Uniklinikum Dresden bringt psychiatrische Behandlung nach Hause
Stationsäquivalente Behandlung (StäB) schließt Versorgungslücke und soll
erneute stationäre Aufenthalte verhindern. Konzept steht für moderne
Patientenversorgung in der Psychiatrie und Psychotherapie. 60 Patientinnen
und Patienten aus Dresden haben Behandlungsangebot bereits wahrgenommen.
Schwere psychische Erkrankungen erfordern häufig eine Behandlung im
Krankenhaus. Für manche Betroffene ist eine stationäre Aufnahme jedoch
gerade aufgrund ihrer Erkrankung oder ihrer Lebenssituation kaum möglich
oder unvorstellbar.
Mit der Stationsäquivalenten Behandlung (StäB) bietet
die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Carl
Gustav Carus Dresden diesen Patientinnen und Patienten nun eine
Alternative: Sie werden in ihrem Zuhause behandelt und engmaschig besucht.
Damit bietet das Universitätsklinikum ein wichtiges Konzept moderner,
patientenorientierter Psychiatrie, das bisher in der Region kaum
vorgehalten wird. 60 Patientinnen und Patienten haben bisher von der
Stationsäquivalenten Behandlung (StäB) profitiert. „Die
Stationsäquivalente Behandlung zeigt, wie eine sonst stationäre Behandlung
auch in den eigenen vier Wänden funktionieren kann. Als
Universitätsklinikum sehen wir uns in der Verantwortung neue Wege zu gehen
und entsprechend zu etablieren. Das ist hier großartig gelungen“, sagt
Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum Dresden.
StäB steht für Stationsäquivalente Behandlung. Dieses Angebot wurde Ende
2025 am Universitätsklinikum Dresden etabliert. Im Gegensatz zu einer
ambulanten Behandlung handelt es sich bei der stationsäquivalenten
Behandlung um eine gesetzlich geregelte vollstationäre
Krankenhausleistung. Die Patientinnen und Patienten werden täglich durch
ein multiprofessionelles Team aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegenden,
Psychologinnen und Psychologen, Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten
sowie Mitarbeitenden des Sozialdienstes betreut. Mindestens einmal am Tag
findet ein persönliches Treffen mit dem Patienten oder der Patientin
statt. Das Team ist an sieben Tagen in der Woche für die Patientinnen und
Patienten erreichbar und übernimmt während der gesamten Behandlungsdauer
die vollständige medizinische Verantwortung. Voraussetzung ist, dass
grundsätzlich eine stationäre Aufnahme erforderlich wäre.
Bisher hat das StäB-Team bereits rund 60 Patientinnen und Patienten in
Dresden behandelt. Das Angebot richtet sich an Erwachsene mit schweren
psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Psychosen, bipolaren
Erkrankungen oder Angststörungen, bei denen grundsätzlich eine stationäre
Krankenhausbehandlung erforderlich wäre. „Die Behandlung in der gewohnten
Umgebung eröffnet therapeutische Möglichkeiten, die im Krankenhaus oft
nicht sichtbar werden. Wir erleben die Lebensrealität unserer Patientinnen
und Patienten unmittelbar und können Therapie und Unterstützung genau dort
ansetzen, wo Belastungen und Krisen entstehen. Dadurch lassen sich häufig
Eskalationen verhindern und nachhaltige Behandlungserfolge erzielen“, sagt
Prof. Vjera Holthoff-Detto, Direktorin der Klinik für Psychiatrie und
Psychotherapie. Studien belegen, dass bei Patientinnen und Patienten, die
eine StäB erhalten haben, die Wiederaufnahmeraten geringer sind als bei
Betroffenen in einer vollstationären Therapie. Von dem Angebot profitieren
insbesondere Menschen, die aufgrund ihrer Erkrankung unter ausgeprägten
Ängsten leiden, familiäre Verpflichtungen übernehmen oder negative
Erfahrungen mit früheren Krankenhausaufenthalten gemacht haben.
Haus 46 ermöglicht moderne Behandlungskonzepte
Die stationsäquivalente Behandlung ist zugleich ein wichtiger Baustein für
die zukünftige Ausrichtung der psychiatrischen Versorgung am
Universitätsklinikum. Mit Haus 46, das Ende 2026 in Betrieb geht, entsteht
eine moderne Klinikstruktur, die stationäre, tagesklinische, ambulante und
aufsuchende Behandlungsangebote eng miteinander verzahnt und moderne
Behandlungskonzepte ermöglicht, erläutert Robert Zappe, Pflegefachexperte
Psychiatrie und Stationsleitung der StäB. Das StäB-Team wird ebenfalls in
Haus 46 seinen Standort beziehen. „Psychiatrische Versorgung muss sich an
den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten orientieren. Die
stationsäquivalente Behandlung steht beispielhaft für diesen Wandel. Sie
ergänzt unsere stationären Angebote sinnvoll und stärkt eine moderne,
sektorenübergreifende Versorgung. Damit schaffen wir Strukturen, die den
Menschen in den Mittelpunkt stellen und zugleich den Weg der
Ambulantisierung konsequent weitergehen“, sagt Prof. Jörn Conell,
ärztlicher Leiter der StäB und der psychiatrischen Ambulanz am
Uniklinikum.
