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Neue Dimension der robotergestützten Chirurgie

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Das Universitätsklinikum Dresden setzt erstmals den Da Vinci SP ein. Die
neue Single-Port-Technologie erweitert das robotische Operationsspektrum.
Uniklinikum bilanziert pro Jahr knapp 800 chirurgische Eingriffe mit OP-
Robotik.

Am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden ist der dritte daVinci-
OP-Roboter in Betrieb gegangen. Das Team aus der Klinik und Poliklinik für
Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTG) hat dabei erstmals das neue
„Da Vinci SP“-Operationssystem erfolgreich eingesetzt. SP steht für Single
Port – der OP-Roboter kommt mit nur einem Zugang aus, die Kamera und drei
Instrumente werden darüber gemeinsam eingeführt. Das eignet sich besonders
für Operationen in anatomisch engen Regionen. Mit der Inbetriebnahme des
Systems erweitert das Universitätsklinikum sein robotisches
Operationsspektrum und schafft neue Möglichkeiten für besonders schonende
Eingriffe – zunächst in der Viszeralchirurgie, perspektivisch auch in der
Urologie sowie der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. Damit sind am
Uniklinikum jetzt insgesamt vier Roboter im Einsatz – neben drei daVincis
in den OP-Sälen verfügt das Universitätsklinikum zusätzlich über einen
Experimental-OP-Roboter, der zur Forschung neuer Einsatzgebiete und
-möglichkeiten eingesetzt wird.

„Robotische Systeme erweitern unsere Möglichkeiten erheblich. Sie
ermöglichen hochpräzise Eingriffe und unterstützen insbesondere bei
komplexen Operationen. Entscheidend ist aber: Nicht der Roboter operiert –
sondern erfahrene Chirurginnen und Chirurgen. Die Technologie ergänzt ihre
Expertise. Und das zum Wohle der Patientinnen und Patienten“, sagt Prof.
Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden.
„Die robotergestützte Chirurgie entwickelt sich kontinuierlich weiter. Mit
dem Da Vinci SP können wir unser Behandlungsspektrum gezielt erweitern und
Patientinnen und Patienten bei ausgewählten Eingriffen noch schonender
operieren. Gleichzeitig stärkt das neue System die interdisziplinäre
Zusammenarbeit am Universitätsklinikum.“, sagt Prof. Jürgen Weitz,
Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie.

Präzise Bewegungen in anatomisch engen Bereichen
Der Da Vinci SP unterscheidet sich grundlegend von bisherigen robotischen
Operationssystemen. Die Kamera und drei flexible Instrumente werden über
nur einen einzigen Zugang in den Körper eingebracht. Erst dort entfalten
sich die Instrumente und ermöglichen Bewegungen, die selbst in anatomisch
engen Bereichen eine besonders präzise Präparation erlauben. Gerade bei
komplexen Eingriffen im Bauchraum bietet diese Technologie Vorteile. Das
umliegende Gewebe kann besonders schonend behandelt werden, gleichzeitig
profitieren Operateurinnen und Operateure von einer hochauflösenden
dreidimensionalen Sicht und einer deutlich größeren Beweglichkeit der
Instrumente. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das vor allem
kleinere Zugänge, weniger Belastung durch den Eingriff und häufig eine
schnellere Erholung. Gerade bei onkologischen Erkrankungen kann dies dazu
beitragen, dass notwendige weiterführende Therapien ohne unnötige
Verzögerung fortgesetzt werden können.

Eine der ersten Patientinnen, die mit dem Da Vinci SP operiert wurde, ist
eine 60-jährige Frau aus Chemnitz. Bei ihr war ein Tumor im Bereich des
Dickdarms diagnostiziert worden. Bereits zum Zeitpunkt der Diagnose hatten
sich Metastasen in der Leber gebildet. Nach einer erfolgreichen
medikamentösen Tumorbehandlung empfahl das interdisziplinäre Tumorboard
die operative Entfernung des Primärtumors. Im Rahmen einer rechtsseitigen
Hemikolektomie entfernte das Team der VTG-Klinik den betroffenen
Darmabschnitt minimalinvasiv mit Unterstützung des neuen Robotersystems.
„Die Diagnose war ein Schock. Umso wichtiger war es für mich, mich gut
aufgehoben zu fühlen. Das gesamte Team hat mich von Anfang an begleitet
und mir jede Unsicherheit genommen. Heute bin ich einfach dankbar, dass
ich die Operation gut überstanden habe und nach vorn blicken kann“, sagt
die Patientin.

800 chirurgische Eingriffe mit OP-Robotik pro Jahr
Robotische Verfahren sind am Universitätsklinikum Dresden seit vielen
Jahren fester Bestandteil der chirurgischen Versorgung und werden
kontinuierlich weiterentwickelt. Allein an der VTG werden jährlich rund
900 minimalinvasive Operationen durchgeführt, davon etwa 300 robotisch
assistiert. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie
(DGAV) hat die Klinik Ende des letzten Jahres als Exzellenzzentrum für
Minimal-Invasive und Robotische Chirurgie ausgezeichnet. Weiterhin sind
OP-Roboter bereits in der Klinik für Urologie sowie in der Klinik für
Frauenheilkunde und Gynäkologie im Einsatz. Insgesamt werden 800
Patientinnen und Patienten pro Jahr robotisch assistiert operiert. Die
Anschaffung des neuen Da Vinci SP ist zugleich ein weiterer Schritt auf
dem Weg zum geplanten Zentrum für operative Robotik (ZIOR), das die
klinische Versorgung, Forschung und Ausbildung in diesem Bereich künftig
noch enger miteinander verbinden soll.