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Teilhabe und Selbstbestimmung für Patient:innen

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Studie der Universität Witten/Herdecke zeigt Vielfalt digitaler
Innovationen in der Gesundheitsversorgung: Immer mehr digitale Anwendungen
werden für die Gesundheitsversorgung entwickelt. Forschungsergebnisse
zeigen, dass die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten sogar noch
erweitert werden können. Stand bisher mehr die ärztliche oder
institutionelle Nutzung in Krankenhäusern und Praxen im Fokus, so findet
die Nutzung digitaler Innovationen der Gesundheitsversorgung zunehmend
auch im Privaten statt. Insbesondere Apps und Smart-Devices werden
eigenständig von Patient:innen zur Information und Überwachung von
Symptomen genutzt.

Anhand eines sog. Scoping Reviews, in dem einschlägige Forschungsliteratur
zusammengetragen und analysiert wird, konnten an der Universität
Witten/Herdecke für Patient:innen bereits verfügbare digitale Innovationen
der Gesundheitsversorgung identifiziert und die Einsatzgebiete und
-bedingungen dieser Innnovationen untersucht werden.

Viele Angebote zur Unterstützung der Therapie bei chronischen Erkrankungen

Die wichtigste Erkenntnis des Reviews benennt Erstautorin Thea
Kreyenschulte: „Patient:innen nehmen bei digitalen Versorgungsangeboten
eine entscheidende Rolle ein, denn viele digital gestützte
Gesundheitsangebote können sie eigenständig anwenden.“ Dies ermögliche
eine aktive Teilhabe am Versorgungsprozess und könne auch die
Eigenverantwortung von Patient:innen steigern.

„Unserer Ergebnisse zeigen einen Fokus der Angebote auf die Unterstützung
von Therapien vor allem bei chronisch kranken Menschen, während
Innovationen zur Prävention, Diagnose, Rehabilitation und Pflege weniger
stark vertreten sind“, ordnet Koautorin und ATLAS-Projektleiterin Prof.
Sabine Bohnet-Joschko ein.

Den Autorinnen gelang es, digitale Angebotsformen zu identifizieren, die
aktuell bereits für Patient:innen in Frage kommen können. Eingesetzt
werden sie zur Bildung und zum Selbstmanagement, zum Symptommanagement
sowie in der Behandlung. Diese Anwendungen ordnen die Wissenschaftlerinnen
neun unterschiedlichen Schnittstellen zu:

•       Apps, z.B. zur Aufklärung und Dokumentation
•       Smart-Devices, u.a. zur Überwachung von Vitalwerten
•       Telekonsultation, z.B. in Videokonferenzen zur Heimrehabilitation
•       Patient:innenportale, in denen z.B. Fragebögen für Patient*innen
vorgehalten werden
•       Games, z.B. Lernspiele bei ADHS
•       Implantate, wie das Conchlea Implantat
•       Robotik, z.B. in Form eines Daten-sammelnden Massage-Roboterarms
•       intelligente Informations- und Kommunikationssysteme, u.a. in Form
von erweiterter Realität in der Abbildung medizinischer Eingriffe
•       Ambient-Assisted-Living-Umgebungen, die u.a. Smart-Speaker
vorhalten.

Detailliertere Einblicke in Nutzungsmöglichkeiten und -bedingungen
digitaler Innovationen der Gesundheitsversorgung durch Patient:innen
finden sich zudem in der Publikation:

T. Kreyenschulte & S. Bohnet-Joschko, "Nutzung digitaler Innovationen
durch Patient*innen im Versorgungsprozess", in: Gesundheitswesen 2022.
DOI: 10.1055/a-1791-0689

Die Publikation ist im Rahmen des Projektes ATLAS ITG entstanden. Das
Projekt wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Es unterstützt den
Theorie-Praxis-Transfer durch eine Auswertung aktueller Studien und führt
Leuchtturmprojekte sowie Akteure der digitalen Gesundheitswirtschaft in
NRW zusammen: www.atlas-digitale-gesundheitswirtschaft.de