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Welttag der sexuellen Gesundheit: Zehn Safer-Sex-Mythen im Faktencheck

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Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit nimmt verbreitete Mythen
unter die Lupe und erklärt, was wissenschaftlich belegt ist.
Sexuelle Gesundheit geht alle an: Zum Welttag der sexuellen Gesundheit am
4. September 2026 macht das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit
(BIÖG) auf die Bedeutung des Themas für ein gesundes Leben aufmerksam.

Mit
seiner Initiative LIEBESLEBEN informiert das Bundesinstitut regelmäßig zu
Safer Sex, HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen, sexueller
und geschlechtlicher Vielfalt sowie zum Schutz vor
Konversionsbehandlungen.

Wie wichtig Aufklärung und Prävention weiterhin sind, zeigt die
LIEBESLEBEN-Studie 2023/2024: So kennen zwar 89 Prozent der Befragten
„HIV/AIDS“, 83 Prozent „Gonorrhö“ und 82 Prozent „Syphilis“. „Chlamydien“
sind jedoch nur für 60 Prozent ein Begriff. 73 Prozent der Menschen in
festen Beziehungen haben vor dem ersten gemeinsamen Sex nicht über sexuell
übertragbare Infektionen (STI) gesprochen.
Gleichzeitig geben 62 Prozent derjenigen, die auf Kondome verzichten, an,
dass sie davon ausgehen, dass weder sie selbst noch ihr Gegenüber eine
sexuell übertragbare Infektion haben. Doch der Schein kann trügen: Einige
STI, darunter Chlamydien, verursachen oft keine oder nur leichte
Beschwerden und bleiben deshalb häufig unbemerkt. Der Faktencheck greift
diese und weitere Annahmen über Safer Sex auf und erklärt, was daran
stimmt – und wie sich Menschen wirksam vor HIV und anderen STI schützen
können.

Mythos 1: „Man sieht oder merkt, ob jemand eine STI hat.“
Fakt: STI können alle betreffen, die Sex haben. Weder das Aussehen noch
der allgemeine Gesundheitszustand lassen erkennen, ob eine STI vorliegt.
Denn viele Infektionen verursachen zumindest zeitweise keine auffälligen
Beschwerden und können deshalb unbemerkt weitergegeben werden. Eine
Übersicht der häufigsten STI findet sich hier.https://www.liebesleben.de
/fuer-alle/sexuell-uebertragbare-infektionen/

Mythos 2: „Syphilis spielt heute keine Rolle mehr.“
Fakt: Syphilis kommt weiterhin vor – so meldete das Robert Koch-Institut
für das Jahr 2025 bundesweit rund 9700 Erkrankungen, ein neuer
Höchststand. Die Infektion kann beim Sex übertragen werden und verläuft
zeitweise ohne oder nur mit schwachen Beschwerden. Unbehandelt kann sie
schwere gesundheitliche Folgen haben. Syphilis lässt sich jedoch mit
Antibiotika behandeln und heilen. Nach einer Behandlung ist eine erneute
Ansteckung möglich.

Mythos 3: „Man kann sich immer nur einmal mit einer STI anstecken.“
Fakt: Nur bei ganz wenigen STI, zum Beispiel bei Hepatitis B, ist man nach
der ersten Erkrankung in der Regel immun und kann sich nicht mehr
anstecken. Bei vielen anderen STI ist das jedoch nicht der Fall und es
kann zu mehrfachen Infektionen kommen.

Mythos 4: „In einer festen Beziehung muss man sich keine Gedanken über STI
machen.“
Fakt: Auch in festen Beziehungen ist es sinnvoll, über sexuelle Gesundheit
und Schutzmöglichkeiten zu sprechen. Vertrauen ist wichtig, ersetzt aber
keine gemeinsame, informierte Entscheidung.

Mythos 5: „Oralsex ist praktisch risikofrei.“
Fakt: Auch beim Oralverkehr können STI wie Gonorrhö, Syphilis, Herpes oder
HPV übertragen werden. Das Übertragungsrisiko ist je nach Infektion und
Sexualpraktik unterschiedlich und meist eher gering, aber nicht null.

Mythos 6: „Wenn ich keine Beschwerden habe, habe ich auch keine STI.“
Fakt: Viele STI verlaufen zunächst ohne Symptome oder verursachen nur
leichte Beschwerden. Ob eine Infektion vorliegt, kann häufig nur durch
einen gezielten Test festgestellt werden. Die wichtigsten Anzeichen für
eine STI finden sich hier. https://www.liebesleben.de/fuer-alle/sexuell-
uebertragbare-infektionen/sti-symptome/


Mythos 7: „Safer Sex bedeutet immer Kondom.“
Fakt: Kondome sind eine wichtige Schutzmöglichkeit, aber nicht die
einzige. Zu Safer Sex gehören je nach Situation auch andere Möglichkeiten,
wie etwa Impfungen, die HIV-Präexpositionsprophylaxe – kurz PrEP – und
Lecktücher. Außerdem sind offene Gespräche über Schutz und sexuelle
Gesundheit wichtig. Der Safer-Sex-Check von LIEBESLEBEN gibt Empfehlungen,
die auf die individuelle Situation zugeschnitten sind.
https://www.liebesleben.de/fuer-alle/safer-sex-und-schutz/safer-sex-check/

Mythos 8: „Ein HIV-Test reicht aus.“
Fakt: Ein HIV-Test gibt ausschließlich Auskunft über eine mögliche HIV-
Infektion. Andere STI, wie Chlamydien, Gonorrhö oder Syphilis, werden mit
eigenen Untersuchungen festgestellt. Ob und welche Tests sinnvoll sind,
hängt unter anderem von den Sexualkontakten und dem Zeitpunkt einer
möglichen Infektion ab. https://www.liebesleben.de/fuer-alle/hiv-aids/hiv-
test/


Mythos 9: „Wer HIV hat, kann das Virus beim Sex immer übertragen.“
Fakt: Menschen mit HIV, die eine wirksame Therapie erhalten und deren
Viruslast dauerhaft unter der Nachweisgrenze liegt, übertragen HIV beim
Sex nicht. Dafür steht die Formel „nicht nachweisbar = nicht übertragbar“,
international auch „U = U“ genannt.

Mythos 10: „Gegen HIV gibt es eine Impfung.“
Fakt: Bis heute gibt es keine zugelassene Impfung gegen HIV. Gegen einige
andere sexuell übertragbare Infektionen stehen jedoch wirksame Impfungen
zur Verfügung – etwa gegen Mpox sowie Hepatitis A und B.

LIEBESLEBEN bietet Information, Beratung und Orientierung
Zum Angebot von LIEBESLEBEN gehören das Informationsportal
https://www.liebesleben.de, Social-Media-Aktivitäten,
Informationsmaterialien sowie spezielle Angebote für Fachkräfte und eine
persönliche Telefon- und Onlineberatung. Ziel ist es, Menschen zu
befähigen, informierte Entscheidungen für ihre sexuelle Gesundheit zu
treffen und gleichzeitig Stigmatisierung und Diskriminierung abzubauen.

Mehr zur LIEBESLEBEN-Studie unter https://www.liebesleben.de/foerderung-
sexueller-gesundheit-infomationen-fuer-fachkraefte/studien-standard-
qualitaetssicherung/liebesleben-studie/


Bestellung der kostenlosen Materialien des Bundesinstituts für Öffentliche
Gesundheit unter:
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, 50819 Köln
Online-Bestellsystem: https://shop.bioeg.de/
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