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Wissen über Herzinfarkt-Vorboten rettet Leben

Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, Kardiologe und Intensivmediziner am Cardioangiologischen Centrum Betahnien (CCB) Frankfurt a. M. .  Foto: DHS/C. Hesselmann
Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, Kardiologe und Intensivmediziner am Cardioangiologischen Centrum Betahnien (CCB) Frankfurt a. M. . Foto: DHS/C. Hesselmann
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Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, Kardiologe und Intensivmediziner am Cardioangiologischen Centrum Betahnien (CCB) Frankfurt a. M. .  Foto: DHS/C. Hesselmann
Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, Kardiologe und Intensivmediziner am Cardioangiologischen Centrum Betahnien (CCB) Frankfurt a. M. . Foto: DHS/C. Hesselmann

Unvorhersehbar, aber nicht aus heiterem Himmel: Herzstiftung
sensibilisiert zum Weltherztag für Vorgeschichte und Warnzeichen des
Herzinfarkts

Der Herzinfarkt kommt plötzlich, aber nicht aus heiterem Himmel. Umso
tragischer ist, dass jedes Jahr fast 49.000 Herzinfarkttote in Deutschland
zu beklagen sind. Viele der Sterbefälle wären zu verhindern, weil etwa 30
Prozent der Patienten am akuten Herzinfarkt versterben, noch bevor sie die
Klinik erreichen. „Diese hohe Infarktsterblichkeit außerhalb der Klinik
hat mehrere Gründe: In den ersten Minuten und Stunden nach Verstopfung der
Herzkranzarterie ist das Sterberisiko besonders hoch. Fatalerweise zögern
Betroffene bei einem Herzinfarkt immer noch zu lange, den Notruf 112
abzusetzen, damit ein Rettungswagen mit Notarzt kommt“, betont der
Kardiologe Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stellvertretender
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Ein Grund für dieses
Zögern dürfte mangelndes Wissen in der Bevölkerung über die Bedrohlichkeit
des Herzinfarkts sein. „Beim Herzinfarkt zählt aber jede Minute, sobald
der sich mit Symptomen bemerkbar macht. Sonst drohen schwerwiegende
Schädigungen des Herzmuskels bis hin zu Herzschwäche oder gar plötzlichem
Herztod“, so der Ärztliche Direktor des Agaplesion-Bethanien-Krankenhauses
und Cardioangiologischen Centrums Bethanien (CCB) Frankfurt am Main. Durch
Sensibilisierung der Bevölkerung für die Warnzeichen eines Herzinfarkts
und seiner Vorgeschichte, der chronischen Verengung der Herzkranzgefäße
über viele Jahre (koronare Herzkrankheit), will die Herzstiftung dazu
beitragen, die Infarktsterblichkeit außerhalb der Klinik zu senken. Dazu
bietet die Herzstiftung zum Weltherztag für Betroffene und Interessierte
den Experten-Ratgeber „Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt“ kostenfrei
unter Tel. 069 955128-400 oder unter www.herzstiftung.de (Mail
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) an.

Bei Herzinfarkt immer sofort die 112 – auch in Zeiten der Corona-Pandemie
Zeitverluste beim Herzinfarkt durch zögerliches Verhalten von Betroffenen
und Angehörigen sind fatal, weil der Infarkt jederzeit in bösartige
Herzrhythmusstörungen übergehen kann. Dieses Kammerflimmern, bei dem das
Herz über 300 Mal pro Minute schlägt, führt innerhalb weniger Sekunden zum
Herzstillstand. „Herzinfarkte ereignen sich meistens zu Hause, daher kann
nur ein über den Notruf 112 herbeigerufenes Rettungsteam mit einem
Defibrillator das flimmernde Herz wieder in seinen normalen Rhythmus und
den Patienten anschließend sofort in die nächstgelegene Klinik zur
Infarktversorgung bringen“, warnt der Herzspezialist. Beim Herzinfarkt
gilt die Formel: Zeit ist Herzmuskel. „Je weniger Zeit zwischen Auftreten
der ersten Symptome und dem Erreichen der Klinik mit dem Herzkatheterlabor
verstreicht, wo das verstopfte Herzkranzgefäß vom Blutgerinnsel befreit
wird, desto weniger Schaden erleidet der Herzmuskel“, erklärt Voigtländer.
Herzmediziner sprechen von der „Golden Hour“, innerhalb der die
Infarktversorgung eine Schädigung des Herzens abwenden kann. Schon nach
mehreren Stunden, die nach Auftreten der ersten Symptome verstreichen,
steigt die Gefahr von Herzmuskelverlusten und einer Herzschwäche. Fatal
sind Zeitverluste von Stunden oder gar Tagen aufgrund vermeidbarer Fehler
der Betroffenen im Notfall, z. B. Scheu vor Fehlalarm besonders am
Wochenende oder an Feiertagen („Belästigung der Ärzte“) oder die Einnahme
von Schmerzmedikamenten. Wichtig: Auch in Zeiten der Corona-Pandemie und
im Falle steigender Infektionsraten besteht keinerlei Grund, vor dem
Notruf 112 bei Infarktverdacht oder sonstigen notfallartigen
Herzereignissen zu zögern. „Eine Notfallversorgung für diese Patienten ist
stets gewährleistet, auch in Corona-Zeiten.“ Deutschlands Kliniken
verfügen mittlerweile über sehr gute Hygienekonzepte, die eine strikte
Trennung der Versorgungsbereiche für Covid-19-Patienten von anderen
Klinikbereichen und Notfallambulanzen in aller Regel garantieren.

