Fragen zum Thema Affenpocken – BZgA informiert
Aktuell erreichen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Anfragen aus der Bevölkerung zum sogenannten Affenpockenvirus oder
Monkeypox Virus (MPXV). Das Virus tritt seit Mai 2022 in Europa und auch
in Deutschland auf. Auf den Webseiten https://www.infektionsschutz.d
https://www.liebesleben.de informiert die BZgA zu Affenpocken, der
Erkrankung, darüber, wie sich infizierte Personen verhalten sollten und
wie man sich am besten schützen kann.
Prof. Dr. Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der BZgA: „Bürgerinnen
und Bürger wenden sich an die BZgA, weil sie verunsichert sind und
verlässliche Informationen zum Thema Affenpocken suchen. Ergänzend zu
unserem telefonischen Beratungsangebot haben wir den Erregersteckbrief zu
Affenpocken entwickelt, der die wichtigsten Fragen beantwortet. Wir raten
jedem Menschen, der Symptome einer möglichen Erkrankung bei sich bemerkt
oder befürchtet, sich infiziert zu haben, sich sofort telefonisch an seine
Ärztin oder seinen Arzt zu wenden.“
Darüber hinaus bietet die BZgA auf ihrer Internetseite
https://www.infektionsschutz.d
Thema. Das gemeinsame Merkblatt der Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung und des Robert Koch-Instituts informiert ergänzend zu
Übertragungswegen und Präventionsmöglichkeiten.
Die aktuell wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Affenpocken:
Was sind Affenpocken?
Affenpocken sind eine seltene Virusinfektion. Die Erkrankung wird durch
das Affenpockenvirus verursacht, das mit den Menschenpockenviren und den
Kuhpockenviren verwandt ist.
Wie werden Affenpocken übertragen?
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist vor allem bei engem Kontakt
möglich. Besonders ansteckend ist der Bläscheninhalt sowie der Schorf der
Hautveränderungen von infizierten Personen. Eine Übertragung kann auch
durch Kontakt zu Geschwüren, Wunden im Mund oder mit Körperflüssigkeiten
wie Speichel erfolgen. Eine Übertragung des Virus ist zudem über Textilien
und Essgeschirr einer Person, die sich mit den Affenpocken angesteckt hat,
möglich.
Ob Affenpocken beim Sex über Samenflüssigkeit oder Vaginalflüssigkeit
übertragen werden, ist nicht abschließend geklärt. Das Risiko, sich mit
Affenpocken zu infizieren, ist nicht auf sexuell aktive Menschen oder auf
Männer, die Sex mit Männern haben, beschränkt. Da es aber zu engem
Körperkontakt kommt, ist eine Übertragung beim Sex möglich. Schwangere,
die sich mit Affenpocken angesteckt haben, können das Virus an ihr
ungeborenes Kind weitergeben. Eine Ansteckung des Babys ist auch bei der
Geburt möglich.
Menschen, die infiziert sind, können andere anstecken, solange sie
Symptome haben. In der Regel sind das zwei bis vier Wochen. Die
Inkubationszeit, also die Zeitspanne zwischen der Ansteckung und dem
Beginn der Erkrankung, beträgt etwa fünf bis 21 Tage. Kürzere
Inkubationszeiten von zwei bis vier Tagen scheinen der aktuellen Datenlage
zufolge in Einzelfällen möglich.
Wie äußert sich die Krankheit?
Allgemeine Anzeichen einer Ansteckung mit Affenpocken können Fieber-,
Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten sein. Es
entwickeln sich teilweise sehr schmerzhafte Hautveränderungen in Form von
Flecken und Pusteln, die mit der Zeit verkrusten und abfallen. Der
Ausschlag tritt vor allem an Gesicht, Handflächen und Fußsohlen auf. Es
sind jedoch auch Haut- und Schleimhautveränderungen an Mund, Genitalien
und Augen möglich. Die Hautveränderungen halten in der Regel zwischen zwei
und vier Wochen an und heilen ohne Behandlung von selbst ab. Dabei kann es
zu Narben kommen.
Was tun bei Verdacht auf eine Infektion mit Affenpocken?
Nach Kontakt zu Personen, die mit Affenpocken infiziert sind, sollte das
örtliche Gesundheitsamt kontaktiert werden. Es gibt die Möglichkeit, sich
zeitnah nach Kontakt zu einer infizierten Person impfen zu lassen. Dies
ist möglich, solange noch keine Symptome auftreten.
Bei ungewöhnlichen Hautveränderungen oder anderen Symptomen sollte eine
ärztliche Abklärung nach vorheriger telefonischer Anmeldung erfolgen.
Gibt es eine Impfung?
Ja. In der Europäischen Union (EU) ist seit 2013 ein Pocken-Impfstoff
zugelassen. Dieser kann bei Personen ab 18 Jahren auch zum Schutz vor
Affenpocken eingesetzt werden, die ein erhöhtes Kontakt- und
Ansteckungsrisiko haben. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die
Impfung für Personen, die engen Kontakt zu einer infizierten Person hatten
(Postexpositionsprophylaxe).
Weiterhin sollten besonders Männer über 18 Jahre, die Sex mit Männern
haben (MSM) und dabei häufig die Partner wechseln, geimpft werden, sowie
nach Rücksprache mit dem Sicherheitsbeauftragten auch Mitarbeitende in
Speziallaboratorien, die gezielt Tätigkeiten mit infektiösen Laborproben
ausüben, die Orthopockenmaterial enthalten.
Für Menschen über 18 Jahre ohne Pockenimpfung in der Vergangenheit erfolgt
die Grundimmunisierung mit zwei Impfungen im Abstand von mindestens 28
Tagen.
Bei Personen, die in der Vergangenheit gegen Pocken geimpft worden sind,
reicht eine einmalige Impfstoffgabe aus. Die Impfung soll auch bei
Personen mit Immundefizienz erfolgen.
Weiterführende Informationen zum Thema:
Die Telefonberatung der BZgA ist unter Telefon 0221 892031 Montag bis
Donnerstag: von 10 bis 22 Uhr und Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
erreichbar zum Preis entsprechend der Preisliste Ihres Telefonanbieters
für Gespräche in das deutsche Festnetz.
infektionsschutz.de informiert zu Affenpocken unter:
https://www.infektionsschutz.d
Erregersteckbrief:
https://www.infektionsschutz.d
Informationen zum Monkeypox Virus (MPXV)/Affenpocken der BZgA-Initiative
LIEBESLEBEN:
https://www.liebesleben.de/fue
infektionen/affenpocken/
Merkblatt Affenpocken von BZgA und RKI:
https://www.rki.de/DE/Content/
Flyer.pdf?__blob=publicationFi
STIKO-Empfehlung zur Impfung gegen Affenpocken:
https://www.rki.de/DE/Content/
