Drei Elektrotechnik-Studenten fördern die Mobilität mit einem autonomen Senioren-Rollstuhl-Roboter
Die Aufrüstung der Kommunikation in den Einrichtungen kommt den
Seniorinnen und Senioren zugute
Mit einem autonomen Senioren-Rollstuhl-Roboter eigenständig per
Sprachbefehl z.B. in den Garten fahren – diesen Ansatz verfolgen die drei
Studenten Dennis Altergott, Timo Wehner und Christian Eckerdt. Gemeinsam
mit Prof. Dr. Rainer Hirn aus der Fakultät Elektrotechnik an der
Hochschule Würzburg-Schweinfurt haben sie eine einfache Anwendung
entwickelt, mit der sich Seniorinnen und Senioren in der Einrichtung
bewegen können, z.B. ins eigene Zimmer, in den Speisesaal oder auf die
Terrasse. Bei Personalmangel können die Menschen nicht nur festgelegte
Ziele innerhalb der Einrichtung ansteuern, sie können darüber hinaus mit
der vorgesehenen Liegeposition eine kleine Schlafpause einlegen und laufen
aufgrund der Dekubitus-Polsterung gegen Druckgeschwüre nicht Gefahr,
wundzuliegen.
Elektrische Rollstühle gibt es bereits: Diese werden üblicherweise per
Joystick, in Ausnahmefällen per Smartphone über eine App gesteuert – über
letztere Option verfügen die meisten älteren Menschen jedoch nicht. Völlig
neu ist nun der Ansatz, den Stuhl mit geeigneter Sensorik so auszustatten,
dass er in der Lage ist, zunächst eine vollständige Karte der Umgebung zu
erstellen und mit Hilfe dieser Karte selbstständig (= autonom) von A nach
B zu navigieren. Gelänge dies – und die ersten Versuche waren äußerst
vielversprechend - würde es den Seniorinnen und Senioren ein völlig neues
Maß an Freiheit zurückgeben können.
Vorgesehen ist im Anschluss an die Fertigstellung des autonomen Rollstuhls
ein kleines Schulungsprogramm, über das Pflegende wie Bewohnerinnen und
Bewohner in Einrichtungen vermittelt bekommen, wie Sprachbefehle gestellt
werden können und welche Auswahlmöglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen.
Johannes Kuther, Leiter des Geschäftsbereiches stationäre Altenhilfe im
Diakonischen Werk Schweinfurt, erläuterte, dass die Senioreneinrichtungen
künftig über noch mehr Kommunikationsfunktionen verfügen werden, um die
Menschen bestmöglich versorgen zu können. Hierzu zählen neben der
Dokumentation der Maßnahmen oder der individuellen Wärmeeinstellungen über
Heizungen oder Markisen ganz zentral die individuelle Pflege der Menschen
und deren größtmögliche Beweglichkeit.
Noch nicht alle Funktionen lassen sich so ausführen und realisieren, wie
es die Hochschulangehörigen konzipiert hatten. Auf Basis zahlreicher
Probefahrten im Wilhelm-Löhe-Haus der Diakonie Schweinfurt und einem
begleitenden Protokoll haben die Studenten nun Punkte aufgeführt, die sie,
wenn sie zurück an der Hochschule sind, verbessern möchten wie z.B. die
Streckenführung des Rollstuhls. Bislang bewegt sich der Rollstuhl in einem
Gang immer in der Mitte der Wegstrecke, und der Rollstuhl würde
stehenbleiben, anstatt entsprechend auszuweichen, wenn eine weitere Person
im Flur entlangkommt. Da die Räume innerhalb der Senioreneinrichtung nun
vorab gescannt wurden, kann der Rollstuhl und seine Nutzung auch dank der
guten Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden des Diakonischen Werkes
Schweinfurt weiter perfektioniert werden.