Die Herzinfarkt-Alarmzeichen
Die Infarkt-Alarmzeichen sind oft leicht zu erkennen: Schwere Schmerzen,
die länger als fünf Minuten andauern. Die Schmerzen sind typisch im
Brustkorb, häufig hinter dem Brustbein. Zusätzlich können Schmerzen im
Rücken (zwischen den Schulterblättern) oder im Oberbauch (Verwechslung mit
„Magenschmerzen“ möglich) ein Alarmzeichen sein. Die Schmerzen können in
Arm, Hals oder Oberbauch ausstrahlen, sie sind flächenhaft und werden als
brennend und drückend mit Engegefühl in der Brust beschrieben. Je älter
die Person mit Herzinfarkt ist, desto weniger ausgeprägt kann der typische
Brustschmerz sein.
Bei Frauen häufiger als bei Männern können – zusätzlich zu den oben
genannten Schmerzen oder auch alleine – weitere Symptome wie Atemnot,
Übelkeit oder Erbrechen, Schwitzen, Benommenheit oder Schwindel sowie
unerklärliche Müdigkeit ein Alarmzeichen sein. Da die Symptomatik bei
Frauen nicht immer klar ist, werden ihre Symptome oftmals fehlgedeutet.
Dies führt dazu, dass Frauen häufig deutlich später in die Klinik
eingeliefert werden als Männer.

Herzinfarkt-Vorboten: Brustschmerzen und/oder Atemnot
Dem Herzinfarkt geht oft jahrzehntelang unbemerkt die KHK voraus. Die KHK
ist durch Brustschmerzen und/oder Atemnot charakterisiert, die bei
körperlicher Belastung (Treppensteigen, Getränkekisten tragen) oder
seelischer Erregung auftreten. Endet die Belastung, verschwindet der
Schmerz in wenigen Minuten wieder (stabile Angina pectoris). Die KHK kann
jahrelang stabil bleiben, kann aber gefährlich werden, weil sie die
Grundlage für den Herzinfarkt darstellt. Besonders alarmierend ist es,
wenn Brustschmerz und/oder Atemnot bei kleinsten Belastungen oder in Ruhe
(instabile Angina pectoris) auftreten. „Dann muss sofort der
Rettungsdienst mit der 112 angerufen werden, weil sich daraus jederzeit
ein Herzinfarkt entwickeln kann. Der Übergang zwischen instabiler Angina
pectoris und Herzinfarkt ist fließend“, warnt der Intensivmediziner
Voigtländer. Bei der instabilen Form verschließt ein Blutgerinnsel ein
Herzkranzgefäß teilweise, beim Herzinfarkt vollständig.

Tipp: Experten-Ratgeber
Der neue Ratgeber „Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt“ der Deutschen
Herzstiftung informiert über Ursachen, Diagnose und Behandlung der
Koronaren Herzkrankheit und des Herzinfarkts. Der Band (160 S.) kann
kostenfrei per Tel. 069 955128-400 oder per E-Mail unter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. angefordert werden. Infos zur KHK und
Herzinfarkt bietet die Homepage der Herzstiftung www.herzstiftung.de

Infos zum Weltherztag unter: www.herzstiftung.de/weltherztag
Druckfähiges Bildmaterial zu den Herzinfarkt-Alarmzeichen und zum KHK-
Ratgeber eine erhalten Sie gerne auf Anfrage unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.