Nachsorge-App unterstützt Krebspatienten dabei aktiv zu bleiben
Viele Krebspatienten sind wegen Corona verunsichert und vermeiden den
Besuch von Fitnessstudios oder Sportgruppen. Die Nachsorge-App, die vom
Onkologischen Schwerpunkt Stuttgart und vom Krebsverband Baden-Württemberg
entwickelt wurde, unterstützt Patienten neben der Organisation von
Arztterminen sowie nützlichen Adressen und Informationen zusätzlich mit
einem Bewegungsprogramm. So können Betroffene auch von Zuhause aus aktiv
bleiben. Außerdem neu: die App kann auch von Patienten mit Darmkrebs- oder
Prostata-Diagnose genutzt werden.
Gemeinsame Pressemitteilung des NCT Heidelberg, des Krebsverbandes Baden-
Württemberg e.V. und des Onkologischen Schwerpunktes Stuttgart
Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine
gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des
Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Deutschen Krebshilfe
(DKH).
"Bewegung und Sport sind während und nach einer Krebserkrankung die beste
begleitende Therapie", sagt Joachim Wiskemann, Leiter der Arbeitsgruppe
Onkologische Sport- und Bewegungstherapie am Nationalen Centrum für
Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und Universitätsklinikum Heidelberg
(UKHD), wo das Bewegungsprogramm für die Nachsorge-App entwickelt wurde.
Mit Bewegung und Sport könne beispielsweise das Risiko einer erneuten
Erkrankung gesenkt werden, das Fatigue-Syndrom der anhaltenden Müdigkeit
werde wesentlich verbessert oder Probleme mit dem Lymphsystem würden
abgemildert. "Das sind alles Faktoren, die sich auf die Lebensqualität der
Krebspatienten auswirken und darauf, wie schnell sie nach der Erkrankung
wieder arbeiten können", sagt Wiskemann. Die App soll den ersten Kontakt
zur Bewegung erleichtern. Wenn intensivere Beratung oder persönliche
Betreuung notwendig sind, können sich die Betroffenen jederzeit an das
Netzwerk OnkoAktiv (www.netzwerk-onkoativ.de) oder an eine der 14
Krebsberatungsstellen in Baden-Württemberg wenden.
Die vom Onkologischen Schwerpunkt Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem
Krebsverband Baden-Württemberg nun erweiterte Nachsorge-App unterstützt
Krebspatienten nicht nur beim Sport. Sie hilft auch, Termine zu
organisieren und wichtige Informationen an einem Ort zu bündeln. In der
App ist der individuell empfohlene Nachsorge-Rhythmus hinterlegt. Diesem
können weitere eigene Arzttermine hinzugefügt werden. Ein individuell zu
verwaltender Medikamentenplan erinnert Patienten an die Einnahme. Auch
Arztberichte und Befunde können in der App hinterlegt und direkt in eine
persönliche Patientenakte integriert werden. Darüber beinhaltet die
Anwendung wichtige Informationen zur Nachsorge sowie für Krebspatienten
relevante aktuelle Veranstaltungshinweise und zentrale Kontaktadressen in
Baden-Württemberg. Eigene Adressen können ebenfalls hinzugefügt werden.
Die App funktioniert offline. Es werden keine Daten ohne eine aktive
Einwilligung der Nutzer an den Server übermittelt.
"Wir freuen uns sehr, dass diese tolle Anwendung jetzt einem größeren
Kreis von Krebspatienten zur Verfügung steht", sagt Friedhelm Brinkmann,
Geschäftsführer des Onkologischen Schwerpunkts Stuttgart. "Neben
Brustkrebs sind Darm- und Prostatakrebs sehr häufig auftretende
Krebsarten. Alles, was den Patienten Erleichterung verschafft, ist
unterstützenswert."
Ulrika Gebhardt, Geschäftsführerin des Krebsverbands Baden-Württemberg
lobt das praktische Terminmanagement: "Unserer Erfahrung nach ist es für
Patienten beim Thema Nachsorge von großer Bedeutung zu wissen, welche
Termine nun anstehen. Und uns ist es wichtig, die Patienten auch nach der
überstandenen Erkrankung weiterhin optimal zu begleiten." Auch Gebhardt
ist begeistert vom Bewegungsprogramm: "Damit tragen wir dazu bei, die
Lebensqualität der Krebspatienten zu steigern."
