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Zur Kommentierung freigegeben: Version 3.0 der Nationalen VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression

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Die Version 3.0 der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare
Depression steht ab sofort bis zum 19. Mai 2022 zur öffentlichen
Konsultation bereit. Fachkreise und Interessierte sind eingeladen, die
Leitlinie kritisch zu begutachten und zu kommentieren.

Depressionen zählen weltweit zu den wichtigsten Volkskrankheiten. In
Deutschland tritt bei etwa jedem achten Erwachsenen im Laufe des Lebens
eine depressive Episode auf. Bundesweit sind innerhalb eines Jahres rund 6
Millionen Menschen betroffen. Die Krankheit ist für viele Betroffene mit
großem Leidensdruck verbunden, da sie sich auf Wohlbefinden,
Selbstwertgefühl und Lebensqualität auswirkt. Zudem haben Depressionen
auch negative Effekte auf das Entstehen und das Fortschreiten körperlicher
Erkrankungen.

Für Menschen mit Depressionen gibt es wirksame Behandlungen und eine
Vielzahl an Unterstützungsmöglichkeiten. Eine Herausforderung stellt
jedoch die Koordination der hausärztlichen, psychiatrischen und
psychotherapeutischen Versorgung mit psychosozialen und anderen
unterstützenden Maßnahmen sowie mit Leistungen zur Rehabilitation und
Teilhabe dar. Auch die Kommunikation beim Übergang zwischen ambulanter und
stationärer Versorgung ist häufig nicht optimal, so dass es zu
Versorgungslücken kommt. Die sozialrechtliche Segmentierung führt außerdem
dazu, dass Betroffenen und Versorgenden die zur Verfügung stehenden
Leistungen und Angebote teilweise nicht bekannt und die Zugangswege sowie
Kostenträger unklar sind. Daher legt die Version 3.0 der NVL Unipolare
Depression einen Schwerpunkt auf die Darstellung des Versorgungssystems
und auf Empfehlungen zur besseren Koordination aller Leistungen bei der
Versorgung von Menschen mit Depressionen.

Neben dem Schnittstellenmanagement wurden auch die Inhalte zur Diagnostik
und Therapie depressiver Störungen geprüft und aktualisiert. Die Struktur
der Leitlinie wurde grundlegend überarbeitet und orientiert sich nun an
den Behandlungs- bzw. Erkrankungsphasen sowie dem Schweregrad der
Depression. Neu hinzugekommen sind unter anderem Inhalte zu Internet- und
mobilbasierten Empfehlungen sowie zu komplexen Versorgungsformen wie z. B.
Disease-Management-Programmen. Erstellt nach den methodischen Vorgaben der
evidenzbasierten Medizin, beruhen die Empfehlungen auf systematischen
recherchierten und qualitativ geprüften Studien, kombiniert mit der
klinischen Expertise des multidisziplinären Expertengremiums sowie der
Sicht von Betroffenen, die durch Patientenvertreter eingebracht wurde.

Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien steht unter der
Trägerschaft von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und
der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften. Mit der Durchführung wurde das Ärztliche Zentrum für
Qualität in der Medizin beauftragt. Zu ausgewählten Krankheitsbildern
arbeiten Expertinnen und Experten verschiedener Organisationen zusammen,
um im Rahmen der strukturierten Versorgung chronisch kranker Menschen die
angemessene und evidenzbasierte Patientenversorgung darzustellen.

Interessierte und Expert*innen können die Konsultationsfassung der
Leitlinie kostenfrei herunterladen und bis zum 19. Mai 2022 kommentieren
sowie Änderungen und Ergänzungen vorschlagen (per E-Mail an:
<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>). Bitte nutzen Sie für Ihre Rückmeldung ausschließlich den
Kommentierungsbogen.