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Covid-19-Prävention: besondere Vorsicht bei Patienten mit der Parkinson- Krankheit

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Patienten mit Parkinson weisen als Begleiterkrankungen zahlreiche
Risikofaktoren auf, die zu einem schweren Verlauf einer Covid-19-Infektion
führen können. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung [1] des
Bochumer Universitätsklinikums, die in der August-Ausgabe des Fachjournals
Neurological Research and Practice veröffentlicht wurde. Die Parkinson-
Erkrankung selbst sei zwar kein Risikofaktor für eine Infektion mit Sars-
CoV-2, die Patienten litten aber überdurchschnittlich häufig an
Begleiterkrankungen wie Pneumonien, so Dr. Daniel Richter, Erstautor der
Studie.

Als Konsequenz empfehlen die Autoren im Umgang mit Parkinson-Patienten
hohe präventionshygienische Standards, so die Deutsche Gesellschaft für
Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG).

Für die Untersuchung analysierte das Wissenschaftler-Team der
Neurologischen Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum im St.
Josef-Hospital (Direktor: Prof. Ralf Gold) die Daten aller 2018 in
Deutschland stationär behandelten Parkinson-Patienten. Ihr Fazit: Von
allen Komorbiditäten zeigten Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
zerebrovaskuläre Erkrankungen, Diabetes mellitus, Hepatitis-B-Infektionen
sowie chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen und chronische
Nierenerkrankungen ein erhöhtes Vorkommen.

„In der Analyse der Begleiterkrankungen ist aufgefallen, dass Parkinson-
Patienten – insbesondere im fortgeschrittenen Stadium – häufig zu
Pneumonien neigen, die dann oft Hauptgrund einer stationären Aufnahme
sind“, erklärt Richter. „Diese Pneumonien werden bei Parkinson-Patienten
jedoch weniger durch Aspirationen hervorgerufen. Tatsächlich ist der
Anteil der Pneumonien ohne Aspiration bei Parkinson-Patienten höher.
Hierunter fallen auch virale Pneumonien.“

Prävention: Hygiene, getestetes Personal, Telemedizin
Prof. Dr. Lars Tönges, Leiter der Ambulanz für Parkinson und
Bewegungsstörungen im St. Josef-Hospital und Leiter der Studie, ordnet die
Ergebnisse ein: „Wir betrachten Parkinson selbst nicht als Risikofaktor
für Covid-19, und eine Parkinson-Diagnose sollte bei den Patienten zu
keinen Unterschieden bei der Behandlung von Covid-19 führen.“ Die häufigen
Komorbiditäten unterstreichen laut Tönges jedoch die hohe Bedeutung von
hygienischen Präventionsstrategien: „Dazu zählen nicht nur vorbeugende
Covid-19-Tests beim beteiligten Pflegepersonal, sondern auch
telemedizinische Konsultationen für die Patienten.“

Ergebnisse auf andere neurologische Patienten übertragbar
Auch Prof. Dr. Christos Krogias, der die Untersuchung mitverantwortete,
unterstreicht die Relevanz der Ergebnisse: „Mit diesen epidemiologischen
Daten, die wir gemeinsam mit dem Datenanalysten Dr. Dirk Bartig von DRG
Market erhoben haben, konnten wir frühzeitig den veränderten
Vorgehensbedarf bei der Versorgung unserer Patienten erkennen und
dementsprechend umsetzen.“ Dies gelte laut Krogias sowohl für die
Parkinson-Erkrankung als auch für andere neurologische Erkrankungen,
insbesondere Schlaganfall-Erkrankungen.

Corona-Ratgeber für Parkinson-Patienten
Die DPG hat auf ihrem Internetauftritt unter https://www.parkinson-
gesellschaft.de/corona einen Corona-Ratgeber für Patienten und ihre
Angehörigen veröffentlicht, der auch als PDF abrufbar ist.

Referenz
(1) Richter D, Bartig D, Krogias C und Tönges L. Letter to the editor:
risk comorbidities of COVID-19 in
Parkinson’s disease patients in Germany. Neurological Research and
Practice 2020; 2:22, doi: 10.1186/s42466-020-00069-x

Die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG)
fördert die Erforschung der Parkinson-Krankheit und verbessert die
Versorgung der Patienten. Organisiert sind in dieser wissenschaft-lich-
medizinischen Fachgesellschaft erfahrene Parkinson-Ärzte sowie
Grundlagenforscher. Die Zusammen-arbeit dieser beiden Zweige ist
entscheidend für die Fortschritte in Diagnostik und Therapie.
https://www.parkinson-gesellschaft.de/
Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen e.V. (DPG)
Hauptstadtbüro, Reinhardtstr. 27 C, 10117 Berlin, E-Mail: <info@parkinson-
gesellschaft.de>

1. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Günter Höglinger, Hannover
2. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Karla Eggert, Marburg
3. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Alexander Storch, Rostock
Schriftführer: Prof. Dr. med. Rüdiger Hilker-Roggendorf, Recklinghausen
Schatzmeister: Prof. Dr. med. Dirk Woitalla, Essen