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„Ich kann Betroffenen Mut machen“: Olympia- und Para-Sportlerin Kathrin Marchand spricht auf Schlaganfallkongress

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Die Ärztin und ehemalige Olympiaruderin Kathrin Marchand erlitt vor fünf
Jahren einen Schlaganfall. Heute ist die 35-jährige Kölnerin sehr
erfolgreiche Para-Ruderin und Para-Skilangläuferin – unter anderem mit EM-
und WM-Titeln. Sie ist die erste Athletin überhaupt, die bisher an den
Olympischen und Paralympischen Sommer- und Winterspielen teilgenommen hat.
Marchand weiß deshalb genau, wie lebensverändernd ein Schlaganfall ist,
aber auch, was danach noch möglich ist.



Auf dem 2. Deutschen Schlaganfallkongress, dem DSG26, in Berlin wird sie
vor rund 1.000 Ärzten, Fachpflegenden und Therapeuten über Einschränkungen
im Alltag, über Sport, Rehabilitation und Rückschläge sprechen – aber auch
darüber, warum es sich lohnt, immer weiterzumachen.

Kathrin Marchand saß 2021 auf dem Spinning-Rad, als plötzlich ihre linke
Körperhälfte taub wurde und ihr Gesichtsfeld eingeschränkt war. „Als
Ärztin erkannte ich die Symptome schnell: Plötzlich auftretende
neurologische Ausfälle ließen mich an einen Schlaganfall denken. Als
Mensch dachte ich gleichzeitig: Das kann doch nicht sein. Ich bin jung,
gesund und sportlich“, erinnert sie sich.

Die Folgen sind für Außenstehende bis heute nur schwer zu erkennen.
Marchand hat unter anderem einen visuellen Neglect: Obwohl sie weiß, dass
sie die linke Seite ihres Gesichtsfelds nicht richtig wahrnimmt, vergisst
sie immer wieder, diese Seite zu berücksichtigen. Auch ihre linke
Körperhälfte fühlt sich anders an: Kraft ist grundsätzlich vorhanden, doch
Ansteuerung und Rückmeldung aus dem Körper funktionieren nicht mehr wie
vor dem Schlaganfall. Hinzu kommen Einschränkungen bei Konzentration,
Belastbarkeit und der Verarbeitung schneller Bewegungen.

Von der Olympiaruderin zur Para-Ruderin und Para-Skilangläuferin

Aber: „Ich kann den Betroffenen Mut machen“, sagt Marchand heute. Ihre
zentrale Botschaft richtet sich nicht nur an Betroffene, sondern auch an
Ärzte, Therapeuten sowie alle, die Menschen nach einem Schlaganfall
begleiten. „Es muss nicht alles wieder so werden wie vorher, aber es kann
trotzdem weitergehen. Man kann neue Dinge finden, die einem Freude machen
und an denen man sich festhalten kann.“

Bei Marchand war das zunächst der Weg zurück in den Leistungssport. Vor
dem Schlaganfall hatte sie als Ruderin bereits Erfolge bei den Olympischen
Spielen 2012 und 2016 sowie bei Europameisterschaften, gewann unter
anderem 2013 und 2016 jeweils eine Silbermedaille. Nach ihrer Erkrankung
arbeitete sie sich Schritt für Schritt zurück. Seit 2022 gewann sie
mehrere Medaillen bei den Europa- und Weltmeisterschaften im Para-Rudern.
Ende 2024 fokussierte sich die Erfolgsverwöhnte zusätzlich auf den Para-
Skilanglauf. Nur rund 14 Monate Training später qualifizierte sie sich für
die Paralympischen Winterspiele 2026 in Italien. Damit schrieb sie
Sportgeschichte: Sie ist die erste Athletin überhaupt, die bei Olympischen
und Paralympischen Sommer- und Winterspielen an den Start ging!

Es gilt herauszufinden: Was ist wieder möglich?

Marchands Geschichte ist kein Plädoyer dafür, nach einem Schlaganfall
Leistungssport betreiben zu müssen. „Es geht darum, herauszufinden, was
für die Einzelne bzw. den Einzelnen wieder möglich ist. Das kann Sport
sein, aber genauso ein Beruf, ein Hobby oder ein anderes persönliches
Ziel.“ Für sie ist der Sport etwas, woran sie sich festhalten kann. Er
hilft ihr, ihren Körper neu einzuschätzen, mit Belastungen umzugehen und
wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.

Auch beruflich hat sich ihr Weg verändert. Ihre ursprünglichen Pläne –
unter anderem eine Karriere als Kardiologin – sind nach dem Schlaganfall
in weite Ferne gerückt. Heute arbeitet Marchand in der Orthopädie und
möchte langfristig ihren Facharzt für Allgemeinmedizin machen. Der Weg ist
ein anderer als ursprünglich gedacht, aber dafür hat sich eine neue
Perspektive eröffnet.

„Es geht nicht darum, nach einem Schlaganfall wieder genau der Mensch zu
werden, der man vorher war“, weiß die Kölnerin. „Aber das Leben nach einem
Schlaganfall kann gut und erfolgreich weitergehen.“

Ihre eigene Geschichte zeigt, wie weit dieser Weg führen kann.

• Teilnahme/ Akkreditierung:
Sie möchten gerne Kathrin Marchand oder einen unserer Schlaganfall-
Experten auf dem DSG26 hören? Dann akkreditieren wir Sie gerne mit einer
E-Mail an die Pressesprecherin Nina Meckel: <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>

• Fragen stellen:
Vor Ort können Sie gerne in der anschließenden Diskussionsrunde Ihre
Fragen stellen oder wir vermitteln Ihnen im Nachgang ein persönliches
Gespräch.

• 2. Deutscher Schlaganfallkongress, DSG26:
Informationen zum Kongress oder weiteren Programm unter: https://www.dsg-
info.de/kongress/uebersicht2/

Wir freuen uns über Ihr Interesse und auf Ihre Teilnahme!