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Bekämpfung von Bluthochdruck als gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Am Samstag ist Welt Hypertonie Tag!

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Anliegen des Welt Hypertonie Tags ist, über die hochriskante, jedoch
sowohl in der Bevölkerung als auch von der Gesundheitspolitik oft weit
unterschätzte Erkrankung Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) zu
informieren. Denn kaum bei einer anderen Erkrankung ist die Prävention und
Therapie so einfach und gleichzeitig so effektiv. Die US-
Gesundheitsbehörden haben das erkannt und einen „Call to Action to Control
Hypertension” initiiert. Zeit, in Deutschland ein ähnliches Programm
aufzulegen. Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® hat bereits Ende 2019
eine Nationale Bluthochdruckstrategie vorgelegt.

Der Welt Hypertonie Tag findet jedes Jahr am 17. Mai statt – doch 2020
wurde er erstmals wegen der SARS-CoV-2-Pandemie verschoben. Nun wird am
Samstag, den 17. Oktober, dieser Aktionstag begangen. Anliegen ist, über
die hochriskante, jedoch sowohl in der Bevölkerung als auch von der
Gesundheitspolitik oft weit unterschätzte Erkrankung Bluthochdruck
(arterielle Hypertonie) zu informieren. Denn kaum bei einer anderen
Erkrankung ist Prävention so einfach und gleichzeitig so effektiv. Allein
die Hälfte aller Schlaganfälle und Herzinfarkte könnte durch die Senkung
erhöhter Blutdruckwerte verhindert werden! Blutdruck ist ein Volksleiden,
das unbehandelt immense gesundheitlichen Folgen nach sich zieht und zu
viel persönlichen Leid, letztlich aber auch zu einer schweren Belastung
der Gesundheitsbudgets führt. Die Amerikaner sprechen bereits von den drei
„C“, die die Erkrankung beschreiben: ‚common, costly and controllable‘
(häufig, teuer und kontrollierbar).

Das hat die US-Gesundheitspolitik erkannt und beginnt,
Präventionsmaßnahmen zu stärken und in große Public Health-Programme
einzubauen. Das Gesundheitsministerium in den USA hat einen „Call to
Action to Control Hypertension” initiiert, ein umfangreiches
Strategiepapier, das nicht nur die Notwendigkeit, Bluthochdruck den Kampf
anzusagen, begründet, sondern auch konkrete Maßnahmen aufführt, um die
Prävalenz und Krankheitslast zu senken. Die Motivation ist einfach:
Bereits jetzt verursachen die Folgen von Bluthochdruck Kosten von 130-190
Milliarden Dollar in den USA, Berechnungen zufolge werden es im Jahr 2035
bereits 220 Milliarden Dollar sein [1]. Da Bluthochdruck im Prinzip
einfach zu diagnostizieren und bei einem Großteil der Patienten auch
einfach und kostengünstig zu behandeln ist, zahlen sich
Präventionsmaßnahmen schnell aus.

Die deutsche Gesundheitspolitik ist hier leider noch nicht so weit: Im
November 2019 hatte die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutsche
Gesellschaft für Hypertonie und Prävention eine Nationale
Bluthochdruckstrategie [2] ausgearbeitet und an das
Bundesgesundheitsministerium geschickt – bislang jedoch ohne Resonanz.
„Sicher hat die Corona-Pandemie alle anderen Gesundheitsthemen in den
Hintergrund gedrängt, aber ohne Krankheiten gegeneinander ausspielen zu
wollen, sollte man nicht nur den Infektionsschutz, sondern auch die
Prävention von Bluthochdruck zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe
machen“, erklärt Professor Ulrich Wenzel, Vorstandsvorsitzender der DHL®.
Wie er ausführt, versterben pro Jahr in Deutschland fast 47.000 Menschen
an einem Herzinfarkt und über 27.000 Menschen an einem Schlaganfall [3] –
und die Hälfte dieser Fälle geht auf das Konto von Bluthochdruck, immerhin
sind das fast 40.000 Todesfälle pro Jahr. Darin seien noch nicht einmal
die einberechnet, die an einem blutdruckbedingten Nierenversagen oder
einer blutdruckbedingten Demenz verstorben sind – sowie auch nicht die
Kosten, die durch die Behandlung, Rehabilitation und Pflege der vielen
Patienten entstehen, die glücklicherweise einen Herzinfarkt oder
Schlaganfall überleben. Durch eine verbesserte Prävention, früheres
Erkennen und einer konsequenten Behandlung von Bluthochdruck lasse sich
die Zahl der dramatischen Folgeerkrankungen insgesamt deutlich senken und
damit auch die Todesopfer sowie die Behandlungskosten.

„Wir hoffen auf die Unterstützung der Politik bei der Umsetzung der
Nationalen Bluthochdruckstrategie. In dem Strategiepaper haben wir
sinnvolle Maßnahmen in vier Handlungsfelder unterteilt: (1) Prävention und
Früherkennung, (2) Versorgung von Menschen mit Bluthochdruck, (3)
Forschungsförderung im Bereich Bluthochdruck, Bluthochdrucktherapie und
-versorgung und (4) Stärkung der Patientenermächtigung („patient
empowerment“). Es bedeutet ein gewisses gesamtgesellschaftliches
Investment, aber das wird sich auszahlen. Die Präventionsmaßnahmen würden
nicht nur die Mortalität und Morbidität von Bluthochdruck senken, sondern
nebenbei auch die von Herz-Kreislauferkrankungen, von Diabetes mellitus
und Krebs. Wir investieren damit in die Gesundheit der Menschen und in die
Zukunft.“

Quellen:
[1] https://www.cdc.gov/bloodpressure/docs/SG-CTA-HTN-Control-Report.pdf
[2] https://www.hochdruckliga.de/ueber-uns/nationale-
bluthochdruckstrategie
[3] Statistisches Bundesamt (Destatis), 2020 | Stand: 11.05.2020