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Welt-Thrombose-Tag am 13. Oktober 2020: Pille als Thromboserisiko? Wann sie schadet und wann nicht

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Seit 60 Jahren sorgt die Antibabypille für ein selbstbestimmtes
Sexualleben von Frauen. In den letzten Jahren geriet sie allerdings
zunehmend in die Kritik. Vor allem deswegen, weil sie das Thromboserisiko
stark erhöht. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) und
das Aktionsbündnis Thrombose nehmen daher den Welt-Thrombose-Tag, der am
13. Oktober unter dem Motto „Risiko Thrombose: 60 Jahre Pille – was sind
die Fakten“ stattfindet, als Anlass, Resümee zu ziehen und auf wichtige
Vorsichtsmaßnahmen im Zusammenhang mit der hormonellen Verhütung
aufmerksam zu machen.

„Bei Frauen unter 45 ist das Thromboserisiko grundsätzlich niedrig, durch
eine hormonelle Verhütung steigt es jedoch deutlich an“, so Professor Dr.
Sebastian M. Schellong aus Dresden. „Bei der Verschreibung der Pille ist
daher die Ermittlung des Thromboserisikos und die Aufklärung über mögliche
Nebenwirkungen, ohne dabei Angst zu machen, enorm wichtig“, so der
Gefäßmediziner und Vorsitzende der DGIM.

Jedes Jahr erleiden fünf von 10.000 Frauen eine venöse Thromboembolie
(VTE). Thrombosen sind Blutgerinnsel, die vor allem in den tiefen
Beinvenen entstehen. Lösen sie sich von der Venenwand, gelangen sie in den
venösen Blutkreislauf und können lebensbedrohliche Embolien in der Lunge
verursachen. Der Grund für Thrombosen ist eine Veränderung der
Blutgerinnung. Diese wird stark vom Lebensstil geprägt, aber auch durch
genetische Faktoren und eben auch durch die Einnahme oder Verwendung von
hormonellen Verhütungsmitteln.

Der Einfluss der Präparate variiert jedoch stark, je nachdem, welche
Hormone und Hormonkombinationen zum Einsatz kommen. Von fünf bis hin zu
zwölf von 10.000 Frauen, die ein Hormonpräparat einnehmen, erleiden eine
Thrombose. „Eine individuelle Risikoerhebung bei jeder Verschreibung von
hormonellen Verhütungsmitteln ist daher ganz entscheidend und trägt zur
Sicherheit bei“, so Schellong. Genauso wichtig: „Erleidet eine Frau eine
Thromboembolie, ist es unbedingt notwendig, die hormonelle Verhütung
weiterzuführen“, so der Experte. „Es klingt zunächst paradox, doch eine
Thromboembolie wird mit Gerinnungshemmern therapiert. Während dieser
Therapie sollte eine Schwangerschaft nach Möglichkeit verhindert werden,
da sonst schwere Schäden beim Fötus entstehen können.“

Der weltweite Aktionstag am 13. Oktober, dem Geburtstag von Rudolf
Virchow, wird in Deutschland vom Aktionsbündnis Thrombose ausgerichtet und
steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Gesundheit Jens
Spahn sowie der DGIM. Bei der von 13:00 bis 14:30 Uhr live gestreamten
Podiumsdiskussion stellt der wissenschaftliche Leiter des
Aktionsbündnisses Professor Rupert Bauersachs gemeinsam mit anderen
Expertinnen und Experten neben der hormonellen Verhütung auch weitere
Einflussfaktoren auf das Thromboserisiko von Frauen dar, wie
beispielsweise Schwangerschaft und Wochenbett, Hormoneinnahme während der
Wechseljahre und die antihormonelle Therapie bei Krebs.

Weitere Informationen finden Interessierte hier:
<https://www.risiko-thrombose.de/welt-thrombose-tag.html>

Anmeldung zum Live-Stream: <https://www.streamed-up.com/risiko-
thrombose-60-jahre-pille-was-sind-die-fakten/>