
Medizin wird anhand von dreidimensionalen MRT-Datensätzen ermöglicht. Nach
entsprechender Zulassung kann ein Versagen des Herz-Kreislaufsystems bei
Menschen mit Einkammerherzen dauerhaft behandelt werden, bis eine
Transplantation möglich ist.
Rund 4.600 Patienten werden jährlich in der neu strukturierten Ambulanz
des Kinderherzzentrums behandelt, darunter mehr als 1.000 junge Erwachsene
mit einem angeborenen Herzfehler und mehr als 200 herztransplantierte
Kinder und Jugendliche. Mit insgesamt 176 Mitarbeitern, darunter 32 Ärzte,
122 Pflegefachkräfte und Funktionskräfte, ist das Zentrum für angeborene
Herzfehler für die Zukunft gerüstet. „Wir sind zuversichtlich und freuen
uns auf die weiteren Aufgaben“, fassen Dr. Sandica und Dr. Laser die
Stimmung in ihren Teams zusammen. Und auf eine weitere Maßnahme freuen
sich ihre Patienten ganz besonders: Schon in Kürze sollen die Baumaßnahmen
für einen Außenspielbereich und neue Schulungsräume beginnen, die von der
Bild-Stiftung „Ein Herz für Kinder“ gefördert werden.
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Hintergrundinformationen:
Das Kinderherzzentrum und Zentrum für angeborene Herzfehler des HDZ NRW
wird von den Direktoren der Klinik für Kinderkardiologie und angeborene
Herzfehler der Klinik für Kinderherzchirurgie und angeborene Herzfehler
gemeinsam geleitet. Es zählt zu den international führenden Einrichtungen
zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit angeborenem Herzfehler und
ist zertifiziertes Zentrum für die Behandlung von Erwachsenen mit
angeborenen Herzfehlern (EMAH). Im Zentrum werden alle Arten von
angeborenen Herzfehlern einschließlich Herztransplantationen und Einsatz
künstlicher Herzunterstützungssysteme mit modernsten Methoden therapiert.
Jährlich werden hier über 1000 Operationen und Herzkathetereingriffe mit
herausragenden Ergebnissen auch im internationalen Vergleich durchgeführt.
Im Februar dieses Jahres sorgte eine weltweite Innovation für
Schlagzeilen: Erstmals wurde in Bad Oeynhausen unter der Leitung von Dr.
Eugen Sandica eine mobile Herzunterstützung eingesetzt. Das System ist das
weltweit erste und einzige, nur 15 Kilogramm leichte und leistungsfähigste
Antriebssystem für eine mobile Herzunterstützung (Excor® Active, Berlin
Heart), dass schwer herzkranken Kindern eine größere Bewegungsfreiheit und
eine deutlich verbesserte Lebensqualität bietet.
