Moderne Gebäude für 600 Patienten: Nächster Meilenstein für neuen Klinik- Campus an der Uniklinik Würzburg
Ministerpräsident Söder besichtigt „Erweiterungsgelände Nord“ am UKW /
Freistaat Bayern erteilt Generalplaner-Auftrag
Würzburg. Der nächste Meilenstein für den neuen Klinik-Campus auf dem
„Erweiterungsgelände Nord“ des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) ist
erreicht. Der Freistaat Bayern hat nun den Generalplaner-Auftrag für den
ersten Bauabschnitt mit den Neubauten für die „Kopfkliniken“ und des
„Zentrums Frauen-Mutter-Kind“ auf dem Areal vergeben.
Der Auftrag geht an den 1. Preisträger des Planungs-Wettbewerbs für das
Erweiterungsgelände, HASCHER JEHLE Objektplanung GmbH, Berlin. Damit steht
fest: Der Wettbewerbsentwurf kann nun weiter ausgearbeitet werden. Bayerns
Ministerpräsident Dr. Markus Söder besuchte am Freitag (17. Juni) die
Würzburger Uniklinik und das Erweiterungsgelände für die größte Klinik in
Unterfranken.
„Die Weichen für die innovative bauliche Zukunft der Würzburger
Universitätsmedizin sind damit gestellt“, sagte Prof. Dr. Jens Maschmann,
Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Uniklinik, beim Besuch
des Ministerpräsidenten.
Auf dem rund zehn Hektar großen unbebauten Gelände nordwestlich der
bestehenden Zentren für Operative Medizin (ZOM) und Innere Medizin (ZIM)
im Würzburger Stadtteil Grombühl sollen zukünftig neue Klinik-Gebäude für
die jetzigen Kopfkliniken und für das neue „Zentrum Frauen-Mutter-Kind“
entstehen. Dabei werden die derzeit rund 600 Betten für diese beiden
Klinikbereiche von den Altgebäuden zukünftig in den Neubau verlagert. Die
jetzigen Kopfkliniken wurden 1970 bzw. 1973 eröffnet, die bestehende
Frauenklinik im Jahr 1934, die verteilten Gebäude der Kinderklinik in den
Jahren 1921 und 1961. Insgesamt verfügt das UKW über rund 1.400 Betten für
die Patientenversorgung.
Baubeginn bei kontinuierlicher Planung: 2025 für die vorbereitenden
Baumaßnahmen
Für den ersten Bauabschnitt von Kopfkliniken und Zentrum Frauen-Mutter-
Kind wird aktuell - ohne Berücksichtigung der Erschließung - mit
geschätzten Gesamtkosten in Höhe von 822 Millionen Euro gerechnet. Die
konkrete Kostenermittlung für die bauliche Umsetzung des Siegerentwurfs
erfolgt nun im Rahmen der weiteren Planungen durch den beauftragten
Generalplaner. Der Baubeginn für die vorbereitenden Maßnahmen ist bei
kontinuierlicher Planung frühestens im Jahr 2025 vorgesehen. Die bauliche
Fertigstellung und Inbetriebnahme der Neubauten auf dem
Erweiterungsgelände des UKW werden für das Jahr 2032 angestrebt.
Ende März 2022 hatte der Würzburger Stadtrat grünes Licht zur Aufstellung
eines Bebauungsplanes für das Erweiterungsgelände Nord am UKW gegeben.
„Mit der aktuellen Auftragsvergabe durch den Freistaat folgt nun die
nächste wichtige Entscheidung. Wir sind froh über diese Unterstützung und
danken all jenen, die daran mitgewirkt haben. Dazu zählen neben dem
Freistaat und den beteiligten Ministerien natürlich auch in erster Linie
das Staatliche Bauamt Würzburg als Bauherrenvertreter“, betonte Prof.
Maschmann. Er nutzte den Besuch von Ministerpräsident Dr. Markus Söder, um
nochmals den Beschäftigten der Würzburger Uniklinik für ihren
beindruckenden Einsatz seit Beginn der Corona-Pandemie zu bedanken: „Das
ist eine kontinuierliche Dauerbelastung für unser Klinikum, die wir
gemeinsam eindrucksvoll bewältigt haben.“ Von großer Bedeutung sei hierbei
auch die enge Kooperation mit den Kliniken und Gesundheitseinrichtungen in
Nordbayern. Dabei könne die Würzburger Uniklinik auf sehr gute etablierte
Netzwerk-Strukturen zurückgreifen, so Maschmann.
Ministerpräsident Söder besichtigte am UKW zunächst das
Erweiterungsgelände Nord. Im Anschluss informierte er sich über aktuelle
Projekte der Würzburger Universitätsmedizin. Dazu zählt etwa eine VR-
Brille, mit der in der Studierenden-Ausbildung Notfälle realistisch
dargestellt werden können sowie ein in Würzburg entwickelter „Tele-
Intensivmedizin-Visitenwagen“. Damit können sich Würzburger
Intensivmediziner direkt auf die Intensivstationen umliegender Kliniken
live „zuschalten“.
Erfolge und Kooperationen am Forschungsstandort Würzburg
Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät in Würzburg,
wies auf die starke interdisziplinäre und fachübergreifende Zusammenarbeit
am medizinischen Forschungsstandort hin: „Das gilt für unseren jüngsten
Sonderforschungsbereich „Kardio-immune-Schnittstellen“ ebenso wie für das
geplante Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) oder die enge
Zusammenarbeit mit außer-universitären Einrichtungen wie dem Würzburger
Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI). Der
medizinische Forschungsstandort Würzburg bietet für solche Kooperationen
sehr gute Bedingungen – auch insbesondere dank der gezielten Förderung des
Freistaates Bayern.“
Weitere Projekte in Eigenregie geplant: Klinik-Apotheke und Rechenzentrum
Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor des UKW, wies beim Austausch mit
dem Ministerpräsidenten auf zwei weitere Bauprojekte hin, die das
Universitätsklinikum Würzburg zusätzlich in Eigenregie und überwiegend aus
eigenen Mitteln realisiert. So soll auf dem Altcampus des UKW ein Neubau
für einen Teil der Klinik-Apotheke für rund 20 Millionen Euro entstehen.
Rieger: „Der Bauantrag hierfür wurde jüngst eingereicht. Mit der
Inbetriebnahme, die für 2024 geplant ist, werden wir die
Arzneimittelversorgung weiter verbessern können.“ Zudem laufen die
Planungen für den Neubau des Rechenzentrums, um für die zahlreichen
Digitalisierungsprojekte des Klinikums eine moderne Infrastruktur zu
errichten.
