Fehlende Spenderherzen: Kunstherzen können unterstützen
Herzunterstützungssysteme werden immer häufiger zur Dauerlösung –
Herzstiftung mahnt mehr Organspendebereitschaft in der Bevölkerung an
Eine Herzmuskelentzündung, langjähriger Bluthochdruck oder ein
überstandener Herzinfarkt: Herzschwäche – medizinisch Herzinsuffizienz –
kann viele Ursachen haben und trifft manchmal auch junge Menschen. Jedes
Jahr kommt es in Deutschland allein wegen Herzschwäche zu über 465.000
Klinikeinweisungen. Bei hochgradiger Herzschwäche bleibt oft als letzte
Option die Transplantation eines gesunden Herzens. Doch schon heute setzen
Chirurgen wegen des Organmangels mehr künstliche Herzen als Spenderherzen
ein. Nahezu 1.000 schwer herzkranke Menschen werden in Deutschland pro
Jahr mit einem Herzkammerunterstützungssystem
präzise heißen, versorgt. Ursprünglich als Übergangslösung bis zur
Transplantation gedacht, werden die Systeme immer häufiger zur
Dauerlösung. Der Grund ist ein extremer Mangel an Spenderorganen. „Wenn
alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, ist die
Herztransplantation bis heute die beste Therapie einer hochgradigen
Herzschwäche“, betont der Herzchirurg und Transplantationsmediziner Prof.
Dr. med. Jan Gummert vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung. „Aufgrund
des gravierenden Mangels an Spenderorganen beträgt die durchschnittliche
Wartezeit auf ein neues Herz jedoch viele Jahre“, so der Direktor der
Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie am Herz- und
Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen (HDZ NRW). Welche
Chancen moderne Herzkammerunterstützungssystem
Lebensqualität schwer herzkranker Patienten verbessern, darüber informiert
die aktuelle Ausgabe von HERZ heute, Zeitschrift der Deutschen
Herzstiftung, mit dem Themenschwerpunkt Herztransplantation. Die Ausgabe
3/2020 mit Experten-Beiträgen und Patientenportraits rund um das Thema
Herztransplantation/Kunstherze
069 955128-400 oder online unter <https://www.herzstiftung.de.>
Verbesserte Lebensqualität beim Warten auf das Spenderherz
Seit der ersten Herztransplantation im Jahr 1967 hat sich die
durchschnittliche Lebenserwartung nach der Operation kontinuierlich
verbessert und beträgt heute rund zehn Jahre. Doch aufgrund des Mangels an
Spenderorganen erhalten nur wenige Patienten die Chance auf ein neues
Herz: Im Jahr 2019 wurden in Deutschland nur 344 Herztransplantationen
durchgeführt. Für sehr alte Menschen, Patienten mit weiteren schweren
Erkrankungen oder mit einer geringeren Dringlichkeit müssen häufig andere
Therapien gefunden werden. „In diesen Fällen ist es das Ziel, mithilfe
eines Herzunterstützungssystems eine möglichst hohe Lebenserwartung und
Lebensqualität zu erreichen“, sagt die Kardiologin Prof. Dr. med. Angelika
Costard-Jäckle, Wissenschaftliche Leiterin des Herzinsuffizienzprogramms
am Zentrum für Herzinsuffizienz des HDZ NRW. Egal ob als Übergangs- oder
als Dauerlösung: Moderne mechanische Herzhilfen, kurz VADs (Ventricular
Assist Devices), sind technisch inzwischen so ausgereift, dass sie die
Lebenserwartung und Lebensqualität von Patienten auf der Warteliste für
eine Herztransplantation deutlich erhöhen. Das „künstliche Herz“ pumpt
wieder mehr Blut durch den Körper, die Patienten sind körperlich wieder
stärker belastbar. Die Systeme haben jedoch auch Nachteile: Das Risiko,
Infektionen oder Blutungen zu bekommen, steigen. Auch Blutgerinnsel bilden
sich häufiger und können Schlaganfälle herbeiführen. Derzeit arbeiten
Forscher daran, diese Risiken mit technischen Verbesserungen zu
minimieren.
Herztransplantation bleibt oft die beste Lösung
Für die meisten schwer herzkranken Patienten wäre eine Herztransplantation
nach wie vor die beste Lösung. Zwar müssen Betroffene ihr Leben lang
Medikamente nehmen, die eine Abstoßungsreaktion des Körpers verhindern.
Nach über 50-jähriger Erfahrung seit der ersten Herztransplantation wurden
jedoch auch hier große Fortschritte erzielt. Nach der Erholungsphase ist
die Lebensqualität nach einer Herztransplantation in der Regel sehr gut:
Die Patienten sind wieder normal belastbar, können Sport treiben, ihren
Beruf ausüben und ein normales Leben führen. Für viele Betroffene, die auf
ein neues Herz warten, wäre eine höhere Spendenbereitschaft in der
Bevölkerung ein Segen. Die Deutsche Herzstiftung weist auf den
gravierenden Mangel an Spenderorganen hin und bietet einen kostenfreien
Organspendeausweis an.
Organspendeausweis rettet Leben
9.500 Menschen in Deutschland warten auf ein neues Organ, rund 1.000 davon
auf ein neues Herz. Doch im Jahr 2019 gab es nur 932 Organspenden nach dem
Tod, 344 Herzen wurden transplantiert. Ein Organspendeausweis kann
Menschenleben retten. Die Deutsche Herzstiftung e.V. bietet einen
kostenfreien Organspendeausweis an, der sich unkompliziert in den
Geldbeutel oder die Handtasche stecken lässt. Mehr Informationen dazu
unter <https://www.herzstiftung.de/s
und-medien/organspendeausweis>
Infos zum Kunstherz
<https://www.herzstiftung.de/i
/broschuere-kunstherz>
Aktuelle Ausgabe HERZ heute: Jetzt Probeexemplar anfordern!
Die Zeitschrift HERZ heute erscheint viermal im Jahr. Sie wendet sich an
Herz-Kreislauf-Patienten und deren Angehörige. Ein kostenfreies
Probeexemplar der neuen Ausgabe HERZ heute 3/2020 ist unter Tel. 069
955128400 oder per E-Mail unter <
Infos zu HERZ heute unter
<https://www.herzstiftung.de/s
medien/zeitschrift-herz-heute>
