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Personen für Herzschwäche-Studie im Raum Berlin gesucht

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Eine Herzschwäche geht meist mit erheblichen Leistungseinschränkungen
einher. Die Betroffenen werden schnell müde und haben Probleme, ihren
Alltag zu bewältigen. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin untersucht
in der METRIS-HF-Studie, wie man den Energiestoffwechsel des Herzens
verbessern kann, damit das Herz wieder mehr Energie hat. Interessierte
können sich in drei Berliner Studienzentren melden.

Der 71-jährige Karl-Heinz Müller erlitt vor zehn Jahren einen Herzinfarkt.
Der ehemalige Krankenpfleger hatte Glück und überlebte. Vor zwei Jahren
bekam er jedoch beim Treppensteigen immer schlechter Luft, auch die Arbeit
im Garten fiel ihm schwerer. Hinzu kamen ein andauerndes Schwächegefühl
und Wasser in den Beinen. Sein Hausarzt diagnostizierte eine Herzschwäche.
Dabei kann das Herz den Körper und die Organe nicht mehr ausreichend mit
Blut und Sauerstoff versorgen. Die Beschwerden beginnen schleichend und
werden von den Betroffenen oft nicht rechtzeitig bemerkt.

Herzschwäche-Patienten wie Herr Müller bekommen Medikamente, die
verhindern sollen, dass die Erkrankung weiter fortschreitet. Diese
Medikamente können sein Herz aber nicht stärken. Als er von seinem
Hausarzt erfuhr, dass in der Berliner Charité die METRIS-Studie für einen
besseren Energiestoffwechsels des Herzens läuft, zögerte er nicht lange
und nahm Kontakt mit der Studienzentrale auf.

In der METRIS-HF-Studie überprüfen die Wissenschaftler, ob das Herz wieder
stärker pumpen kann, wenn der Energiestoffwechsel der Herzzellen
verbessert wird. Dafür erhalten die Patienten ein halbes Jahr lang den
Arzneistoff Metformin. Teilnehmen können Patienten, bei denen noch kein
Diabetes festgestellt wurde. Denn bei ihnen kann eine unerkannte
Insulinresistenz vorliegen, wodurch die Herzzellen aus dem Blutzucker
nicht genügend Energie herstellen können. „Wir erhoffen uns von der
Studie, dass sich mit einem verbesserten Energiestoffwechsel des Herzens
auch die körperliche Leistungsfähigkeit verbessert“, erklärt der
Studienleiter Prof. Dr. Dr. Wolfram Döhner von der Charité –
Universitätsmedizin Berlin.

Hintergrund der Überlegungen ist, dass eine Insulinresistenz bei
Routineuntersuchungen von Herzschwäche-Patienten oft nicht auffällt und
deshalb auch nicht behandelt wird. Aus einer Insulinresistenz kann sich,
oft erst Jahre später, ein Diabetes mellitus Typ 2 entwickeln, die
Zuckerkrankheit. Sie kommt bei Herzschwäche-Patienten mit bis zu 40
Prozent deutlich häufiger vor als in der übrigen Bevölkerung und
verschlechtert die Prognose zusätzlich.

„Die Studie bietet den Vorteil, dass unsere Patientinnen und Patienten
sehr gründlich untersucht und betreut werden“, so Professor Döhner. In den
drei bis fünf Terminen im Studienzentrum werden die Teilnehmer ausführlich
untersucht. Es wird Blut abgenommen und ein EKG geschrieben; außerdem
werden Herzultraschall- und MRT-Untersuchungen durchgeführt. „Durch diesen
Rundum-Check haben wir die Gesundheit der Patientinnen und Patienten sehr
genau im Blick.“

Für Herrn Müller war die engmaschige Betreuung der ausschlaggebende Punkt,
sich für die Teilnahme an der Studie zu entscheiden: „Die Ärztinnen und
Ärzte der Charité sind jederzeit für meine Fragen erreichbar. Das gibt mir
die Sicherheit, medizinisch in den besten Händen zu sein und gleichzeitig
etwas dafür zu tun, die Behandlung der Herzschwäche immer weiter zu
verbessern.“

Haben Sie Interesse, an der Studie teilzunehmen?

Patientinnen und Patienten die an der METRIS-HF-Studie teilnehmen möchten,
können das Kontaktformular auf der Studienwebsite nutzen, dem Studienteam
mailen oder direkt anrufen. Das Studienteam führt eine kurze Befragung
durch, um zu klären, ob die Interessierten für die Studie geeignet sind.
Teilnehmende müssen bereit sein, drei bis fünf Termine im Studienzentrum
wahrzunehmen, sie erhalten eine Aufwandsentschädigung von bis zu 350 Euro.
Außerdem werden anfallende Fahrtkosten erstattet. Die Studienzentren
befinden sich an den Standorten der Charité Campus Virchow-Klinikum
(Wedding) und Campus Benjamin Franklin (Steglitz), sowie am
Unfallkrankenhaus Berlin (Marzahn).

Alle Informationen zur Studie:
https://metris-studie.de/

Studienhotline für interessierte Patienten:
Tel.: (030) 450 560 414 (Mo-Do, 9:00-15:00 Uhr)