Erste zertifizierte Audiologische CI-Assistentin in Deutschland am UKSH
Dipl.-Ing. Britta Böhnke aus der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde,
Kopf- und Halschirurgie, Phoniatrie und Pädaudiologie des
Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, ist die
erste durch die Deutsche Gesellschaft für Audiologie (DGA) zertifizierte
Audiologische CI-Assistentin in Deutschland. Mit der Fachanerkennung hat
die UKSH-Audiologin ein Zertifikat erworben, das sie nach Prüfung durch
eine Expertenkommission für die in der Versorgung mit Hörimplantaten
anfallenden audiologischen Aufgaben als fachkundig und erfahren ausweist.
„Wir gratulieren Frau Böhnke ganz herzlich zu diesem Erfolg. Mit ihrem
Wissensstand ist sie nicht nur eine wertvolle und fachkundige
Ansprechpartnerin für unsere Patientinnen und Patienten, sondern auch
Vorbild für junge Kolleginnen und Kollegen, an die sie ihre Erfahrung gern
weiterreicht“, sagt Klinikdirektorin Prof. Dr. Petra Ambrosch.
Im zertifizierten Audiologischen Zentrum der HNO-Klinik am Campus Kiel
werden jährlich mehrere Tausend Patientinnen und Patienten mit
Hörstörungen untersucht. Die Versorgung mit Cochlea-Implantaten (CI) bei
hochgradig schwerhörigen Patientinnen und Patienten gehört zu den
anspruchsvollsten medizinisch-technischen Behandlungen, an denen
Audiologinnen und Audiologen maßgeblich mitwirken. Die kompetente Arbeit
mit dem CI und anderen aktiven Hörimplantaten erfordert profunde
Kenntnisse der Audiologie, Akustik, Technik, Anatomie des Hörsystems,
Elektrophysiologie, Psychoakustik, Schwerhörigen- und Gehörlosenpädagogik
sowie der Zusammenhänge zwischen diesen Fachgebieten.
Für eine exzellente Therapie ist es von Bedeutung, dass hervorragend
ausgebildete Audiologen und Ingenieure mit langjähriger Erfahrung im
Bereich der Anpassung, Optimierung und Funktionsprüfung der Implantate
auch bei komplizierten Versorgungen tätig sind. „Nur durch eine von
ausgewiesenen Fachleuten kontrollierte hohe Qualifikation in den genannten
Bereichen wird das Potential der aufwendigen CI-Versorgung im Sinne einer
Optimierung des Versorgungserfolges ausgeschöpft und das Risiko einer
Gefährdung des Patienten minimiert“, erläutert PD Dr. rer.nat. Matthias
Hey, Leiter der Audiologie an der HNO-Klinik.
Seit 1988 sind über 1.700 Patientinnen und Patienten mit einem Cochlea-
Implantat am UKSH, Campus Kiel, versorgt worden, das als eines der
renommiertesten Zentren für die CI-Versorgung in Deutschland gilt. Der
jüngste in Kiel versorgte Patient war zum Zeitpunkt der Operation acht
Monate alt, der älteste 90 Jahre. Die umfassende Therapie ist nur durch
die Zusammenarbeit verschiedenster Berufsgruppen möglich: Fachleute aus
Medizin, Audiologie, Sonderpädagogik und Logopädie arbeiten an der Klinik
Hand in Hand.
