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Deutsche Leberstiftung zum Welt-Hepatitis-Tag: Früherkennung ist bei Virushepatitis wichtig

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„Hepatitis: Findet die fehlenden Millionen!“ lautet auch in diesem Jahr
das Motto, das im Rahmen einer dreijährigen Kampagne der World Hepatitis
Alliance (WHA) die Forderungen des Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli 2020
fokussiert. Abhängig vom Virustyp unterscheidet man derzeit Hepatitis A,
B, C, D und E. Hepatitis-Viren rufen unterschiedlich schwere
Leberentzündungen hervor, die spontan ausheilen oder wie bei den
Hepatitiden B, C, D und E chronische Verläufe nehmen können. Anlässlich
des diesjährigen Welt-Hepatitis-Tages informiert die Deutsche
Leberstiftung über Risiken und Behandlungsmöglichkeiten von Hepatitis-
Virusinfektionen und betont die Wichtigkeit der Früherkennung.

Hepatitis-Viren sind auf der ganzen Welt verbreitet. Virushepatitiden –
durch Viren verursachte Leberentzündungen – zählen zu den bedeutendsten
Infektionskrankheiten. Man unterscheidet derzeit Hepatitis A, B, C, D und
E. Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte im Juli 2019
aktualisierte Daten, die zeigen, dass in Deutschland die Zahlen zu allen
fünf Virustypen in den vergangenen Jahren angestiegen sind.

Infektionen mit dem Hepatitis B-Virus (HBV) und dem Hepatitis C-Virus
(HCV) können chronische Leberentzündungen und im weiteren Verlauf auch
Leberzellkrebs (Hepatozelluläres Karzinom, HCC) verursachen. Nach
Schätzungen der WHO leben weltweit circa 257 Millionen Menschen mit einer
Hepatitis B-Virusinfektion und circa 71 Millionen mit einer Hepatitis
C-Virusinfektion – und die meisten der infizierten Menschen wissen nichts
von ihrer Erkrankung. Auch für Deutschland geht die WHO von hohen Zahlen
aus: etwa 250.000 Menschen sollen mit dem Hepatitis C-Virus und circa
200.000 bis 400.000 Menschen mit dem Hepatitis B-Virus infiziert sein.

Im Jahr 2016 hat die WHO das Ziel vorgegeben, Hepatitis B und C bis 2030
weltweit zu eliminieren. Auch die deutsche Bundesregierung hat sich 2016
zu einer strategischen Neuausrichtung verpflichtet und beschloss die
Strategie „BIS 2030“ – zur „Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C und
anderen sexuell übertragbaren Infektionen“. Theoretisch könnte das
angestrebte Ziel einer Eliminierung von Hepatitis B und C erreicht werden:
Als Therapie gegen eine chronische Hepatitis B können wirksame Medikamente
verordnet werden, mit denen bei fast jedem Patienten eine Viruskontrolle
erreicht werden kann. Eine Impfung, die von der WHO seit 1992 empfohlen
wird, schützt vor Hepatitis B – und gleichzeitig auch vor Hepatitis D
(delta), da diese Erkrankung nur mit einer Hepatitis B gemeinsam vorkommen
kann. Eine Impfung gegen das Hepatitis C-Virus existiert zwar nicht, aber
seit 2014 sind in Deutschland zahlreiche Medikamente zur Behandlung der
chronischen Hepatitis C zugelassen, die direkt in den Vermehrungszyklus
des Virus eingreifen (sogenannte DAAs – Direct Acting Antiviral Agents)
und mit denen die chronische Hepatitis C bei fast allen Patienten in
kurzer Zeit und nahezu nebenwirkungsfrei geheilt werden kann.

Doch trotz der vorhandenen Therapie- und Schutzmöglichkeiten lassen die
aktuellen Zahlen die WHO daran zweifeln, dass Deutschland das
Eliminierungsziel erreichen wird. Damit die erfolgreichen Therapien
eingesetzt werden können, ist eine Identifizierung der Betroffenen
notwendig. „Solange die Infizierten nichts von ihrer Erkrankung wissen,
können sie nicht behandelt werden. Daher ist die Identifizierung von
Erkrankten eine wichtige Voraussetzung für die Elimination der Hepatitis B
und C“, erläutert der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Leberstiftung,
Professor Dr. Michael P. Manns.

Auch für die Hepatitis delta, die Virushepatitis mit dem schwerwiegendsten
Verlauf, besteht eine neue, bahnbrechende Behandlungsmöglichkeit. Nach
vielversprechenden Ergebnissen einer 2019 veröffentlichten Phase 2b-Studie
mit Bulevirtide (Myrcludex B), einem Eintrittshemmer für das Hepatitis B-
und D-Virus, wird eine Zulassung des Medikaments in Kürze erwartet. Mit
dieser Therapie kann bei fast allen Patienten eine deutliche Reduktion der
HDV-Viruslast erreicht werden, was zu einer Verringerung der
Leberentzündung führt.

„Wir haben in den letzten Jahren in der Therapie der verschiedenen
Virushepatitiden viel erreicht. Nun müssen wir gemeinsam dafür sorgen,
dass diese positiven Entwicklungen auch allen Betroffenen zugutekommen.
Hier ist auch die Politik gefordert“, betont Professor Dr. Michael P.
Manns die Bedeutung der Früherkennung.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Weitere Informationen zur Stiftung
unter https://www.deutsche-leberstiftung.de. Auf der Website finden Sie
unter anderem umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für
Betroffene, Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter.

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umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen,
ihre Diagnosen und Therapien – inzwischen in dritter, aktualisierter und
erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-89993-899-9, 16,99 Euro.
Weitere Informationen: https://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.