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Corona: Chinesische Provinzpartnerschaften verbessern Versorgung mit Schutzmasken

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Chinesische Exporte von kritischen Medizingütern wie Schutzmasken gingen
während der Hochphase der Corona-Pandemie vor allem an wirtschaftliche und
politische Partner. Chinesische Unternehmen konnten dabei gegenüber
Industrieländern wie Deutschland teils drastische Preiserhöhungen
durchsetzen. „Um ihre Versorgung mit kritischen Medizingütern zu sichern,
sind Länder gut beraten, ihre Bezugsquellen zu diversifizieren bzw. enge
Beziehungen zu Chinas Provinzen zu entwickeln, etwa über Investitionen vor
Ort oder Städte- und Provinzpartnerschaften“, sagte A. Fuchs, Leiter der
Kiel Institute China Initiative (https://www.ifw-kiel.de/de/institut
/research-center/kiel-institute-china-initiative/
).

Beziehungspflege zu China zahlt sich aus. Etwa eine Städte- und
Provinzpartnerschaft, enge Geschäftsbeziehungen oder die Unterstützung des
Landes beim Kampf gegen die Corona-Pandemie dort zu Jahresanfang. Länder
mit einer oder mehrerer dieser Verbindungen hatten bei der Belieferung mit
Schutzmasken und anderen knappen kritischen Medizingütern während des
weltweiten Corona-Ausbruchs im Frühjahr deutliche Vorteile. Dies gilt
sowohl für kommerzielle Exporte, als auch für chinesische
Hilfslieferungen. Eine Städte- oder Provinzpartnerschaft mit China zahlte
sich in einer Verdopplung von Hilfslieferungen aus.

Dies geht aus einem aktuellen Kiel Policy Brief hervor (Fuchs, Kaplan,
Kis-Katos, Schmidt, Tubanisch und Wang: „Chinas Maskendiplomatie: Die
Rolle politischer und wirtschaftlicher Beziehungen bei der Beschaffung
medizinischer Güter in der Corona-Krise“: https://www.ifw-
kiel.de/de/publikationen/kiel-policy-briefs/2020/chinas-maskendiplomatie-
die-rolle-politischer-und-wirtschaftlicher-beziehungen-bei-der-

beschaffung-medizinischer-gueter-in-der-corona-krise-0/), in dem die
Autoren Mengen und Preise kritischer medizinischer Güter in den Monaten
März und April in diesem und im vergangenen Jahr verglichen haben.

„Die Daten zeigen die außerordentlich wichtige Rolle persönlicher
Beziehungen in der chinesischen Kultur, das sogenannte Guanxi, sei es auf
wirtschaftlicher oder auf politischer Ebene“, sagte Fuchs.

Unter den 15 größten Importeuren kritischer Medizingüter finden sich laut
Studie neben stark betroffenen und bevölkerungsreichen Staaten wie den
USA, Italien oder Spanien auch zahlreiche Länder, die nur verhältnismäßig
geringe Infektionszahlen und Todesraten aufwiesen, wie etwa Japan, Korea,
Singapur, Malaysia, aber auch Deutschland. Gleichzeitig nutzten
chinesische Unternehmen die hohe Nachfrage und Zahlungsbereitschaft der
Industrieländer, um teilweise drastische Preiserhöhungen durchzusetzen.

Bei Atemschutzmasken mussten europäische Länder die höchsten
Preissteigerungen akzeptieren. Die importierten Mengen stiegen dagegen in
Russland und in benachbarten asiatischen Staaten im Verhältnis am
stärksten. Die Preise für Schutzmasken aus China für Deutschland,
Frankreich und Spanien stiegen um rund das Zwölffache, für Italien um das
knapp 16-fache. Die importieren Mengen legten um mehr als das Doppelte zu,
in Italien verdreifachten sie sich.

Dagegen stieg die Menge importierter Masken in Russland um das Sechsfache,
in Singapur um das Fünffache, in Malaysia um das Dreieinhalbfache und in
Japan um rund das Zweieinhalbfache. Alle vier Länder waren im März und
April kaum von der Corona-Pandemie betroffen und mussten im Vergleich zu
Deutschland oder Italien weniger drastische Preiserhöhungen akzeptieren,
rund das Fünffache, Russland das Achtfache.

China ist der mit Abstand wichtigste Lieferant von Medizingütern weltweit.
Laut der Handelsdatenbank der Vereinten Nationen stammten im Jahr 2018 44
Prozent der weltweiten Exporte von Gesichtsmasken aus China, während die
nächstgrößeren Exporteure, Deutschland (7%) und die Vereinigten Staaten
(6%), eine vergleichsweise geringe Rolle spielten.

Kiel Policy Brief: „Chinas Maskendiplomatie: Die Rolle politischer und
wirtschaftlicher Beziehungen bei der Beschaffung medizinischer Güter in
der Corona-Krise“ (https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/kiel-policy-
briefs/2020/chinas-maskendiplomatie-die-rolle-politischer-und-

wirtschaftlicher-beziehungen-bei-der-beschaffung-medizinischer-gueter-in-
der-corona-krise-0/)