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„Check-up für die Leber“: Vorsorgeuntersuchungen können gefährlichen Leberzellkrebs vermeiden

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Leberzellkrebs gehört aufgrund der schlechten Prognose zu den häufigsten
Krebstodesursachen. Dabei ist die Diagnose eher selten: In Deutschland
liegt die Zahl der jährlich neudiagnostizierten Fälle bei rund 9.000. Die
Zahl der Todesfälle liegt bei circa 8.000 pro Jahr. Fast immer entwickelt
sich der Leberzellkrebs auf Basis einer Leberzirrhose – die meistens
vermeidbar ist. Voraussetzung dafür ist eine frühzeitige Entdeckung und
Therapie der jeweiligen Leber-Grunderkrankung. Die Ausrichter des 21.
Deutschen Lebertages am 20. November 2020 erinnern unter dem Motto:
„Check-up für die Leber“ an die Wichtigkeit von Früherkennung und
informieren bereits im Vorfeld des bundesweiten Aktionstages.

„Lebererkrankungen und somit auch die Entstehung von Leberzellkrebs sind
in vielen Fällen vermeidbar. Neben den Risikofaktoren Übergewicht,
Bewegungsmangel sowie ungesunde Ernährung, Diabetes mellitus, Rauchen und
übermäßiger Alkoholkonsum können auch Virusinfektionen eine
Lebererkrankung verursachen. Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten können
geändert werden. Und gegen einige Virushepatitiden gibt es wirksame
Impfungen“, erläutert Professor Dr. Peter R. Galle, Direktor der 1.
Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin an der
Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

In den meisten Fällen tritt Leberzellkrebs (Hepatozelluläres Karzinom,
HCC) nach einer langjährigen chronischen Lebererkrankung auf. Zu den
Hauptursachen für ein HCC zählt die chronische Virushepatitis (B, C und
D). Daher war Leberzellkrebs früher hauptsächlich in Ländern mit einer
hohen Prävalenz von Hepatitis B und C verbreitet. Durch den Anstieg von
chronischem Alkoholkonsum und Adipositas (Fettleibigkeit) sind in den
letzten Jahren auch in Deutschland die Erkrankungszahlen angestiegen.
Weltweit ist Leberzellkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache.

Das Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) im Robert Koch Institut in
Berlin, das Daten der epidemiologischen Landes¬krebs¬register auf
Bundesebene zusammenführt, prognostiziert für 2020 bei Frauen 3.100 HCC-
Neuerkrankungen und bei Männern mit 6.400 eine mehr als doppelt so hohe
Zahl der Neuerkrankungen. Viele Menschen denken, dass eine beschwerde- und
schmerzfreie Leber gesund ist – doch dies ist ein Trugschluss:
Lebererkrankungen verursachen häufig keine oder nur unspezifische
Symptome.

Studien belegen, dass speziell Männer ihren Gesundheitszustand falsch
einschätzen. Eine im Jahr 2015 für die Deutsche Gesellschaft für Mann und
Gesundheit e. V. (DGMG) durchgeführte epidemiologische Studie mit 20.000
Männern belegt die individuellen Fehleinschätzungen und die mangelnde
Bereitschaft von Männern, Vorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen:
Beispielsweise gaben bei den 60- bis 69-jährigen Männern 63 Prozent einen
ausgezeichneten beziehungsweise guten Gesundheitszustand an. Anschließend
durchgeführte Untersuchungen zeigten, dass sich 70 Prozent dieser Männer
falsch eingestuft hatten und sie signifikante Erkrankungen hatten.

Auch Leberzellkrebs wird häufig erst spät und vor dem Hintergrund einer
chronischen Lebererkrankung diagnostiziert. Zwar ist er heute – anders als
noch vor fünfzehn Jahren – in allen Stadien behandelbar, die besten
Heilungschancen bestehen jedoch, je früher die Leberzellkrebs-Erkrankung
entdeckt wird. Eine Therapieoption ist beispielsweise die
Lebertransplantation, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind und das
Tumorstadium noch nicht zu fortgeschritten ist.

Im Hinblick auf die Therapie spät erkannter HCCs hat es in der letzten
Zeit zwar Fortschritte gegeben: „Es sind einige neue Therapieoptionen
entwickelt und zugelassen worden, doch die Überlebenszeitverlängerung
beläuft sich auch hier nur auf einige Monate“, sagt Professor Galle und
ergänzt: „Aktuell liegen große Hoffnungen im Bereich der Entwicklung neuer
Therapiekonzepte, auf den sogenannten Checkpoint-Inhibitoren. Entscheidend
beim Kampf gegen den Leberzellkrebs bleibt jedoch die Früherkennung von
Lebererkrankungen, auf die der 21. Deutsche Lebertag mit dem diesjährigen
Motto ‘Check-up für die Leber‘ aufmerksam macht.“

Mehr Infos zum 21. Deutschen Lebertag unter: http://www.lebertag.org

Alle Institutionen, die im Rahmen des Deutschen Lebertages mit einer
lokalen Veranstaltung aufklären und informieren möchten, werden von den
Ausrichtern bei der Pressearbeit und mit Veranstaltungsmaterialien
unterstützt. Informationen, Anmeldungen und Downloads unter
http://www.lebertag.org

Die Ausrichter des 21. Deutschen Lebertages am 20. November 2020:

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten
von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des
Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e. V.
Prof. Dr. Peter R. Galle, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats
Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen
Tel 0641 – 97 48 10
<geschaeftsstelle@gastro-liga.de>
https://www.gastro-liga.de

Deutsche Leberhilfe e. V.
Prof. Dr. Christoph Sarrazin, Vorstandsvorsitzender
Krieler Straße 100, 50935 Köln
Tel 0221 – 28 29 980
<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>
https://www.leberhilfe.org