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Welt-Hepatitis-Tag 2020: BZgA-Evaluationsergebnisse zu Beratungs- und Testangebot

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Zum Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli 2020 veröffentlicht die Bundeszentrale
für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Evaluationsergebnisse des
Modellprojekts „HIV? Hepatitis? Das CHECK ich!“. Hierbei handelt es sich
um Beratungs- und Testangebote mit einem niedrigschwelligen Zugang zu
kostenlosen und anonymen Tests auf Infektionen mit dem HI- und dem
Hepatitis-C-Virus für Drogen gebrauchende Menschen. Mit Unterstützung des
Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) wurde das Projekt in
vier Bundesländern durchgeführt und begleitend evaluiert. Hintergrund ist,
dass Menschen mit intravenösem Drogengebrauch ein erhöhtes Risiko für HI-
und Hepatitis-Virusinfektionen haben.

Die Ergebnisse der Evaluation zeigen, dass das Angebot kontinuierlich in
Anspruch genommen wurde. Das gelang vor allem durch vertraute Strukturen
und Personen, zu denen ein Vertrauensverhältnis besteht. Beides kann dazu
beitragen, die Hemmschwelle, sich beraten oder testen zu lassen, zu
verringern.

Prof. Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, erklärt: „Persönliche
Ansprache und ein passgenaues Unterstützungsangebot fördern die
Inanspruchnahme von Beratungs- und Testangeboten zu HIV und Hepatitis. Das
trifft vor allem auf Zielgruppen zu, die einen erschwerten Zugang zum
medizinischen Versorgungssystem haben. Das Projekt kann so einen Beitrag
dazu leisten, Infektionen durch umfassende Aufklärung zu verhindern, sie
frühzeitig zu erkennen und Betroffene mit medikamentösen Behandlungen zu
unterstützen.“

Im Zeitraum Januar 2018 bis Ende August 2019 wurden insgesamt über 1.000
Beratungen und über 900 HIV- oder HCV-Tests in Einrichtungen der
Drogenhilfe in Hamburg, Bremen, Hannover, Troisdorf, Dortmund und
Düsseldorf durchgeführt. Rund ein Viertel der 306 auf HCV getesteten
Personen war von einer aktiven, potentiell behandlungsbedürftigen HCV-
Infektion betroffen. Im Projekt wurden die Teilnehmenden bei bereits
bekannter oder neu diagnostizierter HIV- oder HCV-Infektion bei der
Aufnahme einer Therapie unter fachärztlicher Betreuung unterstützt.
Während der Projektlaufzeit haben mindestens 25 Personen eine HCV-
Behandlung begonnen, mindestens 16 davon wurden in dieser Zeit
abgeschlossen. Entscheidend für einen Therapiebeginn ist die persönliche
Unterstützung durch Projektmitarbeitende, wie die Ergebnisse der
qualitativen Interviews mit HCV-positiven Klientinnen und Klienten zeigen.

Die Befragung ergab auch, dass das Vertrauen, das die betroffenen Personen
den Mitarbeitenden der Drogenhilfeeinrichtungen entgegenbringen, eine
wichtige Rolle spielt. Der stetige Kontakt der Mitarbeitenden mit den
oftmals täglich die Einrichtung besuchenden Personen kann die Hemmschwelle
senken, sich über HIV und Hepatitis zu informieren und mögliche
Risikosituationen sowie Präventionsmaßnahmen zu besprechen. Knapp 39
Prozent von 502 Befragten gaben an, keine Ärztin oder Arzt des Vertrauens
zu haben. Zudem waren 13 Prozent der Befragten nicht krankenversichert.
Als ein weiteres Ergebnis der Befragung wurde von Projektmitarbeitenden
und ärztlichen Fachkräften die Bedeutung des Aufbaus von Netzwerken
zwischen behandelnden Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen
und Einrichtungen der Drogenhilfe hervorgehoben.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung führte das Projekt „HIV?
Hepatitis? Das CHECK ich!“ in Kooperation mit der Deutschen Aidshilfe
(DAH) und dem Robert Koch-Institut (RKI) durch. Ziel des Projekts ist die
Verstetigung und bundesweite Ausweitung des Angebots.

Der Abschlussbericht „HIV? Hepatitis? Das CHECK ich! – Modellprojekt zu
Beratungen und Tests für Menschen, die Drogen gebrauchen, durchgeführt in
niedrigschwelligen Einrichtungen der Drogenhilfe“ steht zum Herunterladen
bereit unter:
https://www.liebesleben.de/fachkraefte/sexualaufklaerung-und-
praeventionsarbeit/richtigen-zugang
Weitere Informationen der BZgA zum Thema:
https://www.liebesleben.de/fachkraefte/