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Wetterempfindlich: Das sollten Herz-Kreislauf-Patienten beachten

Prof. Dr. med. Heribert Schunkert, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum München.  Foto: DHS/Andreas Malkmus
Prof. Dr. med. Heribert Schunkert, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum München. Foto: DHS/Andreas Malkmus
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Prof. Dr. med. Heribert Schunkert, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum München.  Foto: DHS/Andreas Malkmus
Prof. Dr. med. Heribert Schunkert, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum München. Foto: DHS/Andreas Malkmus

Wetterveränderungen können Patienten bei chronischer Krankheit zusätzlich
belasten. Worauf Herzkranke zum Schutz vor Herzinfarkt und anderen
Komplikationen achten sollen, erklären ein Medizin-Meteorologe und ein
Kardiologe

Wetterextreme und kurzfristige Änderungen im Wetterablauf machen vielen
Menschen schwer zu schaffen. Das gilt besonders für Alte und chronisch
Kranke. „Wetterempfindlich sind meist Menschen, deren Körper durch Alter
oder chronische Krankheiten wie Rheuma, Asthma sowie Herz-Kreislauf-
Erkrankungen bereits geschwächt ist oder bei denen eine Abweichung von der
normalen Regulation besteht, etwa ein zu niedriger oder ein zu hoher
Blutdruck“, bestätigt der Medizin-Meteorologe Professor Dr. Andreas
Matzarakis in der aktuellen Ausgabe 3/2021 der Herzstiftungs-Zeitschrift
HERZ heute. Der Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung
(ZMMF) in Freiburg i. Br. weist ferner darauf hin, dass das Herz-
Kreislauf-System „mit seinen komplexen vegetativen, hormonellen und
biorhythmischen Regel- und Steuervorgängen für Wetterreize besonders
sensibel“ ist. Wetterextreme wie Hitzewellen, bereits für Gesunde eine
Belastung, sind für chronisch Kranke ein umso ernsthafteres Problem. Der
Experten-Beitrag „Das liegt am Wetter!“ von Prof. Matzarakis und Kathrin
Graw ist in der aktuellen HERZ heute-Ausgabe als Probeexemplar kostenfrei
erhältlich unter www.herzstiftung.de/bestellung oder als Online-Fassung
abrufbar unter www.herzstiftung.de/wetter-und-herz

Stress durch Hitze: Blutdruck kann stark ansteigen, aber auch fallen
Bei Herz- und Kreislaufleiden wie Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit
(Verengungen der Herzkranzgefäße), Rhythmusstörungen oder Herzschwäche
können ungünstige Wetterveränderungen insbesondere durch starke
Temperaturschwankungen zur großen Belastung für den bereits geschwächten
Organismus werden. „Im höheren Lebensalter versteifen Blutgefäße, so dass
ein ohnehin beeinträchtigter Organismus überfordert werden kann, wenn
wegen Wetterveränderungen zusätzliche Regulationsleistungen erforderlich
sind“, erklärt Matzarakis. Hitze und Kälte bewirken beispielsweise eine
Weitung (Vasodilatation) beziehungsweise eine Verengung (Vasokonstriktion)
der peripheren Blutgefäße und können dadurch Änderungen des Blutdrucks
hervorrufen.
„Wer einen zu hohen Blutdruck hat, leidet in Hitzeperioden besonders, weil
extreme Hitze den Körper so unter Stress setzt, dass der Blutdruck
zusätzlich steigen kann“, erklärt der Hochdruckexperte Professor Dr. med.
Heribert Schunkert vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung. Aber auch das
Gegenteil kann laut Schunkert der Fall sein, weil der Blutdruck aufgrund
der Hitze und der sich weitenden Gefäße stark abfallen und so zu Ohnmacht,
Schwindel oder Rhythmusstörungen führen kann. „Manchmal fällt der
Blutdruck so stark ab, dass die Dosis der Blutdruckmedikamente nach
Rücksprache mit dem Arzt angepasst werden muss. Vorbeugen kann man, indem
man die Hitze möglichst meidet und Aktivitäten wie Sport in kühlere Phasen
wie den Morgen oder den Abend verlagert“, so Schunkert, Direktor der
Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum
München. Infos zu Hitze und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck
und Herzschwäche bietet die Herzstiftungs-Seite www.herzstiftung.de
/herzprobleme-bei-hitze

