Mehr Hörgesundheit durch bildgebende radiologische Verfahren
In diesem Jahr steht der Welttag des Hörens am 3.
März unter dem Motto „WIR geHÖREN ZU dir!“ In den Fokus rücken dabei unter
anderem diejenigen, die Menschen zu mehr Hörgesundheit verhelfen. Das sind
neben HNO-Ärztinnen und -Ärzten etwa auch Hörakustikerinnen und
Hörakustiker. Aber auch Radiologinnen und Radiologen tragen mit ihren
bildgebenden Verfahren zur gesundheitlichen Versorgung und einer guten
Diagnostik und Therapie bei Menschen mit Ohrenleiden bei.
Bildgebende Verfahren kommen bei Erkrankungen der Ohren häufig im Rahmen
von Ausschlussdiagnostiken zum Tragen. Denn Patientinnen und Patienten,
die zum Beispiel Probleme mit dem Hören oder ihrem Gleichgewichtssinn
haben, werden häufig von der behandelnden HNO-Ärztin oder dem behandelnden
HNO-Arzt in die Radiologie überwiesen. „Radiologinnen und Radiologen
können mit ihren Verfahren bestimmte Erkrankung der Ohren mit hoher
Sicherheit feststellen“, erklärt Prof. Dr. Mathias Cohnen, Chefarzt am
Institut für Klinische Radiologie des Rheinland Klinikums Neuss GmbH
Lukaskrankenhaus und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Kopf-Hals-
Radiologie in der Deutschen Röntgengesellschaft. Zu diesen Erkrankungen
gehören etwa Innenohrentzündungen oder seltene Tumoren am Innenohr, beide
sind einer körperlichen Untersuchung kaum zugänglich. Mit der
Computertomografie (CT) oder der Magnetresonanztomografie (MRT) können sie
präzise erkannt werden. Untersuchungen mittels CT oder MRT sind auch dann
wichtig, wenn etwa nach möglichen angeborenen Veränderungen des Hörorgans,
meistens bei Kindern, gesucht wird. „In diesen Fällen sind hochauflösende
Schichtaufnahmen unverzichtbare Voraussetzung für die richtige Diagnose
und damit natürlich auch für die Therapie“, sagt Professor Cohnen.
Darüber hinaus spielen radiologische Untersuchungen auch bei
Therapieverfahren wie zum Beispiel dem „Cochlea Implantat“ bei
schwerwiegenden Hörstörungen eine wichtige Rolle. Denn diese Implantate
können nur in das Ohr eingesetzt werden, wenn zuvor die genauen
individuellen Verhältnisse des Innenohrs dargestellt worden sind. „Mit
radiologischen Methoden kann die exakte Größe der sogenannten Hörschnecke
vermessen werden, damit ein entsprechend angepasstes Implantat eingesetzt
werden kann“, sagt Professor Cohnen. „Die radiologischen Untersuchungen
legen neben weiteren speziellen Untersuchungen der HNO-Ärztin oder des
HNO-Arztes die Grundlage für die spätere Behandlung und können im Verlauf
den Erfolg der Therapie dokumentieren.“