Erhöhte Thromboseneigung bei Hitze und Kälte möglich
Hitze und Kälte können auch die Gerinnungsfähigkeit des Blutes erhöhen und
entzündliche Prozesse in den Gefäßen fördern. Die Zähflüssigkeit des
Blutes (Viskosität) nimmt bei hohen Temperaturen aufgrund des Verlustes
von Flüssigkeit (Schwitzen) zu; bei geringen Temperaturen und
Vasokonstriktion kommt es in den betroffenen Geweben zu einer
Minderdurchblutung sowie zu einem Flüssigkeitsverlust über die Niere und
einer dadurch ebenfalls erhöhten Zähflüssigkeit. „Dies wiederum führt zu
einer verringerten Blutströmungsgeschwindigkeit bis hin zum Blutstau in
den Venen, das Risiko für Verklumpungen und die Bildung venöser Thrombosen
kann ansteigen“, wie Matzarakis in HERZ heute betont. Für Patienten mit
koronarer Herzkrankheit, Verengungen der peripheren Arterien (pAVK) oder
der Venen bedeuten Wetterextreme somit ein zusätzliches Risiko für
Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Gerinnselbildung. Um die
Bevölkerung vor den Folgen von Hitzewellen zu schützen, hat der Deutsche
Wetterdienst (DWD) ein Hitzewarnsystem entwickelt und in die
Routinevorhersage integriert (www.dwd.de).

Bei Hitze auf Trinkmenge achten
Herzpatienten und ganz besonders Personen mit einer Herzschwäche müssen an
heißen Tagen darauf achten genügend zu trinken. Allerdings heißt
„genügend” auch: nicht zu viel! Denn eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr
kann bei herzkranken Patienten ihre Herzleistung verschlechtern. Gerade
für Patienten mit einer Herzschwäche gelten wegen der Einnahme von
Entwässerungsmitteln (Diuretika) einige Besonderheiten hinsichtlich der
optimalen Trinkmenge (siehe auch www.herzstiftung.de/herzprobleme-bei-
hitze).

Service-Tipp: Aktuelle HERZ heute: Jetzt Probeexemplar anfordern!
Die Zeitschrift HERZ heute erscheint viermal im Jahr. Sie wendet sich an
Herz-Kreislauf-Patienten und deren Angehörige. Weitere Infos zu möglichen
Wettereinflüssen auf Herz und Kreislauf sowie zum Themenschwerpunkt
Herzklappenerkrankungen bietet die aktuelle Zeitschrift HERZ heute 3/2021
„Klappentausch – Wann mit dem Katheter, wann chirurgisch?“ Ein
kostenfreies Probeexemplar ist unter Tel. 069 955128-400 oder unter
www.herzstiftung.de/bestellung erhältlich.

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Rezensionsexemplar der aktuellen HERZ heute
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Sie gerne per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder per Tel. unter 069
955128-114.

Fotomaterial erhalten Sie auf Anfrage unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder
per Tel. unter 069 955128-114

Literatur:
- Matzarakis, A.; Muthers, S. (2020): Das Hitzewarnsystem des Deutschen
Wetterdienstes. doi: org/10.1515/pubhef-2019-0107
- Schuh, A. (2007): Biowetter – Wie das Wetter unsere Gesundheit
beeinflusst. Verlag C.H. Beck oHG, München
- Zacharias, S. (2012): Literaturstudie zum Einfluss des Wetters auf die
menschliche Gesundheit. Bericht zum Forschungsvorhaben des
Umweltbundesamtes UFOPLAN 371161 238.